E-Serien

Doppelsieg für Romeo Ferraris: Luca Filippi & Philipp Eng siegen beim Pure-ETCR-Rennen in Kopenhagen

Svenja König

Svenja König

Phillip-Eng-Kopenhagen-Helmet

Die beiden Romeo-Ferraris-Fahrer Luca Filippi und Neuling Philipp Eng haben beim dritten Lauf der Pure ETCR in Kopenhagen die Siege im Finale geholt. Während Filippi im Finale gegen Mattias Ekström das einzige Überholmanöver des Wochenendes setzte, feierte Eng einen Start-Ziel-Sieg und wurde außerdem "König des Wochenendes". Mit zwei Siegen an diesem Wochenende schob sich sein neuer Arbeitgeber in der Konstrukteursmeisterschaft an Hyundai vorbei.

Zunächst standen allerdings am Vormittag die Qualifyings als Zeitfahren auf dem Programm der Serie, die ihre Rennen diesmal im Rahmen des Copenhagen Historic Grand Prix austrug. Jean-Karl Vernay (Hyundai), der den Rennsamstag noch mit einer weißen Weste und der maximalen Punktzahl beendet hatte, eröffnete die Session. Er kam am Start nicht optimal weg, fuhr aber ansonsten mit 1:12.104 Minuten eine saubere Runde.

"Ich bin sehr enttäuscht", sagte Vernay nach dem Ende der Qualifikation. "Ich hatte ein Problem am Start, konnte erst nicht losfahren. Damit habe ich direkt acht Zehntel verloren. Danach war die Runde eigentlich sehr gut. Ich möchte es nicht darauf schieben, aber es ist fragwürdig, dass man als Tagesbester von gestern als Erster auf die Strecke muss. Vor allem auf einem Stadtkurs, der sich mit jeder Fahrt verbessert."

Ekström schnell unterwegs

Nach ihm fuhr der Gesamtführende Mattias Ekström (Cupra), dessen Runde alles in allem aggressiver wirkte. Er fuhr eine Zeit von 1:11.042 Minuten und holte damit etwa eine Sekunde auf Vernay heraus. Oliver Webb (Romeo Ferraris) nach ihm konnte im ersten Sektor gut mithalten, verlor aber auf dem zweiten Teil der Runde immer mehr und sortierte sich nach einem Verbremser in der letzten Kurve nur kurz vor Vernay ein.

Luca Filippi (Romeo Ferraris) zeigte ebenfalls im ersten Sektor eine starke Performance, verlor jedoch darauf pro Sektor zwei Zehntel gegen Ekström. Insgesamt war es aber eine gute Runde des Italieners, die ihm die zweite Position brachte. Daniel Nagy (Cupra) und John Filippi (Hyundai) fuhren danach mit 1:12.407 Minuten und 1:12.900 Minuten die schwächsten Zeiten der Session.

Eng auf Pole - Azcona nur auf der 5. Position

Das zweite Qualifying eröffnete Augusto Farfus (Hyundai) mit einer Zeit von 1:12.038 Minuten, die nur unwesentlich schneller war als die Zeit von seinem Teampartner Vernay zuvor. Mikel Azcona im Cupra nach ihm leistete sich allerdings am Ausgang der letzten Schikane einen Fehler und war deshalb zwei Zehntel langsamer als der Brasilianer.

Als nächstes war Philipp Eng (Romeo Ferraris) an der Reihe. Er legte einen guten ersten Sektor auf den Asphalt und steigerte sich noch mit jedem Sektor. Er erreichte eine Zeit von 1:11.200 Minuten und die zwischenzeitliche Pole. Eine Zeit, mit der Markenkollege Rodrigo Baptista nicht mithalten konnte. Er war insgesamt 1,5 Sekunden langsamer als der Österreicher.

Jordi Gene (Cupra) konnte bis zum dritten Sektor mit Eng mithalten. Eng war jedoch einen starken Schlussteil gefahren, weshalb Gene zum Schluss zwei Zehntel hinter ihm lag. Zwischenzeitlich die zweite Position. Tom Chilton konnte sich abschließend nach einem starken Mittelsektor noch auf die zweite Position schieben. Somit starteten die eigentlich Favoriten Farfus und Azcona nur auf den Positionen 4 und 5.

Filippi: "Ich habe es irgendwie gewusst"

Im ersten Finale standen also Mattias Ekström und Luca Filippi gemeinsam in der ersten Startreihe. Die beiden gingen eng nebeneinander durch die erste Kurve - Mauerberührungen gab es allerdings keine. Ekström konnte sich auf dem Weg zur zweiten Kurve die Führung sichern. Vernay belegte Position 3, dahinter Webb, Nagy und John Filippi.

