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500 kW Leistung & Gespräche mit Herstellern: Rallyecross-WM WRX wird 2022 vollelektrisch

Svenja König

Svenja König

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Die Rallyecross-Weltmeisterschaft (WRX) wird ab 2022 elektrisch. Sie ist neben der Formel E die zweite FIA-Weltmeisterschaft, die ausschließlich auf Elektroautos setzt, wenngleich auch die ETCR ab 2022 unter dem Dach der FIA starten wird. Mit 14 Autos will die WRX in ihre erste Elektrosaison starten und konnte dafür bislang vier Teams gewinnen. Die Organisatoren vermelden zudem, dass bereits erste Hersteller Interesse geäußert hätten.

Schon 2018 gaben die Organisator:innen der WRX bekannt, dass die Rallyecross-Weltmeisterschaft ab 2020 ihre Rennen rein elektrisch austragen werde. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Entwicklung zunächst um ein Jahr verschoben. In der Saison 2020 begleitete das sogenannte Projekt E einige Läufe der Weltmeisterschaft als elektrische Rahmenserie, um erste Erfahrungen zu sammeln. 2021 wurde die bis dahin verbrennerbetrieben Rennserie RX2 zur  RX2e - einer vollelektrischen Rahmenserie, die Nachwuchstalenten die Chance gibt, Rennerfahrung in Elektroautos zu sammeln. Ersetzt wurde allerdings nur der Antrieb, die Hauptautos blieben gleich. Nun wird endlich auch die Hauptserie elektrisch.

Gemeinsam mit Kreisel Electric hat die Rallycross Promoter GmbH einen vollelektrisches Antriebsstrang für RX1-Autos entwickelt. Im September gaben die Serienverantwortlichen bekannt, 14 Kits  bei den Österreichern bestellt zu haben, denn in der ersten Saison werden alle Teams mit baugleichen Antriebssträngen starten. Diese sollen durch einen Doppelmotor eine Leistung von 500 kW und ein Drehmoment von 880 Nm auf die Straße bringen.

"Teams & Fahrer haben Wechsel auf Elektroantriebe immer unterstützt"

Die Batterien, die für eine optimale Gewichtsverteilung im Rallycross-Auto entwickelt wurden, werden mittels Ladeinfrastruktur von GCK Energy geladen. Mobile Ladestationen werden im Hauptquartier des Unternehmens in Frankreich mit Solarenergie und Ökostrom aufgeladen und zu den Rennstrecken der Serie transportiert. Die Ladestationen haben eine Kapazität von 900 kWh. Der Akku umfasst 52,65 Kilowattstunden.

"Wir freuen uns, mit Vollstrom und einer elektrisierten WRX in das Jahr 2022 gehen zu können", sagt Arne Dirks, Geschäftsführer der Rallycross Promoter GmbH. "Die Teams und Fahrer haben unseren Wechsel auf Elektroantriebe immer unterstützt. Darüber hinaus sind wir in sehr positiven Gesprächen mit einigen Automobilherstellern, die unsere Kernwerte im Bereich Nachhaltigkeit teilen. Seit ihrer Gründung 2014 war die WRX immer die Krone im internationalen Rallyecross, und es ist eine enorme Ehre, Jahr für Jahr eine von sechs FIA-Weltmeisterschaften zu sein. Wir wollen auch in Zukunft dafür sorgen, dass die WRX die besten Fahrer, die besten Teams, die besten Strecken und das beste Racing zusammenbringt."

Kristoffersson, Münnich, ES & GCK: 4 Teams bereits verpflichtet

Vier Teams haben haben bereits einen Antriebsstrang bei Kreise reserviert und werden demnach wohl die Hälfte aller Fahrzeuge in der Startaufstellung stellen. Dazu zählen alte Bekannte wie Kristoffersson Motorsport und All-Inkl.com Münnich Motorsport, die aktuell mit den Pilot:innen Johan Kristoffersson, Enzo Ide, Mattias Ekström, Timo Scheider in der WRX an den Start gehen. Beide Teams werden wohl mit drei Autos an den Start gehen.

Dazu kommt das Team ES Motorsport, das die Rahmenserie der WRX Euro RX1 2021 gewinnen konnte. Der litauische Rennstall trat 2019 erstmals mit den Piloten Reinis Nitiss und Kevin Abbring in der Rallyecross-WM an. 2021 wechselte ES Motorsport mit Andreas Bakkerud und Janis Baumanis in die Euro RX1, und der Norweger sicherte sich auf Anhieb den Titel. Teammanager Robertas Maneikis erklärte gegenüber 'e-Formel.de', dass das Team für 2021 einen Antrieb bei Kreisel Electric reserviert habe.

GCK Motorsport hat bisher als einziges Team bekannt gegeben, mit welchem Fahrzeug es in die Saison 2022 gehen wird. Das französische Team setzt auf einen Lancia Delta Evo-e, die Elektroversion des Delta HF Integrale - eines der erfolgreichsten Rallyefahrzeuge der 1980er-Jahre. Wie ES Motorsport geht auch GCK mit einem Fahrzeug in die Saison 2022.

Zur Fahrer:innen-Entscheidung hat sich bisher kein Team geäußert. Es liegt allerdings nahe, dass Johann Kristoffersson beim familieneigenen Team ins Lenkrad greifen wird. Timo Scheider bei Münnich scheint allerdings eine Option zu sein.

Rahmenprogramm wie gehabt

Im Rahmenprogramm der WRX wird es weiterhin die Elektro-Nachwuchsserie RX2e geben, in der sich Guillaume de Ridder vor einigen Wochen zum ersten Champion krönte. Dazu wird es weiter die beiden Serien EURO RX1 und RX3 - mit Verbrennungsmotoren - geben.

In dieser Saison wurden die Rennen der WRX nicht im deutschen Free-TV übertragen. Fans konnten die Läufe im Bezahlangebot RX+ der Serie selbst oder in Teilen bei Sport1+ verfolgen. In Österreich sind die Rechte an ServusTV vergeben.

 

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