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Mattias Ekström & Cupra EKS gewinnen ETCR-Saisonauftakt in Pau

Svenja König

Svenja König

EKS-ETCR-Pau

Mattias Ekström und Cupra EKS setzen ihre Dominanz in der vollelektrischen FIA ETCR fort. Beim Start in die zweite Saison der Tourenwagenserie konnte der Schwede eine weiße Weste wahren und sich zum König des Wochenendes auf dem Stadtkurs von Pau-Ville krönen. Teamkollege Adrien Tambay gewann das Finale in Pool Fast und sorgte somit für einen Cupra-Doppelsieg. Hyundai präsentierte sich ebenfalls mit starker Rennpace, auch wenn es noch nicht zum großen Coup reichte.

Cupra-Fahrer Gene verunfallt im Qualifying

Pool Fast

Nach einer zufälligen Auslosung in die Pools "Fast" und "Furios" eröffnete Luca Filippi (Romeo Ferraris) in der ersten Fahrergruppe das Qualifying. In diesem bekam jeder Fahrer zwei Versuche, eine 500-kW-Runde auf die Straßen von Pau zu setzen. Tom Blomqvist (Cupra) setzte die Bestzeit im ersten Quali-Run, der für das Endergebnis aber unbedeutend war, denn alle Fahrer konnten sich im zweiten Versuch verbessern. Maxime Martin (Romeo Ferraris), der nach einem Dreher die langsamste Zeit in der ersten Runde gesetzt hatte, setzte die erste Richtzeit, wurde bald darauf jedoch von Jean-Karl Vernay (Hyundai) mit einer 1:21.935 Minuten überboten. Nach ihm kamen nur noch die beiden Cupra-Fahrer Tambay und Blomqvist.

Pool Furious

Das erste Qualifying von Pool Furious war geprägt von einem Unfall von Jordi Gene (Cupra), der in der letzten Kurve die Bande erwischte. Er berichtete nach der Session, dass der Einschlag zunächst zwar klein gewesen sei, aber nichtsdestotrotz einen Aufhängungsschaden hervorgerufen habe. Somit war das Qualifying für ihn zu Ende.

Nach einer Pause, in der das Auto geborgen und die Barriere repariert wurde, kämpfte Kevin Ceccon (Hyundai) im zweiten Versuch mit einem ausbrechenden Heck. Giovanni Venturini (Romeo Ferraris) setzte im Romeo Ferraris eine zwischenzeitliche Bestmarke. Diese konnte nur noch von Mikel Azcona (Hyundai) und Mattias Ekström (Cupra) geschlagen werden, der seine Konkurrenz um eine halbe Sekunde abhängte.

Viertelfinale: Vernay disqualifiziert

Pool Fast

Im ersten Viertelfinale, welches wie gewohnt drei Runden umfasste, konnte sich Vernay (Hyundai) vor heimischem Publikum gegen Blomqvist und Landsmann Tambay (beide Cupra) durchsetzen. Der Hyundai-Pilot gewann den Start und konnte danach einen souveränen Vorsprung herausfahren, den beide Cupra-Neulinge trotz Nutzung des Power-Ups, welches kurzzeitig die Leistung auf 500 kW erhöht, nicht mehr wettmachen konnten. Kurz nach der Session wurde allerdings bekannt, dass Vernay zwischenzeitlich mit zu viel Leistung unterwegs war. Er wurde von der Session ausgeschlossen.

Den ersten tatsächlichen Zweikampf erlebten die Zuschauer:innen im zweiten Viertelfinale zwischen Martin (Romeo Ferraris) und Norbert Michelisz (Hyundai). Der Belgier entschied den Start für sich, musste sich aber das gesamte Rennen über gegen den Ungar verteidigen. Michelisz schaffte es es allerdings nicht, ein Manöver zu setzen. Filippi (Romeo Ferraris) wurde abgeschlagen Dritter.

Pool Furious

Vorjahres-Champion Ekström (Cupra) konnte sein Viertelfinale nach einer Berührung zwischen Azcona (Hyundai) und Venturini (Romeo Ferraris) souverän gewinnen. Der Schweizer rollte unmittelbar nach der Kollision aus und konnte sein Rennen somit nicht beenden, während Azcona nach einem Reifenwechsel mit einer Runde Rückstand ins Ziel kam.

Bruno Spengler (Romeo Ferraris) gewann den Start im zweiten Viertelfinale und setzte so den Grundstein, um 15 Meisterschaftspunkte gegen Gene (Cupra) und Ceccon (Hyundai) mit nach Hause zu nehmen. Trotz hartem Kampf schaffte es der Italiener Ceccon nicht, den Spanier zu überholen. Er musste sich so mit Platz 3 zufrieden geben.

Halbfinale: Rookies Michelisz, Tambay & Venturini siegen

Pool Fast

Gesitteter ging es in der ersten Session am Sonntagmorgen zu, als Tambay (Cupra) einen ungefährdeten Sieg gegen Markenkollegen Blomqvist einholte. Der Brite musste sich gegen Romeo-Ferraris-Pilot Martin zu Wehr setzen, sicherte aber Platz 2 ab.

Hyundai zeigte im zweiten Halbfinale seine Stärke: ETCR-Rookie Michelisz kam am Start am besten weg. Luca Filippi (Romeo Ferraris) konnte zu Beginn mit dem zweiten Hyundai - pilotiert von Jean-Karl Vernay - mithalten und sogar das erste Überholmanöver des Wochenendes gegen den Vizemeister vollführen. Er ging auf der Innenbahn von Kurve 2 vorbei; der Franzose konnte sich allerdings in der anschließenden Kurvenkombination revanchieren. Abseits der TV-Bilder kam es mutmaßlich zu einer Berührung zwischen den Kontrahenten, denn zu Filippi verlor im weiteren Verlauf des Rennens auf die Top 2. Vernay schloss noch auf seinen Markenkollegen Michelisz auf, der sich aber auf der Spitzenposition halten konnte.

