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Laurent Pellier gewinnt ADAC Opel e-Rally Cup 2021, Hersteller fordern elektrische Rallye-Klasse in FIA-Pyramide

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Der Meister des ersten ADAC Opel e-Rally Cup heißt Laurent Pellier. Dank einer beeindruckenden Erfolgsserie stand der Franzose bereits vor dem Saisonfinale bei der AvD Sachsen-Rallye als Champion fest. Gesamtzweiter wurde der Deutsche Max Reiter, Platz 3 sicherte sich erst in der letzten Wertungsprüfung Timo van der Marel.

Pellier gewann im Verlauf der Saison zusammen mit seinen Beifahrer:innen alle (!) Veranstaltungen, bei denen er antrat. Einzig bei der vorletzten Kalenderstation, der Drei-Städte-Rallye im niederbayrischen Landkreis Freyung-Grafenau, musste der 26-Jährige dem späteren Vizemeister-Duo Max Reiter/Lina Meter das Feld überlassen. Pellier verzichtete dort auf eine Teilnahme.

"Es ist ein fantastisches Gefühl, der erste Champion eines elektrischen Rallye-Cups zu sein", sagte Pellier bereits Anfang Oktober nach der ADAC Rallye Wartburg, als er den Titelgewinn vorzeitig klarmachte. "Ich freue mich riesig, dass es geklappt hat, und danke meinem Team und meinen drei diesjährigen Beifahrern für ihre fantastische Arbeit!"

"Ich denke, zu Beginn hatten wir einen Vorteil. Die anderen haben uns wohl als diejenigen gesehen, die es zu schlagen gilt, und vielleicht hier und da zu sehr attackiert. Mein Stil ist es, das Auto rollen zu lassen, eher sanft und nicht zu aggressiv zu fahren", verrät Pellier. "Mit der Zeit haben die anderen ihren Stil adaptiert. Vermutlich ist dies der Grund, warum es im Cup immer enger wurde. Es macht jedenfalls riesigen Spaß!"

Im ADAC Opel e-Rally Cup starten alle Teilnehmer:innen mit einer überarbeiteten Version des Opel Corsa-e. Beim Saisonauftakt mit den 100 kW (136 PS) starken Boliden trat unter anderem der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider als Gaststarter an.

Im Kampf um die Vizemeisterschaft setzte sich der 21-jährige Max Reiter durch. Gemeinsam mit seiner Beifahrerin Lina Meter sammelte er im Saisonverlauf sechs Podien bei sieben Events. Pellier blieb für den Saarländer jedoch unerreichbar.

Die Entscheidung über Gesamtrang 3 fiel erst in der letzten Wertungsprüfung der Saison: Dank der Bonuspunkte für die sogenannte Power-Stage setzten sich die Niederländer Timo van der Marel/Erwin Berkhof knapp gegen Luca Waldherr/Claudia Maier durch. Am Ende trennte die Duos nur ein Punkt.

Opels Motorsportdirektor Jörg Schrott zieht ein positives Fazit zur Debütsaison des elektrischen Rallye-Markenpokals: "Gemeinsam mit unseren Partnern ADAC und eLoaded haben wir bewiesen, dass elektrischer Rallyesport funktioniert", so Schrott.

"Der Wettbewerb war spannend, die Performance unseres Corsa-e Rally überzeugend. Wir hatten starke Teams im Cup, die den neuen Weg mit Einsatz und Enthusiasmus mit uns gegangen sind und uns bei dieser Pionierleistung unterstützt haben. Im Laufe der Saison haben wir viel gelernt. Diese Erkenntnisse werden wir über den Winter umsetzen."

Endstand des ADAC Opel e-Rally Cup 2021 (Top 5)

Nr. Fahrer Team Punkte
#10 Laurent Pellier Sainteloc Junior Team 239 Punkte
#12 Max Reiter ADAC Saarland e.V. 174 Punkte
#6 Timo van der Marel   156 Punkte
#11 Luca Waldherr Team Opel Austria 155 Punkte
#4 Alexander Kattenbach ADAC Hessen-Thüringen e.V. 125 Punkte

Opel & Renault fordern Elektro-Klasse für Rallye-Pyramide der FIA

Neben einem eigenen Markenpokal möchte Opel künftig auch auf die internationale Rallye-Bühne zurückkehren. Laut einem Bericht von 'DirtFish' sei die Marke aus dem Stellantis-Konzern daran interessiert, künftig eine elektrische Fahrzeugkategorie in der Rallye-Pyramide der FIA zu schaffen.

"Es ist wichtig, dass wir ein internationales eRally5-Regelwerk bekommen, um zukünftig Möglichkeiten für die Teilnehmer im Corsa-e zu schaffen", so Schrott. "Wir haben dieses Konzept mehrfach der FIA präsentiert, und es gibt großes Interesse."

Opel schließt sich somit einer erst vor wenigen Wochen geäußerten Forderung von Renault an, die sich ebenfalls für die Schaffung eines elektrischen Pendants zur Rally5-Kategorie, der niedrigsten Stufe der FIA-Pyramide, aussprachen. Renaults Kundenmotorsport-Chef Benoit Nogier sei "überzeugt davon, dass das die Zukunft ist", mahnte jedoch die dafür nötige Einbindung der Fans an.

Bislang sind die Rallye-Versionen des Corsa-e mehrere Sekunden pro Kilometer langsamer als Rally5-Fahrzeuge - und auch der Sound der Fahrzeuge stieß vor allem bei der e-Rally-Cup-Veranstaltung in Tschechien auf Kritik. Im Internet kursierten anschließend Videos von Buhrufen, während die elektrischen Fahrzeuge Wegpunkte passierten.

"Wir sind uns (der Kritik) bewusst und arbeiten schon an einem Soundsystem, das die Autos der zweiten Generation ein bisschen lauter macht", verrät Opel-Motorsportboss Schrott. "Wenn das Auto laut ist, ist es in der Wahrnehmung der Zuschauer schnell. Wir glauben aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Fahrer sind jedenfalls alle zufrieden mit der Performance des Fahrzeugs."

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