E-Serien

Schaeffler präsentiert Sound der DTM Electric auf dem Red-Bull-Ring

Svenja König

Svenja König

DTM-Electric-Sound-Generation

Die DTM Electric und Technologiepartner Schaeffler haben beim siebten und damit vorletzten Rennwochenende der Saison 2022 den Sound der elektrischen Rennwagen präsentiert, die ab 2024 im Rahmen der vollelektrischen Rahmenserie "DTM Electric" zum Einsatz kommen sollen. Schaeffler-Markenbotschafterin und DTM-Pilotin Sophia Flörsch drehte in diesem Rahmen einige Runden im Demo-Fahrzeug auf dem Red-Bull-Ring.

"Kraftvolle Bässe, ein tiefes Wummern und dennoch ein bisschen futuristisch", so beschreibt der fränkische Automobilzulieferer in seiner Pressemitteilung den Sound der neuen Elektrorenner. Erzeugt wird dieser mit Hilfe einer Klangsynthese-Software, für das ein eigenes Soundprofil entwickelt wurde, welches möglichst nah an den Sound des Elektromotors angelehnt wurde. Fahrzeugdaten wie Drehzahl, Motorlast und Bremsdruck werden in Echtzeit in das System eingespeist, welches dann im zweiten Schritt Tonhöhe und Schallpegel an die jeweilige Fahrzeugsituation anpasst.

"Wir entwickeln den Auto-Sound der Zukunft und beim DTM Electric Sound-Run kann man jetzt schon hören, dass auch elektrischer Motorsport Emotionen pur erzeugt", sagt Jochen Schröder, Leiter des Unternehmensbereichs E-Mobilität von Schaeffler. "Vielmehr haben wir den Klang ganz nah an der Physik eines E-Motors entwickelt, nur eben cooler. Die DTM Electric soll weder einen typischen Verbrenner nachahmen, noch wie Science-Fiction klingen."

Lautsprecher werden zur Übertragung des erzeugten Sounds übrigens nicht benötigt. Die Schallwellen werden über Spulen im Fahrzeug weitergegeben, die die Karosserie zum Schwingen bringen und den Sound somit für Zuschauer:innen an der Rennstrecke hörbar machen.

Motorsport als Entwicklungsplattform für Serienfahrzeuge

Nach Verschiebung des Debüts der neuen elektrischen Tourenwagenserie wird die Software im Motorsport nach aktuellen Planungen frühestens 2024 eingesetzt werden. In der Zwischenzeit will Schaeffler die gewonnen Erkenntnisse und das entwickelte Tool auch für Serienfahrzeuge anbieten. Denn in der EU müssen alle neuen Hybrid- und Elektroautos bei niedrigen Geschwindigkeiten und beim Rückwärtsfahren ein Geräusch von sich geben, um Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern zu verhindern. Hier soll mittels Klangsynthese ein authentisches Fahrzeuggeräusch mit ähnlichem Abgrenzungspotenzial wie ein Verbrennungsmotor erzeugt werden.

"Beim aktiven Sounddesign erarbeiten wir gemeinsam mit dem Kunden, wie sich das Fahrzeug nach außen anhören soll und entwickeln anschließend die Hard- und Software, um genau diesen Klang über Schwingungen der Karosserie zu erzeugen", so Schröder.

Mit der Elektro-DTM hat sich die DTM-Dachgesellschaft ITR mit ihren Technologiepartnern Mahle und Schaeffler ambitionierte Ziele gesetzt. Diese sollen über eine Leistung von etwa 950 kW (1.300 PS) verfügen - das entspricht etwa der doppelten Leistung der bislang leistungsstärksten Tourenwagen, die in der FIA ETCR verwendet werden - und Schnellladetechnik aktiv in das Rennwochenende integrieren. Kritikpunkte sind bisher vor allem die Finanzierung und aufgrund von eingeschränkter Fahrzeugentwicklung die Möglichkeiten, Hersteller für die Serie zu begeistern.

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