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Fahrer über Roborace: "Hoffe, dass es nicht funktioniert"

Timo Pape

Timo Pape

Der Startschuss zur ersten autonom fahrenden Rennserie, Roborace, rückt immer näher. Vor kurzem berichteten wir bereits über die erste erfolgreiche Testfahrt der Prototypen. Für viele Motorsport-Puristen nähert sich damit allerdings auch eine potenzielle Bedrohung: Werden fehlerlose Maschinen den klassischen Rennsport mit menschlichen Piloten verdrängen? Hört man sich bei den Fahrern um, wie es 'RedBull.com' getan hat, sind die Meinungen relativ einheitlich.

Antonio Felix da Costa (Formel E, DTM)

"Mit Blick auf die Technologie, die bei Roborace zum Einsatz kommen wird, ist das schon unglaublich. Ich bin erst 24 Jahre alt, und meine Erinnerung reicht nicht so weit zurück. Aber wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass wir im Jahr 2016 über eine Rennserie ohne Fahrer reden, hätte ich ihn wohl ausgelacht. Ich denke, es wird extrem interessant, das erste Rennen zu sehen. Aber für mich schweben über dem Konzept noch einige Fragezeichen."

"Als Fahrer hoffe ich, dass es nicht funktioniert. Nicht, weil ich möchte, dass derart bahnbrechende Technologien versagen, sondern weil ich das Racing liebe. Die Idee, dass ein Computer meinen Platz einnehmen könnte, ist nicht sehr angenehm. Nebenbei bemerkt müsste ich mir dann einen neuen Job suchen."

Emanuele Pirro (5 Le-Mans-Siege)

"Autonom fahrende Autos sind ohne Zweifel der beste Weg, die Unfälle auf den Straßen zu reduzieren, denn die meisten passieren nach menschlichen Fehlern. Aber im Motorsport geht es um etwas anderes. Das ist ein Sport für echte Männer und Frauen. Sicherlich werden Roboter schneller fahren können und mehr Ausdauer haben. Aber ein Computer wird niemals die Emotionen eines Menschen kopieren können. Menschen machen den Sport unvorhersehbar."

Andy Priaulx (WEC)

"Roborace mag etwas für die datenverliebten Computernerds sein, aber nicht für mich. Ich werde mir ein Rennen ansehen und bin gespannt darauf, aber nicht mehr. Lasst mich euch einfach eine Frage stellen: Was haben die Leute in den 80ern an der Formel 1 geliebt - McLaren oder Ayrton Senna? Der Motorsport braucht Persönlichkeiten, Helden."

Timmy Hansen (Rallycross)

"Ich fühle mich bedroht - ich will meinen Job nicht an einen Computer verlieren. Roborace ist sicherlich interessant, aber es ist eher eine Herausforderung für Ingenieure als irgendetwas anderes. Eine Sportart braucht Athleten. Sie sind das Bindeglied zu den Fans. Wir haben Persönlichkeiten, wir gewinnen, machen Fehler und verlieren. Darum geht es doch im Kern. Würde ich gern gegen ein autonomes Auto fahren? Es könnte spannend sein, aber ich weiß nicht so recht. Du kannst das Auto ja nicht mal beschimpfen, wenn es dich von der Strecke schiebt."

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