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Dramatisches Finale: Vernay gewinnt in Pau-Arnos, Ekström & Cupra sind Pure-ETCR-Meister 2021

Svenja König

Svenja König

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Mit einem hochdramatischen Finale hat die Pure ETCR hat im französischen Pau-Arnos ihre erste Saison beendet. Die Hyundai-Piloten Jean-Karl Vernay und Augusto Farfus gewannen beide Finalrennen, Vernay wurde zudem erstmals "König des Wochenendes". Zum ersten Meister krönte sich jedoch Mattias Ekström (Cupra), dem nach einer Kollision mit Philipp Eng (Romeo Ferraris) ein fünfter Platz im Finale zum Titelgewinn reichte.

"Es ist ein fantastisches Gefühl, 'König der Saison' zu sein und den ersten Titel in einem Elektro-Tourenwagen gewonnen zu haben", freut sich Ekström nach dem Finalrennen. Ein Vorsprung von gerade einmal vier Punkten gegenüber Jean-Karl Vernay reichte ihm zum Meisterschaftsgewinn. "Die Konkurrenz war auf einem sehr hohen Niveau, aber als Team waren wir immer vorne dabei und haben einen guten Job gemacht. Wir haben es geschafft! Das fühlt sich großartig an."

Kontroversen bereits in ersten Battles

Das Rennwochenende begann mit dem Auswahlverfahren der Fahrergruppen - vier der fünf Meisterschaftsaspiranten starteten in Pool B. Lediglich Mikel Azcona (Cupra) musste in der ersten Fahrergruppe antreten. Entsprechend viel hatte er in seinem ersten Battle mit Markenkollege Daniel Nagy und John Filippi (Hyundai) zu tun: Nach einem schlechten Start fiel der Spanier aufgrund durchdrehender Räder zurück, kämpfte sich im Verlauf des 4-Runden-Rennen aber wieder an beiden vorbei.

Im zweiten Battle trat Augusto Farfus (Hyundai) gegen Luca Filippi und Oliver Webb (beide Romeo Ferraris) an. Der Brasilianer zeigte sich dabei gewohnt kämpferisch, kollidierte etwa zur Rennhälfte aber mit dem ehemaligen Formel-E-Fahrer Filippi. Webb konnte zunächst profitieren und vorbeifahren, die erste Position aber nicht bis zum Ende gegen Farfus verteidigen. Dem Brasilianer wurden nach der Session acht Meisterschaftspunkte für das Verursachen einer Kollision abgezogen.

Im zweiten Fahrerpool fielen schon erste Entscheidungen im Titelkampf, denn im ersten Battle traf Titelfavorit Ekström auf seine Konkurrenten Vernay (Hyundai) und Philipp Eng (Romeo Ferraris). Ekström konnte sich nach dem Start schnell absetzen, während Vernay hinter Eng zurückfiel. Erst in der letzten Runde gelang Vernay ein Manöver gegen den Österreicher.

Im letzten Battle setzte sich Jordi Gene gegen Rodrigo Baptista (Romeo Ferraris) und Tom Chilton (Hyundai) durch. Baptista war, nachdem Ekström sein Battle beendet hatte, schon aus dem Meisterschaftskampf gefallen, ohne einmal im Auto gesessen zu haben.

Azcona, Ekström & Vernay gewinnen Duelle

Der Rennsamstag begann mit den 1-gegen-1-Duellen in Pool A. Azcona (Cupra) lag nach seinem erfolgreichen Freitag nur noch einen Punkt hinter Vernay und musste sich im drei Runden dauernden Duell gegen dessen Teamkollegen Farfus (Hyundai) verteidigen. Der Brasilianer fand allerdings keinen Weg am Cupra-Piloten vorbei.

Oliver Webb (Romeo Ferraris) überrumpelte John Filippi (Hyundai) im zweiten Duell mit einem starken Manöver in der Schikane und sicherte sich so seinen Sieg. Luca Filippi setzte sich seinerseits in Battle 3 klar gegen Daniel Nagy durch.

In Pool B traten die beiden Cupra-Meisterschaftskandidaten Gene und Ekström gegeneinander an. Doch nach nicht einmal 50 Metern wurde klar, dass Gene nicht gegen seinen Teamkollegen kämpfen würde. Beide fuhren auf Anweisung des Teams einen "Trainingsrun" ins Ziel, Ekström gewann.

Vernay (Hyundai) war somit erneut unter Zugzwang und musste im zweiten Battle gegen Baptista (Romeo Ferraris) gewinnen. Dank viel Risiko in der ersten Kurve und konnte er sich den ersten Platz sichern, den Vernay bis zum Schluss nicht mehr abgab. Auch Eng (Romeo Ferraris) ließ gegen Webb nichts anbrennen.

Ekström auf Pole neben Eng, Vernay in Lauerstellung

Am Samstagnachmittag traten alle Fahrer einer Gruppe in einem Zeitfahren gegeneinander an, um die Startpositionen für das Superfinale festzulegen. Mikel Azcona (Cupra) startete vor Gruppe A als Erster, unterschätzte aber die Geschwindigkeit, mit der er auf die erste Kurve zufuhr, denn allein im Zeitfahren nutzen die Pure-ETCR-Autos die Maximalleistung von 500 kW. Er verpasste die erste Kurve und musste auf das Kiesbett ausweichen, konnte seine Runde aber beenden.

