E-Serien

Gründer Gill verrät Zukunftspläne für Juniorserie ACE Championship "1. Rennen beim Hyderabad E-Prix 2024"

Svenja König

Svenja König

Knapp zwei Monate ist es her, dass der ehemalige Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill sein neues Motorsportprojekt im Rahmen des Hyderabad E-Prix vorgestellt hat. Die ACE Championship ist als Rennserie für Nachwuchsfahrer:innen gedacht, die sich vor allem im elektrischen Motorsport etablieren wollen. Bei 'The Race' gibt Gill einen ersten Einblick, woran sein Team gerade arbeitet: Es entwirft ein Fahrzeug für die erste Saison, das beim Hyderabad E-Prix 2024 der Formel E erstmals ein Rennen bestreiten soll.

Als "ein Häkchen" auf dem Weg zum ersten Rennen bezeichnet der Inder Gill die offizielle Vorstellung der ACE Championship beim Hyderabad E-Prix im vergangenen Februar. Von diesen Häkchen habe er im nächsten Jahr aber noch einige zu setzen, um die neue Meisterschaft aufzubauen. Denn der Zeitplan sei eng getaktet.

"In zwölf Monaten wollen wir unser erstes Rennen in Hyderabad austragen. Dann wollen wir die Serie offiziell launchen", so Gill. Das bedeutet aber auch, dass die Fahrzeugentwicklung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden muss, denn im Herbst sollen bereits die ersten Testfahrten stattfinden. Dabei ist noch vollkommen offen, auf welcher Hardware der neue Rennwagen aufbauen soll.

Gill: "Würden gerne Gen2-Auto als Grundgerüst nutzen"

Bei der Vorstellung in Indien basierte das Demofahrzeug auf einem ausgemusterten Gen2-Chassis der Formel E. Gill bestätigte noch einmal, dass es auch weiterhin das Ziel sei, auf dem Gen2-Auto aufzubauen, dessen Hardware derzeit meist in Lagerhallen aufbewahrt würde. "Wenn es nach uns gehen würde, würden wir gerne auf diesem soliden Grundgerüst aufbauen. Denn das Gen2-Auto ist ein tolles Produkt. Aber es gehört zum einen der Formel E und zum anderen den Teams." Ob eine Übernahme möglich wäre, ist derzeit nicht bekannt.

Aber auch ohne die Hardware der Formel E wäre die ACE Championship für eine erste Saison bereit, meint Gill: "Wir sind finanziell gut aufgestellt und haben das Budget, um das Auto selbst zu bauen und die Serie anlaufen zu lassen", so der Seriengründer.

Naheliegend wären bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge Kooperationen mit Atieva EV, die zum Konzern Lucid gehören und Teile der Antriebstechnik für die Formel E herstellen, oder QEV Technologies. Die Spanier waren bereits Technischer Partner für das erste Testfahrzeug und haben ihre Expertise bereits in mehreren Rennserien erfolgreich eingebracht - beispielsweise bei Gills ehemaligem Team Mahindra in der Formel E oder als Fahrzeughersteller in der Rallycross-Serie RX2e.

Gemeinsame Rennen mit der Formel E, aber nicht als Rahmenserie geplant

Während das erste Rennen ebenso wie der Launch im Rahmen der Formel E stattfinden sollen, ist die ACE Championship nicht als Rahmenserie der Formel E geplant. Zwar laufen naheliegende Verhandlungen mit der FIA und der Formel E über gemeinsame Rennen, doch zunächst ist für die Serie 2024 eine lokale Asienmeisterschaft vorgesehen.

"Die Gespräche mit der FIA laufen, und wir würden gerne eine Verbindung zur Formel E haben, aber es wird einige Zeit dauern, um das zu schaffen." Gill geht allerdings davon aus, dass sich der Markt für vollelektrische Juniorserien stark verdichten wird. "Es wird viele andere geben, die genau das machen, was wir auch machen. Und während ich ihnen allen viel Erfolg wünsche, wird der Markt sehr eng, und wir müssen sicherstellen, dass wir eine authentische Organisation und Marke darstellen."

Preston: "Formel E braucht wieder eine Rahmenserie"

Das lässt erneut die Frage aufkochen, ob sich die Formel E nach dem Aus der Jaguar I-Pace eTrophy und der Formulino E wieder vermehrt um eine Rahmenserie bemühen sollte. "Ja", schreibt der ehemalige Techeetah-Teamchef Mark Preston in seiner Kolumne ebenfalls bei 'The Race'. Während die Formel E als eine von sieben FIA-Weltmeisterschaften genug Potenzial für Vorbilder im elektrischen Rennsport biete, verlaufe der Weg von Nachwuchstalenten noch immer über verbrennerbasierte Meisterschaften.

"Aus technischer Sicht unterscheiden sich Elektro-Rennwagen stark von ihren Pendants mit Verbrennungsmotor", führt Preston aus und spielt damit auf Leistungsobergrenzen und das Energiemanagement an. "Das Fahren dieser komplexen neuen Elektrofahrzeuge erfordert Erfahrung und Wissen über ihre Funktionsweise. Das zeigt sich auch in der Formel E, denn es kann einige Rennen dauern, bis sich ein neuer Fahrer auf dieses sehr andere Fahrzeuge eingestellt hat."

Eine elektrische Nachwuchsserie würde genau diese Fähigkeiten sowohl bei Fahrer:innen als auch Ingenieur:innen in den Vordergrund stellen und vor allem auch Nachwuchstalente abseits der traditionell motorsportbegeisterten Familien anziehen, so Preston.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 9.