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Azcona & Vernay gewinnen Superfinale der Pure ETCR in Vallelunga, Azcona wird "König des Wochenendes"

Svenja König

Svenja König

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Mikel Azcona (Cupra) und Jean-Karl Vernay (Hyundai) haben die ersten Rennen der Pure ETCR in Vallelunga gewonnen. Der Spanier Azcona sammelte am Auftaktwochenende die meisten Punkte und wurde somit zum "König des Wochenendes" gekrönt. Er konnte ebenso wenig wie Markenkollege Mattias Ekström eine Zeit im Qualifying setzen, dennoch beendeten beide ihre Rennen nach starker Aufholjagd auf dem Podium.

Am Sonntag wurden die Rennen auf dem längeren Layout von Vallelunga ausgetragen. Zunächst wurden am Vormittag mittels Zeitfahren die Startpositionen für die Finalrennen bestimmt. Hier wurde zum ersten Mal seit dem Training am Freitag eine Runde mit der Maximalleistung von 500 kW gefahren. Azcona war der Erste auf der Strecke. Er hatte im Mittelteil Probleme mit dem linken Hinterreifen und drehte sich schließlich nach einem Plattfuß. Er konnte seine Runde nicht beenden und musste daher vom letzten Startplatz ins Finalrennen gehen.

"Es war offensichtlich, dass ich einen Plattfuß hatte", sagt Azcona. "Sobald ich nach rechts gelenkt habe, habe ich die Achse auf dem Boden gefühlt und konnte nichts mehr machen. Ich habe nur noch versucht, das Auto in der Spur zu halten. Es ist schade, da wir jetzt von ganz hinten ins Finale gehen werden."

Farfus in 1. Gruppe der Schnellste

Direkt nach ihm war Markenkollege Jordi Gene an der Reihe. Er fuhr mit einer Gesamtzeit von 1:27.127 Minuten eine solide Runde und setzte die erste Richtzeit. Stefano Coletti im ersten Romeo Ferraris erlebte eine wildere Fahrt. Er verlor das Auto im ersten Sektor fast, musste auf das Gras ausweichen und verbremste sich in der folgenden Kurve. Er fand erst zum Ende der Runde den Rhythmus und reihte sich auf der zweiten Position ein.

Ex-DTM-Pilot Augusto Farfus wollte auf die Pole und erzielte in allen Sektoren absolute Bestzeiten. Insgesamt fuhr er mit einer Zeit von 1:26.612 Minuten fast eine halbe Sekunde Vorsprung auf Gene heraus. Auch der zweite Romeo-Ferraris-Pilot, Rodrigo Baptista ,hatte im ersten Sektor Probleme, sicherte sich aber zwischenzeitlich die dritte Position. Als letzter  Pilot war Tom Chilton unterwegs - erneut mit Sonnenbrille unter dem Helm. Er fuhr einen soliden ersten Sektor und war auf einem Niveau mit Gene. Es folgten eine absolute Bestzeit in Sektor 2 und ein kleiner Fehler in der Zielkurve. Schlussendlich fuhr der Brite mit vier Zehntelsekunden Rückstand über die Linie und schob sich auf Platz 3.

Drama um Ekström in Runde 2

Eine Stunde später sollte auch die zweite Fahrergruppe ihre Zeiten setzen. Ekström fuhr zuerst raus. Es sah alles nach einer normalen Einführungsrunde aus, bis er vor der Start-/Zielgerade wieder in die Box fuhr. Es begannen Spekulationen, ob das Auto noch Beschädigungen vom Azcona-Dreher gehabt hätte. Ein Sprecher von Cupra verneinte dies gegenüber 'e-Formel.de'. Cupra dachte allerdings, dass ein anderes technisches Problem mit dem Auto der Grund sei, weshalb Ekström wieder reinkommen sollte, um eine kleinere Reparatur vornehmen zu lassen. Später stellte sich heraus, dass Ekström von der Rennleitung gebeten wurde, zurück in die Box zu fahren. Hyundai legte daraufhin Protest ein, da Cupra nichtsdestotrotz am Auto gearbeitet und somit die Parc-Ferme-Regeln missachtet hatte. Daher wurde Ekströms Zeit aus dem Zeitfahren gestrichen, und er musste von Position 6 ins Finale gehen.

Doch noch war das Zeitfahren nicht vorbei - Vernay war an der Reihe. Er fuhr eine gute Runde, war circa zwei Zehntelsekunden langsamer als Farfus vor ihm und sicherte sich die Führung. Oliver Webb startete ordentlich in seine Runde, verbremste sich jedoch in der langen Kehre und fuhr mit acht Zehnteln Rückstand auf Vernay ins Ziel. John Filippi im zweiten Hyundai fuhr eine ähnliche Zeit wie Webb im ersten Sektor, aber machte im letzten Rundendrittel mehr als vier Zehntelsekunden auf den Briten gut. So sicherte er sich das zwischenzeitliche Podium.

Daniel Nagy kam auf seiner Runde in der zweiten Kurve etwas zu weit nach außen, lieferte danach allerdings zwei solide Sektoren ab. Für mehr als Platz 4 sollte es aber nicht reichen. Luca Filippis Runde sah ebenfalls nach einer aufregenden Fahrt aus, stellte sich aber als sehr schnell heraus. Jeweils knapp hinter den Sektorbestzeiten qualifizierte er sich vorläufig auf Rang 2. Ekström wurde seiner Favoritenrolle auch im zweiten Versuch gerecht und konnte allein im letzten Sektor vier Zehntelsekunden auf Vernay herausfahren. Danach sagte er, er sei im letzten Sektor zu konservativ gefahren, da er gemerkt habe, dass die Reifen nachgelassen hätten. Er setzte mit einer Zeit von 1:26.296 Minuten die Bestzeit des Tages und war damit zwei Zehntel schneller als Farfus.