Im weiteren Verlauf der Qualifikation setzten beide Romeo-Ferraris-Piloten Webb und Filippi zwei passable Rundenzeiten, ehe Farfus und Nagy die schnellsten Runden fuhren. Farfus ging von der Pole-Position ins Finale, während Titelanwärter Azcona nach seinem Fahrfehler nur aus der dritten Reihe startete.

Im zweiten Qualifying konnte sich Mattias Ekström gegen Philipp Eng und Jean-Karl Vernay durchsetzen. Der Schwede sicherte sich somit die ideale Startposition für das B-Finale in einer sonst eher unspektakulären Session.

Augusto Farfus gewinnt Finale in Gruppe A

Beim Start des A-Finals änderte sich die Reihenfolge nicht: Farfus verteidigte seine Führung gegen Nagy, während Azcona eine weitere Position gegen John Filippi (Hyundai) verlor und auf den letzten Platz zurückfiel. Unter Druck versuchte der Spanier, den verlorenen Rang wiedergutzumachen. Dabei kollidierte er mit Filippi in der ersten Runde, bevor er ihn zu Beginn der zweiten Runde überholte.

Cupra-Fahrer Nagy hielt ab Runde 3 den Romeo-Ferraris-Zug, bestehend aus Oliver Webb und Luca Filippi, auf, um seinem spanischen Teamkollegen Azcona die Möglichkeit zu geben aufzuholen. Der Taktik-Kniff gelang: Der Cupra-Youngster schaffte es in der fünften Runde an Webb vorbei.

Kurz vor Schluss überließ ihm sein ungarischer Markenkollege sogar den finalen Podiumsplatz und die damit verbundenen 35 Meisterschaftspunkte. Augusto Farfus (Hyundai) fuhr währenddessen einen souveränen Sieg vor Luca Filippi (Romeo Ferraris) nach Hause.

Position Fahrer Zeit Punkte
1 Augusto Farfus 9:56,536 Minuten 50
2 Luca Filippi +0,942 Sekunden 42
3 Mikel Azcona +2,587 Sekunden 35
4 Daniel Nagy +5,202 Sekunden 27
5 Oliver Webb +5,702 Sekunden 20
6 John Filippi +6,140 Sekunden 15

Drama um die Meisterschaft in Finale 2

Mattias Ekström (Cupra) und Philipp Eng (Romeo Ferraris) nahmen die letzte Session der Saison 2021 gemeinsam aus der ersten Startreihe auf. Keiner der beiden ehemaligen DTM-Piloten gab jedoch beim Einlenken in die erste Kurve nach, sodass sie miteinander kollidierten, sich ins Kiesbett drehten, und einen Reifenschaden erlitten. Der Gesamtführende Ekström fiel zwischenzeitlich auf Platz 6 zurück, Jean-Karl Vernay (Hyundai) übernahm Rang 1. Bei diesem Zwischenstand wäre Vernay überraschend Pure-ETCR-Meister geworden.

Eng und Ekström fuhren nach den Reifenschäden in die Boxengasse. Die Mechaniker:innen von Romeo Ferraris stellten dabei jedoch fest, dass Engs Fahrzeug zu sehr beschädigt war, um weiterfahren zu können. Ekström sortierte sich auf Position 5 wieder im Rennen ein und schleppte seinen Cupra so über die restliche Renndistanz.

Vernay gewann ein sonst unspektakuläres, aber durch die Kontroverse im Titelkampf nicht weniger spannendes Rennen vor seinem Teamkollegen Tom Chilton. Ekström genügte beim Zieleinlauf Platz 5 gerade so, um einen Vorsprung von vier Punkten in der Gesamtwertung zu wahren und sich zum ersten "King of the Season" der Pure ETCR zu krönen.

Position Fahrer Zeit Punkte
1 Jean-Karl Vernay 9:57,445 Minuten 50
2 Tom Chilton +3,496 Sekunden 42
3 Rodrigo Baptista +5,140 Sekunden 35
4 Jordi Gene +5,730 Sekunden 27
5 Mattias Ekström +1 Runde 20
6 Philipp Eng DNF 0

Cupra präsentierte sich in der ersten Pure-ETCR-Saison als Maß der Dinge und sicherte sich neben dem Fahrertitel auch die Teammeisterschaft mit 646 Punkten. Romeo Ferraris zeigte eine starke zweite Saisonhälfte und sicherte sich mit 579 Punkten noch Platz 2 in der Konstrukteurswertung vor Hyundai mit 578 Punkten - nur einen Zähler dahinter!

Die Gesamtwertung der Pure ETCR nach dem Finale in Pau-Arnos (Fahrer)

Position Fahrer Team Punkte
1 Mattias Ekström Cupra 320
2 Jean Karl Vernay Hyundai 316
3 Mikel Azcona Cupra 300
4 Jordi Gene Cupra 260
5 Rodrigo Baptista Romeo Ferraris 248
6 Augusto Farfus Hyundai 224
7 Luca Filippi Romeo Ferraris 218
8 Daniel Nagy Cupra 178
9 Oliver Webb Romeo Ferraris 177
10 John Filippi Hyundai 177

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