Pool Furious

Im Pool Furious trafen zunächst Ekström (Cupra), Spengler (Romeo Ferraris) und Azcona (Hyundai) aufeinander. Während der Schwede sich erneut keine Blöße gab und gewann, lieferten sich der Kanadier und der Spanier das gesamte Rennen einen spannenden Zweikampf. Obwohl deutlich war, dass Azcona deutlich schneller als Spengler fahren konnte, schaffte er es nicht, den Kanadier zu überholen. Schlussendlich rettete dieser sich auf Platz 2 über den Zielstrich.

Giovanni Venturini bestätigte ein gutes Debüt in Pau mit einem Sieg in Halbfinale 2. Der Schweizer setzte sich knapp gegen Routinier Gene (Cupra) und Ceccon (Hyundai) durch und sammelte so 25 Meisterschaftspunkte in einem ereignislosen Rennen.

Finale: Ekström hält Azcona in Schach

Pool Fast

Adrien Tambay (Cupra) hatte sich mit seinem Sieg im Halbfinale die Pole-Position für das erste Finale gesichert. Diese konnte er auch beim Start verteidigen. Dahinter sortierten sich Tom Blomqvist (ebenfalls Cupra) und die beiden Romeo-Ferraris-Piloten Luca Filippi und Maxime Martin ein, gefolgt von Jean-Karl Vernay und Norbert Michelisz (beide Hyundai). Letzterer musste aus der Boxengasse starten und lag somit aussichtslos zurück. In Runde 2 gelang Martin ein markeninternes Überholmanöver gegen Filippi. Als Vernay ebenfalls am Italiener vorbeigehen wollte, kam es zur Berührung der beiden. Die Alfa Romeo Giulia von Filippi landete in der Mauer.

Die Rennleitung rief eine dauerhafte gelbe Flagge für den Bereich aus, ließ das Rennen aber normal weiterlaufen. Im Getümmel konnte Vernay, der Vizemeister von 2021, auch an Martin vorbeigehen. Zu Beginn von Runde 7 drehte der Belgier den Spieß allerdings auf der Start-/Zielgerade wieder um, wodurch er sein erstes ETCR-Podium besiegelte. Den Doppelsieg feierten allerdings die Cupra-Rookies Tambay und Blomqvist, die ein starkes Wochenende besiegelten.

Pool Furious

In der letzten Session des Tages verpasste Bruno Spengler (Romeo Ferraris) den Start, wodurch er in Zweikämpfe mit den Hyundai-Piloten Mikel Azcona und Kevin Ceccon involviert wurde. Der Spanier konnte auf der Start-/Zielgerade vorbeigehen und schloss wenig später zum Führenden Mattias Ekström (Cupra) auf. Die beiden ehemaligen Teamkollegen lieferten sich ein spannendes Duell über fünf Runden, bei dem sich Ekström keinen Fehler in der Verteidigung leistete. Azcona fand keinen Weg vorbei am Schweden. Mit einer weißen Weste gewann der ehemalige DTM-Champion alle Sessions des Wochenendes und sammelte 100 Meisterschaftspunkte.

"Das war ein gutes Wochenende, auch wenn ich zugeben muss, dass Mikel im Finale die bessere Pace hatte", sagt der "König des Wochenendes" Mattias Ekström. "Das war ein harter Kampf und ich durfte mir keinen Fehler erlauben. Ich bin sehr glücklich mit dem ganzen Team bei Cupra. Die Zusammenarbeit unter den Fahrern ist gut. Mit Tom und Adrien neu im Team ist das ein Traumstart für uns."

Auch andere im Fahrerlager bewerteten den Start der zweiten Saison der Elektroserie als gelungen. Alle Teams konnten beweisen, dass sie sich über die Winterpause weiterentwickelt haben und starke neue Fahrer verpflichten konnten. Trotz Power-up fiel es diesen jedoch schwer, auf dem engen Stadtkurs in Südfrankreich Überholmanöver zu setzen. Das nächste ETCR-Rennen findet in zwei Wochen auf der aus der Formel 1 bekannten Rennstrecke in Istanbul statt.

Die Fahrerwertung der FIA ETCR nach dem 1. Lauf in Pau

Position Fahrer Team Punkte
1 Mattias Ekström Cupra EKS 100
2 Adrien Tambay Cupra EKS 92
3 Tom Blomqvist Cupra EKS 79
4 Mikel Azcona Hyundai Motorsport N 72
5 Bruno Spengler Romeo Ferraris M1RA 61
6 Maxime Martin Romeo Ferraris M1RA 56
7 Jean-Karl Vernay Hyundai Motorsport N 45
8 Norbert Michelisz Hyundai Motorsport N 43
9 Jordi Gene Cupra EKS 35
10 Kevin Ceccon Hyundai Motorsport N 33
11 Giovanni Venturini Romeo Ferraris M1RA 29
12 Luca Filippi Romeo Ferraris M1RA 15

Die Teamwertung der FIA ETCR nach dem 1. Lauf in Pau

Position Team Punkte
1 Cupra EKS 192
2 Romeo Ferraris M1RA 117
3 Hyundai Motorsport N 117

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