Azcona mit starker Aufholjagd in Finale 1

Im ersten "Superfinale" kamen alle sechs Autos am Start gut weg, und die beiden Hyundai konnten ihre Doppelführung gegen Gene verteidigen. Den besten Start erwischte aber Azcona, denn er konnte gleich zu Beginn von ganz hinten an beiden Romeo Ferraris vorbeigehen. Coletti musste noch in der ersten Runde ins Kiesbett ausweichen und dann nach einem Aufhängungsschaden das Rennen aufgeben.

In Runde 2 sortierte sich das Feld. Gene versuchte, Chilton zu überholen, schaffte es jedoch nicht. Stattdessen konnte Azcona die Chance nutzen und an seinem Markenkollegen vorbeigehen. In Runde 4 musste Chilton das Rennen wegen eines Plattfußes hinten links aufgeben. Nur eine Runde später erwischte es auch den führenden Hyundai von Farfus. Nach Informationen von 'e-Formel.de' hat Hyundai die Reifendruckempfehlungen von Hersteller Goodyear unterschritten, um mehr Grip zu haben.

Somit lagen die beiden Cupras auf den Positionen 1 und 2, gefolgt von Baptista, der Gene überholen wollte. Er schaffte es auch vorbei, aber nur, da er eine Kurve verpasste und sich durch einen Notausgang einen Vorteil verschaffte. Er gab die Position anschließend an Gene zurück, und Cupra feierte einen Doppelsieg im Superfinale 1.

Ergebnis des Superfinale 1 in Vallelunga

Position Fahrer Team Abstand
1 Mikel Azcona Cupra 7 Runden
2 Jordi Gene Cupra +4,221
3 Rodrigo Baptista Romeo Ferraris +0,717
4 Augusto Farfus Hyundai DNF
5 Tom Chilton Hyundai DNF
6 Stefano Coletti Romeo Ferraris DNF

Ekström kann Vernay nicht aufhalten

Der Start im zweiten Finale verlief - wie auch bereits beim ersten Rennen - sehr ruhig. Nur Ekström konnte in der ersten Kurve an Nagy vorbeigehen. In der Zielkurve der zweiten Runde zog der Schwede mit Überholhilfe auch an Webb im Romeo Ferraris vorbei. Luca Filippi versuchte derweil, die Führung zu übernehmen, aber konnte das Manöver wegen zu viel Übersteuerns nicht zu Ende bringen. John Filippi dahinter war derweil unter Druck von Ekström.

Dieser ging in der Kurvenkombination im zweiten Teil der vierten Runde von Vallelunga zuerst außen an John Filippi und dann mittels eines Drift-Manövers auch an Luca Filippi im Romeo Ferraris vorbei. Vernay konnte sich mittlerweile einen Vorsprung erarbeiten. Jetzt ging es richtig rund, denn auch John Filippi wollte noch am Alfa vorbei, und auch Nagy griff Webb an. Aber ein Manöver konnte keiner mehr vollenden.

"Ich denke, es war ein gutes Wochenende, wenn man überlegt, wo wir in den Battles angefangen haben", sagt Vernay. "Es war sehr interessant zu sehen, wo wir im Vergleich mit den anderen stehen. Und wir haben gesehen, was wir noch verändern müssen, um im nächsten Rennen vorn mit den Cupras mitzufahren. Es tut mir für die anderen beiden Hyundai-Piloten in Battle 1 sehr leid, denn Augusto ist ein sehr starkes Wochenende gefahren. Ich komme sehr gern nach Vallelunga, weil ich die Gegend hier so toll finde, aber ich bin hier nie schnell gewesen - es sind immer dieselben zwei Kurven, die ich nicht gut hinbekomme. Deswegen bin ich auch immer sehr froh, wieder zu gehen."

Ergebnis des Superfinale 2 in Vallelunga

Position Fahrer Team Abstand
1 Jean-Karl Vernay Hyundai 7 Runden
2 Mattias Ekström Cupra +0,781
3 Luca Filippi Romeo Ferraris +4,326
4 John Filippi Hyundai +0,535
5 Oliver Webb Romeo Ferraris +0,119
6 Daniel Nagy Cupra +0,541

 

Gesamtwertung der Pure ETCR nach dem Saisonstart in Vallelunga

Position Fahrer Team Punkte
1 Mikel Azcona Cupra 77
2 Jean-Karl Vernay Hyundai 72
3 Mattias Ekström Cupra 69
4 Jordi Gene Cupra 58
5 Luca Filippi Romeo Ferraris 56
6 Rodrigo Baptista Romeo Ferraris 43
7 John Filippi Hyundai 37
8 Oliver Webb Romeo Ferraris 36
9 Daniel Nagy Cupra 31
10 Stefano Coletti Romeo Ferraris 22
11 Augusto Farfus Hyundai 21
12 Tom Chilton Hyundai 10

Mikel Azcona krönte sich damit vor Vernay und Ekström zum "König des Wochenendes", denn er sammelte insgesamt 77 Punkte am Wochenende - die meisten von allen. Das nächste Pure-ETCR-Wochenende findet in knapp einem Monat in Aragon, Spanien statt.

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