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Titelentscheidung in Südfrankreich: Vorschau auf das Saisonfinale der Pure ETCR in Pau-Arnos

Svenja König

Svenja König

Pure-ETCR-Final-Pau

Nach vier Rennwochenenden in Italien, Spanien, Dänemark und Ungarn wird die Pure ETCR an diesem Wochenende in Pau-Arnos (Frankreich) ihren ersten Meister küren. Fünf Fahrer haben noch mathematische Chancen, der erste Champion zu werden. Wir haben wie gewohnt alle wichtigen Informationen vor dem Rennwochenende in unserer Vorschau zusammengefasst.

Aktuell hat der ehemalige DTM-Champion Mattias Ekström die besten Chancen auf die Meisterschaft in der Pure ETCR. Gegen ihn kämpfen seine Cupra-Markenkollegen Jordi Gene und Mikel Azcona sowie der Hyundai-Pilot Jean-Karl Vernay. Außenseiterchancen hat zudem Romeo-Ferraris-Pilot Rodrigo Baptista. Der italienische Rennstall wird in Pau-Arnos erstmals mit einer nachhaltig hergestellten Karosserie auf die Strecke gehen.

Strecke: Highspeed in Pau-Arnos

Ursprünglich sollte das Finale der Pure ETCR auf der Inje-Rennstrecke in der Heimat von Hyundai (Südkorea) stattfinden. Im Laufe der ersten Saison verkündete die Serie allerdings, dass man coronabedingt nach Frankreich, genauer gesagt Pau-Arnos, ausweichen müsse. Die Strecke war gegenüber dem elektrischen Motorsport schon immer offen und hat als einer der ersten Kurse weltweit feste Ladesäulen für Elektroautos installiert. Pau-Arnos war zudem lange Zeit das Hauptquartier der EPCS (früher: Electric GT).

Die ETCR wird ihre Rennen in Pau-Arnos im Rahmen des Tourenwagen-Weltcups WTCR ausfahren. Die Strecke ist insgesamt 3,030 Kilometer lang, umfasst 13 Kurven und bietet mehrere längere Geraden, auf denen mit dem Einsatz eines Power-ups überholt werden kann.

Rechenspiele: So schaffen es Ekström & Co. zum Pure-ETCR-Titel

Der Außenseiter: Rodrigo Baptista (Romeo Ferraris, 197 Punkte)

Rodrigo Baptista ist der Meisterschaftskandidat mit dem größten Rückstand auf Mattias Ekström. In der Gesamtwertung steht er aktuell bei 197 Punkten und hat somit 76 Zähler Rückstand auf den zweimaligen DTM-Champion. Die maximale Punktzahl, die ein Fahrer pro Wochenende holen kann, beträgt 77 Punkte. Das bedeutet für die Meisterschaftsambitionen des Brasilianers, dass er nicht mehr Meister werden kann, wenn Ekström in einem Battle punktet.

"Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, am Ende im Meisterschaftskampf involviert zu sein. So wirklich habe ich das erst letzte Woche realisiert", sagt Baptista. "Aber ich werde mich nicht groß um die Mathematik kümmern, sondern meinen Job machen und versuchen, 'König des Wochenendes' zu werden."

Der Routinier: Jordi Gene (Cupra, 212 Punkte)

Etwas besser sieht es für Jordi Gene aus: Sollte dem Spanier ein Durchmarsch am Wochenende gelingen, hätte er, wenn Ekström keine Punkte holt, sogar 16 Zähler Vorsprung auf den Schweden. Sollte Ekström jedoch im Finale mindestens Sechster werden oder in einer anderen Session punkten, schafft Gene den Titelgewinn gegen seinen Markenkollegen auch mit der maximalen Punktzahl nicht.

"Ich bin sehr zufrieden, wie die Saison verlaufen ist", sagt Gene vor dem Finale. "Ich hatte etwas Pech mit der Gruppeneinteilung, da ich nahezu immer mit den Toppiloten von Romeo Ferraris und Hyundai eingeteilt war. Ich habe daher versucht, eher clever als angriffslustig zu sein."

Der junge Wilde: Mikel Azcona (Cupra, 238 Punkte)

Mikel Azcona liegt aktuell auf Platz 3 der Pure-ETCR-Gesamtwertung. Da Azcona und Ekström dasselbe Auto besetzen, treten sie auf jeden Fall in unterschiedlichen Fahrergruppen an. Azcona müsste in Frankreich 35 Punkte gegen den Schweden gutmachen, um den Titel zu gewinnen. Das bedeutet: Siegen Ekström und Azcona in ihren jeweiligen Battles 1 und 2, ist der Spanier darauf angewiesen, dass Ekström das Finale nicht besser als auf Position 6 beendet.

