E-Serien

Porsche-Motorsportchef wirbt für Elektro-Serien: "Wollen an der Spitze neuer Entwicklungen stehen"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Porsche-Motorsport-Thomas-Laudenbach-Hugo-Boss

Seit zwei Jahren fährt Porsche in der Formel E. Mit dem "Mission R" präsentierte das Unternehmen im Herbst zudem einen ersten Elektro-Prototypen für den Kundenmotorsport. Während sich andere Marken vorrangig auf die neue Hybrid-Klasse in der WEC/IMSA konzentrieren, will Porsche in der absehbaren Zukunft auch auf vollelektrische Meisterschaften setzen. Geht es nach Motorsportchef Thomas Laudenbach, werden elektrische Rennkategorien für die Marke künftig immer relevanter.

Im "Inside E"-Firmenpodcast von Porsche erklärt der Deutsche seine langfristige Vision für den Rennsport. Sein primäres Ziel sei, dass "Motorsport für Porsche relevant bleibt".

"Vor allem für eine Firma wie Porsche sollte Motorsport ein Bestandteil der DNA bleiben", findet Laudenbach. "Ich möchte, dass wir in zehn Jahren zurückblicken und sagen können: Rennsport gehört immer noch dazu, ist ein Teil der Marke, und bringt uns einen Vorteil. Das ist das Ziel, auf das wir hinarbeiten. Wir möchten neue Technologien vorantreiben und für die Automobilindustrie relevant bleiben. Daher müssen wir diesen Übergang einleiten."

Der in Santiago de Chile geborene Diplomingenieur kam 1998 zu Porsche, um Antriebsstränge im Motorsport zu entwickeln. Nach sieben Jahren als Entwicklungsleiter von Hochvolt-Energiespeichern bei Audi kehrte er 2020 zu Porsche zurück, um sich auf die Elektrifizierung von Motorsportantrieben zu fokussieren. Im Oktober 2021 übernahm er schließlich die Leitung von Porsche Motorsport von Fritz Enzinger.

Laudenbach stellt sich an die Spitze des industriellen Umbruchs. "Wir wollen nicht 'auf der Welle mitreiten', sondern sie (aktiv) antreiben. Die Formel E ist dafür momentan die kompetitivste Serie, aber mit dem Mission R haben wir auch ein starkes Commitment zu neuen Technologien, Elektrifizierung und Nachhaltigkeit in unserem Sport gegeben", so der 53-Jährige.

"Wir wollen die Ersten sein, die das vorantreiben und Elektrifizierung in den Spitzen- und Kundensport bringen. Denn auf diese Art und Weise können wir auch dafür sorgen, dass sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln. Die ersten Schritte dafür wurden schon unternommen, aber auf uns kommen noch einige Herausforderungen zu."

Bekenntnis zu LMDh & Formel E, "schauen uns aber auch andere Serien an"

Zu diesen zählt neben vollelektrischen Serien aber auch - genau wie bei zahlreichen anderen Herstellern - ein neues Hybridprojekt in Le Mans und Daytona. Dem neuen LMDh-Regelwerk der WEC- und IMSA-Serien haben sich inzwischen sechs Konstrukteure verschrieben. Hinzu kommen fünf Werkseinsätze von Peugeot, ByKolles, Ferrari, Glickenhaus und Toyota mit LMH-Boliden.

"Wir wollen dort wieder um Siege kämpfen", erzählt Laudenbach über das renommierte 24-Stunden-Rennen an der Sarthe, "aber dieses Mal in einem komplett anderen regulativen Umfeld als zuletzt (mit einem LMP1-Einsatz). Der Zeitplan in der LMDh-Vorbereitung ist sehr eng getaktet. " So wollte Porsche vor Weihnachten noch einen ersten Roll-out mit dem Auto absolvieren.

Neben der Formel E und LMDh sind für Laudenbach auch werksseitige Engagements in anderen Rennserien grundsätzlich denkbar. Kategorien wie die FIA Electric GT oder DTM Electric haben für ihn jedoch noch keine Priorität: "Wir schauen uns viele Meisterschaften an, um zu evaluieren, was interessant für uns sein könnte", erklärt er. "Das machen wir aber vor allem, um einen Überblick zu behalten und später zu bewerten, ob wir einsteigen."

Vorerst werde Porsche mindestens der LMDh und Formel E treu bleiben. Das Engagement in der Elektroformel endet nach aktuellem Stand im Anschluss an die zehnte Saison (2024/25), könnte anschließend jedoch verlängert werden. In der LMDh geht Porsche erstmals ab 2023 an den Start.

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