E-Serien

Allradantrieb, Batteriewechsel, 1.000 PS: DTM bekommt ab 2023 neue Elektro-Rahmenserie

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Mehr als ein Jahr wurde über die Details verhandelt, nun ist es offiziell: Ab 2023 trägt die DTM - zumindest in einer neuen Rahmenserie - die ersten Rennen mit vollelektrischen Tourenwagen aus. Zum Konzept des am Freitagvormittag präsentierten Projekts "DTM Electric" gehören unter anderem 1.000 PS starke Fahrzeuge, Sprintrennen und automatisierte Batteriewechsel.

Bereits 2019 berichteten wir über die elektrische Konzeptstudie der DTM. Die "DTM Electric" ist als eigenständige Serie konzipiert, die künftig neben der DTM, DTM Trophy, DTM Classic und DTM Esports eine von fünf Säulen der DTM-Plattform bilden soll. Der Plan für die Support-Serie umfasst nach Angaben des Veranstalters Sprintrennen mit einer Dauer von rund 30 Minuten und die Möglichkeit automatisierter Batteriewechsel während eines verpflichtenden Boxenstopps.

Bereits im kommenden Jahr soll unter der Obhut von Technologie-Partner Schaeffler ein erster "DTM Electric"-Prototyp entwickelt werden. Die ehemaligen DTM-Meister Hans-Joachim Stuck und Timo Scheider absolvierten neben der Formel-3-Pilotin Sophia Flörsch sowie Formel-E-Fahrer Daniel Abt vor dem diesjährigen DTM-Finale in Hockenheim zudem eine erste "Jungfernfahrt" mit einem Demo-Fahrzeug.

Die technologischen Zielsetzungen für die DTM Electric sind ambitioniert: Die Spitzenleistung der Fahrzeuge soll sich mit mehr als 1.000 PS (735 kW) etwa auf dem Niveau der Formel 1 bewegen. Alle Boliden sollen von vier Elektromotoren angetrieben werden, die die Leistung auf alle vier Räder verteilen. Geplant sind außerdem verpflichtende Boxenstopps, bei denen die Batterien ausgetauscht werden sollen.

Berger: "Wollen auch die klassischen Motorsportfans begeistern"

"Gemeinsam mit Schaeffler, unserem ersten strategischen Partner, wollen wir die DTM-Plattform in eine erfolgreiche Zukunft führen", erklärt Serienchef Gerhard Berger. "Unser Ziel ist es, in der DTM Electric nicht nur den neuesten Stand der Technik zu zeigen, sondern auch zentrale Innovationen auf die Rennstrecke zu bringen, die spektakuläres Racing ermöglichen. So wollen wir auch die klassischen Motosportfans für Zukunftstechnologien gewinnen und sie mit attraktivem Rennsport begeistern."

Insbesondere der vorgesehene Batteriewechsel stieß in der Vergangenheit auf Kritik. Zwar spielte auch die Formel E vor ihrer ersten Saison anstelle der inzwischen abgeschafften Fahrzeugwechsel mit der Idee eines Batterietauschs beim Boxenstopp. Die Idee wurde aus Sicherheitsgründen jedoch verworfen. Formel-E-Pilot Lucas di Grassi merkte im letzten Jahr zudem die möglicherweise hohen Kosten der Batteriewechsel-Infrastruktur an. Wie teuer die automatisierten Batterie-Stopps der DTM Electric werden könnten, ist bislang nicht öfferntlich bekannt.

DTM-Hauptserie bleibt zunächst bei GT3-Fahrzeugen

"Wir freuen uns auf die Partnerschaft", verkündet derweil Schafflers Automobil-Vorstand Matthias Zink. "Unsere E-Antriebstechnologien sorgen bereits seit 2014 in der Formel E für Siege und kommen mittlerweile auch in Serienfahrzeugen zum Einsatz. Die Partnerschaft mit der DTM und in der vollelektrischen Zukunftsserie belegen, dass Schaeffler als verlässlicher Technologiepartner die E-Mobilität mitgestaltet."

Die DTM-Hauptserie wird vorerst nicht auf elektrische Antriebe umstellen. Ab 2021 sollen in der Tourenwagen-Kategorie stattdessen Fahrzeuge aus dem GT3-Reglement eingesetzt werden, die die bisherigen Class-1-Autos ablösen. Im Rahmen von Showruns vor den DTM-Rennen könnten die DTM-Electric-Boliden womöglich auch schon im nächsten Jahr zum Einsatz kommen. Das erste offizielle Elektro-Rennen ist für die Saison 2023 geplant.

Fotos: DTM / Hoch Zwei

Im Video: Die Präsentation der DTM Electric

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