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Elektrische Motocross-Serie E-Xplorer beendet 1. Saison auf Sardinien - Team MIE gewinnt Titel

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Jump-Gravity-France-E-Xplorer

Am vergangenen Wochenende hat die elektrische Motocross-Rennserie "E-Xplorer" ihre erste Saison beendet. Im Rahmenprogramm der Extreme E, die zeitgleich auf der italienischen Insel Sardinien ihren Island X Prix bestritt, sicherte sich das japanische Team MIE den Meistertitel. Die Serienchefs um Elektro-Pionier Alejandro Agag ziehen ein positives Fazit.

Sandra Gomez und Jorge Zaragoza waren kaum zu bremsen. Mit Sektflaschen und Wappenschildern, wie sie Ritter im Mittelalter einst hätten tragen können, feierte das spanische Duo ausgelassen auf dem aus Holzbrettern aufgebauten Podium. Beim Finale der ersten Motocross-Weltcupsaison "E-Xplorer" ehrte die Meisterschaft ihre Sieger:innen mit Schildern statt Pokalen - ein besonderes Andenken für ihre ohnehin schon kuriose Trophäensammlung. Bei vorausgegangenen Rennen hatten die Fahrer:innen bereits Kuhglocken und eine Kettensäge überreicht bekommen.

Für Gomez/Zaragoza bahnte sich der Erfolg schon seit mehreren Monaten an. Den Grundstein für ihren Sieg in der ersten Weltcup-Saison für elektrische Motocross-Bikes legten sie bereits in den ersten zwei Rennen des Jahres, die sie beide gewannen. Beim Double-Header-Jahresabschluss reichten ihnen zum Titel zwei zweite Plätze. Die letzten Läufe fanden im Rahmenprogramm des Island X Prix der Extreme E auf Sardinien statt.

Mixed-Wettbewerbe & Saisonfinale im Extreme-E-Rahmenprogramm

"Wir waren von Beginn an wettbewerbsfähig und freuen uns riesig, in dieser Serie ganz oben zu stehen", sagte Zaragoza nach dem Wochenende. Und Gomez lobte: "Jorge und ich waren ein gutes Team. Wir haben ganz unterschiedliche Fähigkeiten und haben einander während der Saison auf den unterschiedlichen Terrains und Kursen geholfen. Er half mir bei den Sprüngen, ich ihm mit den Bäumen."

In der Serie treten Männer und Frauen in einem Mixed-Wettbewerb gegeneinander an: Auf kurzen Offroad-Kursen musste jeder Teil des Teams jeweils eine Runde bestreiten. Die vom Weltverband FIM unterstützte Meisterschaft startete im Mai in Katalonien und zog von dort aus in die Schweizer Alpen nach Crans-Montana. Dann ging es in die bewaldete Auvergne in Zentralfrankreich und in die Sanddünen von Sardinien, wo sich die E-Xplorer mit der Extreme E zusammenschloss.

Späte Erfolgsserie für Team Gravity zu wenig

Die Meisterschaften haben mehrere Dinge gemeinsam: Sie sind beide vollelektrisch und setzen sich für Nachhaltigkeit und gegen den Klimawandel ein. Außerdem gehört, wer auch sonst, Alejandro Agag zum Gründungsteam der zwei Kategorien. "Die Serien passen super zueinander", findet der Spanier. "Wir haben während unserer Veranstaltungen eine gewisse 'Auszeit' in der Mittagszeit und die gesamte E-Xplorer - die Rennen, das Format und die Botschaft - ist dem Ethos hinter Extreme E sehr ähnlich. Deshalb bin ich ein großer Unterstützer und hoffe, dass wir noch einmal zusammenarbeiten können!"

Beim Saisonfinale wehrten Gomez/Zaragoza, die für das japanische Team MIE antraten, einen späten Angriff ihrer Rivalen Camille Chapeliere/Kiara Fontanesi ab. Das Gravity-Duo gewann auf der Zielgerade der Saison drei Rennen in Folge und schlug MIE auf Sardinien doppelt, verfehlte den Titel aber um zehn Meisterschaftspunkte. Gesamtplatz 3 ging an den Rennstall MaddWill, der vom australischen Stuntman Robbie Maddison gemanagt wird.

Valentin Guyonnet, Mitbegründer der E-Xplorer, blickt zufrieden auf die Saison und das Finalrennen. "Es war großartig, mit der Extreme E zusammenzuarbeiten. Die zwei Meisterschaften ergänzen sich, das hat dieses Wochenende gezeigt. Ich hoffe, dass das der Start von weiteren Kollaborationen (für uns) ist." Wie es mit der E-Xplorer im Jahr 2024 weitergeht, ist derzeit aber noch ungewiss. Die Meisterschaft will die Pläne für die nächste Saison "in den kommenden Wochen" bekannt geben.

Gesamtwertung & Ergebnisse: E-Xplorer Saison 2023

Pos. / Team Rennen 1:
Barcelona
Rennen 2:
Crans-Montana
Rennen 3:
Vollore-Montagne
Rennen 4:
Capo Teulada
Rennen 5:
Capo Teulada
Punkte
1: MIE 25 25 16 20 20 106
2: Gravity 8 13 25 25 25 96
3: MaddWill By IXS 10 16 20 16 16 78
4: EM Factory Team 20 11 11 10 10 62
5: SEVEN-EM Stewart Racing 11 20 8 11 11 61
6: PCR-e Performance Factory Sur Ron Team 16 10 10 8 8 52
7: Backyard Racing Lizcat Factory Team   9 9 13 13 44
8: FLAIR Riders EMX 9 8 7 9 9 42
9: Fanatics 13 7 13 7   40

 
Punktesystem: P1: 25 Punkte, P2: 20 Punkte, P3: 16 Punkte, P4: 13 Punkte, P5: 11 Punkte, P6: 10 Punkte, P7: 9 Punkte, P8: 8 Punkte, P9: 7 Punkte

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