In der zweiten Runde musste sich Luca Filippi im Romeo Ferraris gegen Vernay wehren, während die Lücke zu den dahinter fahrenden Nagy und John Filippi immer größer wurde. In der vierten Runde löste sich Filippi vom Franzosen und machte Zeit auf Ekström gut. Bis zur Schlusskurve verlief das Rennen dann ereignislos. Dann aber konnte sich der ehemalige Formel-E-Pilot auf der kurzen Geraden vor der Start-Ziel-Geraden rechts neben Mattias Ekström quetschen und hatte somit die Innenbahn in der Zielkurve. Er sicherte sich somit den allerersten Finalsieg für Romeo Ferraris. Dahinter blieb alles, wie es war.

"Ich versuche immer noch zu verstehen, was er da eigentlich gemacht hat", sagt Michaela Cerruti, Teamchefin von Romeo Ferraris, nach dem ersten Finale. "Das war so überraschend, aber er hat so tolle Arbeit geleistet. Ich habe keine Worte dafür. Ich denke, er hat es gemacht, als es keiner erwartet hat, und als sich jeder kurz vor Schluss entspannt hat."

"Das hat so viel Spaß gemacht, ich bin so erleichtert", sagt Luca Filippi. "Das war eine Teamarbeit. Wir hatten eine starke Basis dieses Wochenende, und ich habe es irgendwie gewusst. Ich war an Mattias' Heck, und es war ein hartes Battle in Runde 1. Aber es war sehr fair, und ich konnte mit ihm mitfahren. Ich habe vor der letzten Schikane so spät gebremst, dass das Auto über die Kerbs geflogen ist, und dann bin ich reingegangen."

Das Ergebnis des Superfinale 1 in Kopenhagen

Position Fahrer Hersteller Abstand
1 Luca Filippi Romeo Ferraris 6 Runden
2 Mattias Ekström Cupra +0,118 Sekunden
3 Jean-Karl Vernay Hyundai +0,679 Sekunden
4 Oliver Webb Romeo Ferraris +1,348 Sekunden
5 Daniel Nagy Cupra +9,310 Sekunden
6 John Filippi Hyundai +9,499 Sekunden

Eng wird "König von Kopenhagen"

Im zweiten Finale am Sonntagnachmittag erwischten Philipp Eng und Jordi Gene einen guten Start. Eng konnte in Führung gehen, Chilton Platz 2 gegen Gene verteidigen. Augusto Farfus verpasste den Start komplett und fiel auf den letzten Platz zurück. Somit entstand ein internes Battle zwischen den beiden Cupra-Piloten Gene und Azcona um die dritte Position. In der fünften Runde erlitt Tom Chilton wie schon in Vallelunga einen Plattfuß und musste das Rennen aufgeben. Eng ließ vorn nichts anbrennen und sicherte sich den Sieg bei seinem ETCR-Debüt.

"Meine Erwartung ist immer, ganz oben zu sein", sagt Philipp Eng. "Aber dass du gegen Fahrer wie Mattias, Augusto und Luca dabei an deinem ersten Rennwochenende so gut durchkommst, das erwartet man natürlich nicht. Wir können als Team heute alle sehr glücklich sein. Hoffentlich geht es so weiter."

Durch seinen Sieg im Finale krönte sich der Österreicher gleich bei seinem Debüt zum "König von Kopenhagen". Romeo Ferraris konnte Hyundai in der Herstellerwertung überholen. Mattias Ekström führt weiter die Fahrermeisterschaft an. Das nächste Rennen der Pure ETCR findet vom 20. bis 22. August in Ungarn statt.

Das Ergebnis von Superfinale 2 in Kopenhagen

Position Fahrer Hersteller Abstand
1 Philipp Eng Romeo Ferraris 6 Runden
2 Jordi Gene Cupra +1,908 Sekunden
3 Mikel Azcona Cupra +2,184 Sekunden
4 Rodrigo Baptista Romeo Ferraris +3,327 Sekunden
5 Augusto Farfus Hyundai +3,767 Sekunden
6 Tom Chilton Hyundai DNF

Gesamtwertung der Pure ETCR nach dem 3. Lauf in Kopenhagen

Position Fahrer Hersteller Punkte
1 Mattias Ekström Cupra 210
2 Jean-Karl Vernay Hyundai 186
3 Jordi Gene Cupra 167
4 Mikel Azcona Cupra 161
5 Rodrigo Baptista Romeo Ferraris 149
6 Luca Filippi Romeo Ferraris 144
7 Augusto Farfus Hyundai 140
8 Oliver Webb Romeo Ferraris 134
9 Daniel Nagy Cupra 104
10 John Filippi Hyundai 103

Zurück

1 Kommentare

Helmut ·

Dass mir da keiner mehr über die F1 lästert. Ein Überholmanöver am ganzen Wochenende ist einer Tourenwagenserie unwürdig.
Erst ein mehr als undurchsichtiges Regelwerk und dann noch komplett vorhersehbare Rennen.

Ich weiß, was ich mir sicher nicht mehr ansehen werde.

PS: das hat nichts mit „meh - kein richtiger Motor drin - das kann kein Rennsport sein“ zu tun. Ein schlechtes Format bleibt ein schlechtes Format. Egal womit die Karren angetrieben werden.

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 3.
Advertisement