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Johan Kristoffersson feiert 6. Rallycross-WM-Titel in Hongkong, Kevin Hansen nach Sieg Vizechampion

Svenja König

Svenja König

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Johan Kristoffersson ist zum sechsten Mal Rallycross-Weltmeister. Beim finalen Rennwochenende der World RX in Hongkong reichte dem Schweden am Samstag der Einzug ins Finale zum Titelgewinn. Er rundete eine dominante Saison am Sonntag mit einem Sieg vor Teamkollege Ole Christian Veiby und dem Überraschungsdritten Patrick O'Donovan ab, der erst einen Tag zuvor sein Debüt in der Weltmeisterschaft gefeiert hatte. Das Samstagsrennen gewann Kevin Hansen vor Niclas Grönholm und Timo Scheider.

Zum ersten Mal in ihrer neunjährigen Geschichte trug die Rallycross-Weltmeisterschaft an diesem Wochenende ein Asienrennen aus. Gastgeber war die Metropole Hongkong, wo ein enger Stadtkurs direkt am Pier mit Blick auf Hochhäuser, Riesenrad und Meer aufgebaut wurde, was für starke Bilder in der Übertragung sorgte. Mit dabei waren außerdem zwei neue Fahrer:innen: Mikaela Ahlin-Kottulinsky und RX1-Pilot Patrick O'Donovan.

Im Regen taten sich in den ersten Sessions des Renntages vor allem Fahrer mit Rallye-Erfahrung wie Ole Christian Veiby leichter, die Ideallinie auf der für alle Pilot:innen neuen Strecke zu finden. Doch im weiteren Verlauf der Heat-Läufe kämpften am Samstag drei andere Piloten um die Toppositionen.

Nach einem Plattfuß im Qualifying meldete sich Kevin Hansen mit einem Sieg vor Kristoffersson im ersten Heat zurück. Dieser lieferte sich in Heat 2 einen starken Kampf mit dem Finnen Niclas Grönholm, den der Finne allerdings für sich entscheiden konnte. Neben ihnen qualifizierten sich Timo Scheider, Klara Andersson und der angesprochene Veiby für das Finale.

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Hansen feiert ersten Saisonsieg bei Grönholm-Aufholjagd

Aufgrund der besonders engen ersten Kurve konnte bis zum Finale kein Fahrer die Pole-Position eines Rennens tatsächlich nutzen. Doch Hansen verschaffte sich etwas Platz, um ausholen zu können, und bestritt das Rennen von vorn. Dahinter sortierten sich Kristoffersson, Veiby, Scheider und dann erst Grönholm ein, der trotz guter Reaktionszeit nur langsam vom Fleck kam. Einmal in Bewegung startete er eine beeindruckende Aufholjagd mit früher Joker-Lap und starken Rundenzeiten. So überholte er Veiby und Scheider und lag zwischenzeitlich auf Platz 3, wobei ein Angriff auf Kristoffersson aussichtslos erschien.

Denn dieser lieferte sich ein eigenes Duell mit Kevin Hansen. Beim Versuch, Kevin Hansen unter Druck zu setzen, ging der neue und alte Weltmeister in der vorletzten Rennrunde in die Joker-Lap. Gerade wieder auf die Strecke abgebogen, blieb er liegen, was das Rennen vorzeitig entschied. Kevin Hansen feierte ausgelassen seinen ersten Saisonsieg und dritten WRX-Triumph überhaupt. Grönholm und Scheider profitierten vom Aus des KMS-Piloten und erbten die verbliebenen Podiumsplatzierungen.

Pos. Fahrer:in Team Zeit
1 Kevin Hansen Hansen World RX Team 3:17.820 min
2 Niclas Grönholm Construction Equipment Dealerteam +2.290 s
3 Timo Scheider All-inkl.com Münnich Motorsport +3.276 s
4 Ole Christian Veiby Kristoffersson Motorsport +4.818 s
5 Klara Andersson Construction Equipment Dealerteam +6.526 s
6 Johan Kristoffersson Kristoffersson Motorsport +21.893 s

 

Kristoffersson am Sonntag zurück auf der Überholspur

Sichtlich von seinem Sieg am Vortag getragen, schien es am Sonntag bei blauem Himmel und Sonnenschein genauso weiterzugehen. Doch beim Start von Heat 2 wendete sich das Blatt, und Kristoffersson fand zu seiner weltmeisterlichen Form zurück: Er ging auf wundersame Weise in Führung, während die Konkurrenz im Chaos der ersten Kurve verschluckt wurde und nicht mehr aufholen konnte.

Dieses Drama für Kevin Hansen wiederholte sich im Halbfinale, weshalb der Samstagssieger als Vierter ausschied. Im Finale bewies Kristoffersson noch einmal, warum er zurecht Weltmeister der Saison 2023 ist. Als alle Fahrer:innen in der ersten Kurve mit der gewässerten Strecke kämpften, verteidigte er auf der Ideallinie seine Pole-Position und fuhr im weiteren Verlauf des Rennens unangefochten an der Spitze fünf Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen heraus.

"Ich bin sehr glücklich, dass ich vor so vielen Fans eine Show abziehen konnte", sagt Kristoffersson. "Es war fantastisch, hierher zu kommen, und nach dem enttäuschenden Finale gestern war es großartig, heute den Sieg zu feiern. Ich kann meinem Team gar nicht genug für die vielen Anstrengungen danken. Sie arbeiten jede wache Stunde und opfern Zeit mit ihren Familien, um uns das bestmögliche Auto zu geben. Es ist fantastisch, sie auf diese Weise zu belohnen."

Auf Platz 3 kam Patrick O'Donovan, der sich mit einer cleveren Linie aus dem Gedrängel rausgehalten hatte. Es folgten Andersson, Hansen und Grönholm, der erneut Probleme beim Start hatte. Klara Andersson wurde nach der Joker-Lap von beiden Fahrern überholt, aber O'Donovan konnte seinen dritten Platz bei der Ausfahrt um Millimeter gegen den Weltmeister von 2019 verteidigen und rettete ihn über eine Runde ins Ziel. Der 19-Jährige stand somit in seinem zweiten WRX-Rennen neben den zwei KMS-Fahrern auf dem Podest. Mit Platz 5 konnte Grönholm nicht genug Punkte auf Kevin Hansen gutmachen, um ihm die Vizemeisterschaft noch zu entreißen.

Pos. Fahrer:in Team Zeit
1 Johan Kristoffersson Kristoffersson Motorsport 3:09.300 min
2 Ole Christian Veiby Kristoffersson Motorsport +3.641 s
3 Patrick O'Donovan Hansen World RX Team +4.599 s
4 Timmy Hansen Hansen World RX Team +4.939 s
5 Niclas Grönholm Construction Equipment Dealerteam +6.218 s
6 Klara Andersson Construction Equipment Dealerteam +6.980 s

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