Denn in diesem Fall wären die beiden Markenkollegen punktgleich. Entscheidend wäre dann die Anzahl der ersten Plätze - und Azcona würde dank seiner zwei Siege in Italien und Ungarn vor Ekström (ein Sieg in Spanien) den Titel gewinnen. Ein Punktgleichstand ergibt sich übrigens auch, wenn Ekström sein erstes Battle verliert, das zweite gewinnt und im Finale Fünfter wird.

"Es wird definitiv ein Cupra", ist sich Azcona sicher. "Es ist komisch, gegen jemanden zu kämpfen, gegen den man in der ganzen Saison nicht angetreten ist. Da wir uns ein Auto teilen, können wir nicht im selben Pool sein. Auf der anderen Seite ist es so, dass es mich, wenn er ein Problem mit dem Auto hat, ebenfalls betrifft."

Der ewige Rivale: Jean-Karl Vernay (Hyundai, 244 Punkte)

Die besten Chancen, Mattias Ekström die Meisterschaft streitig zu machen, hat zweifelsohne Jean-Karl Vernay. Er hat aktuell 29 Punkte Rückstand in der Gesamtwertung. Selbst wenn beide im selben Pool wären, würde ihm ein reiner Durchmarsch nicht zum Titel reichen. Je nach Ausgang der ersten Battles darf Ekström aus Vernays Perspektive im Finale nicht besser als Rang 4 werden.

"Wenn ich am Samstag viel aufholen kann, glaube ich, dass der Kampf noch einmal richtig losgeht. Natürlich hoffe ich, dass es am Ende für uns reicht, aber man muss auch sagen, dass Cupra verdienter Meister wäre. Sie waren seit Tag 1 in Vallelunga vorn."

Der Topfavorit: Mattias Ekström (Cupra, 273 Punkte)

Mattias Ekström hat sich durch seine Vielseitigkeit in zahlreichen Rennserien einen Namen gemacht. Nicht zuletzt seine Nervenstärke zum Ende einer Saison haben ihm mehrere Titel in der DTM und Rallyecross-Weltmeisterschaft eingebracht. Wichtig für ihn wird es an diesem Wochenende sein, in allen Sessions konstant zu punkten: Mit 30 Zählern Vorsprung ist der Cupra-Pilot nicht gezwungen, unnötige Risiken einzugehen. Unabhängig von seinen Konkurrenten würden ihm ausschließlich zweite Plätze in den Battles zum Titel genügen.

"Die Konkurrenz ist definitiv über das Jahr hinweg stärker geworden. Ich würde mein Geld auf Cupra setzen, aber wenn Philipp Eng eine ganze Saison gefahren wäre, würden bestimmt sechs Fahrer um die Meisterschaft kämpfen", so der Schwede.

Zeitplan für das Pure-ETCR-Finale in Pau-Arnos

Wie üblich finden die Sessions des Pure-ETCR-Wochenende an mehreren Tagen statt. Bereits am Freitag beginnen die ersten Battles in den A- und B-Pools, ehe am Samstag die Entscheidung über die Startpositionen für das Finale fällt. Die Superfinals in den Fahrergruppen finden sonntags statt.

Freitag:

Uhrzeit Session
14:05 Pool A - Runde 1
16:45 Pool B - Runde 1

Samstag:

Uhrzeit Session
09:05 Pool A - Runde 2
12:05 Pool B - Runde 2
15:00 Pool A - Zeitfahren
17:30 Pool B - Zeitfahren

Sonntag:

Uhrzeit Session
15:00 Pool A - Finale
18:00 Pool B - Finale

TV & Livestreams:

Die Rennen der Pure ETCR werden auch an diesem Wochenende nicht im Free-TV übertragen. Das Finale ist am Samstag ab 16:30 Uhr bei Eurosport 2 und im Eurosport Player zu sehen. Dort werden auch alle übrigen Sessions übertragen. Das erste Finale wird wie gewohnt nicht live übertragen, sondern als Re-Live vor dem zweiten Finale am Nachmittag ausgestrahlt.

Bis auf die Finalläufe überträgt die Pure ETCR wie gewohnt alle Sessions auf YouTube. Voraussichtlich wird die Elektroserie ihre Sessions auch bei Twitch streamen. Eröffnet wird das Rennwochenende wie gewohnt durch eine Los-Session, welche die Gruppen und Startpositionen für die Battles bestimmt. Diese findet um 18:30 Uhr am Donnerstag statt und wird ebenfalls bei YouTube übertragen.

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