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BRSCC veröffentlicht Pläne für neue elektrische Formel-Rennserie in Großbritannien

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Der British Racing and Sports Car Club (BRSCC) hat seine neue Einsitzerkategorie Formula-Foundation-E vorgestellt. Mit dem FF-E1 abgekürzten Boliden will der BRSCC in Zukunft die erste Rundstrecken-Rennserie mit Elektroautos im Clubsport ins Leben rufen und damit auch Amateur-Rennfahrern den Einstieg in den Elektro-Motorsport ermöglichen.

Hinter dem Projekt stehen Richard Huddart und der langjährige Formel-Ford-Konstrukteur Steve Wills. Wills, der mehr als 30 Jahre Erfahrung im Motorsport hat, war ursprünglich mit der Idee eines preisgünstigen Monopostos mit einem quer eingebautem Benzinmotor an den BRSCC herangetreten. Nach ersten Gesprächen war man jedoch übereingekommen, dass dies die ideale Gelegenheit sei, ein Elektroauto im Breitensport zu etablieren.

Der FF-E1 hat ein Stahlchassis, das von RSR Technology mit Sitz im britischen Snetterton entwickelt wurde. Das Auto entspricht den aktuellen FIA-Sicherheitsstandards und ist daher mit einem Halo-System ausgestattet. Cockpit, Lenkung, Radaufhängung und Bremssystem entsprechen dabei denen an Formel-3-Fahrzeugen. Hinter dem Fahrer befindet sich die Batterie. dahinter ist der Elektromotor unmittelbar vor der Hinterachse angeordnet, um eine optimale Gewichtsverteilung zu ermöglichen. Das komplette Fahrzeug bringt nur rund 550 Kilogramm auf die Waage.

Der Wagen wird von einem Elektromotor mit einer Leistung von 120 kW angetrieben und ist damit deutlich schwächer als ein Formel-E-Bolide, die in der kommenden Gen3-Spezifikation eine Höchstleistung von 350 kW haben werden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 210 km/h. Die Rekuperationsleistung kann während der Fahrt vom Cockpit aus verstellt werden, um so den Streckenverhältnissen oder dem individuellen Fahrstil angepasst zu werden.

Motor und Batterie kommen von der Firma ECO Classics. Chef des Unternehmens ist Nick Mason, der zuvor bei Ford die Entwicklung des elektrischen Lieferwagens E-Transit leitete. ECO Classics hat sich auf die Umrüstung von klassischen Fahrzeugen auf Elektroantriebe spezialisiert. Bei den Komponenten im FF-E1 handelt es sich dabei jedoch um speziell entwickelte Teile, die auf maximale Leistung und Haltbarkeit ausgelegt sind.

Die Karosserie besteht aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK). Der Hersteller prüft derzeit aber auch die Möglichkeit, von GfK auf ein vollständig recycelbares Verbundmaterial auf Flachsbasis umzustellen. Der Lithium-Ionen-Akku liefert eine Spannung von 35 Volt und hat eine nutzbare Kapazität von 18 kWh. Der Hersteller gibt zwei Jahre Garantie auf die Batterie, aber auch auf den Motor und die Komponenten der Antriebsachse. Die Reifen liefert, wie in der Formel E, der südkoreanische Hersteller Hankook.

Mit einem Preis von 80.000 britischen Pfund (umgerechnet rund 91.800 Euro) plus Mehrwertsteuer ist der FF-E1 sicherlich kein Schnäppchen, aber auch für ambitionierte Hobby-Rennfahrer mit etwas größerem Geldbeutel bezahlbar. Wartungs- und Ersatzteilkosten sollen jedoch deutlich unter denen eines Rennwagens mit Verbrennungsmotor liegen. So muss das Kühlmittel des Motors nur alle zwei Jahre getauscht werden.

Die ersten sechs Fahrzeuge sollen dabei im April 2023 ausgeliefert werden, sechs weitere Fahrzeug gehen dann im kommenden August an die Kunden. Zum ersten Mal öffentlich zu sehen sein wird der FF-E1 im Rahmen des BRSCC Formula Ford Festival am 22. und 23. Oktober 2022.

Während im Jahr 2023 nur Testfahrten und einzelne Rennen durchgeführt werden, planen der BRSCC und der britische Motorsportverband, beginnend mit dem Jahr 2024 eine komplette Rennsaison für die FF-E1-Fahrzeuge durchzuführen. Es soll sich dabei um Sprintrennen handeln, die über eine Renndauer von rund 20 Minuten gehen werden.

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