MotoE-Motorrad-Misano-2019

FIM Enel MotoE World Cup

Seit 2019 finden mit dem "FIM Enel MotoE World Cup" im Rahmenprogramm der MotoGP auch elektrische Zweirad-Rennen statt. Der erste MotoE-Lauf wurde am 7. Juli 2019 beim Motorrad Grand Prix Deutschland auf dem Sachsenring ausgetragen. In der Meisterschaft treten aktuell zwölf Teams mit einheitlichen E-Motorrädern an, die von der italienischen Firma Energica produziert werden. Ab der fünften Saison (2023) werden die elektrischen Motorräder von Ducati hergestellt. Alle Meisterschaftsläufe werden als Sprintrennen ausgetragen, sodass ein Weltcup-Rennen meist nur rund 15 Minuten dauert.

In den ersten Jahren der MotoE nahmen einige namhafte Motorrad-Rennfahrer an der Meisterschaft teil, darunter die mehrfachen Grand-Prix-Sieger Sete Gibernau, Bradley Smith oder Randy de Puniet. Der Titel in der ersten MotoE-Saison ging an den Gresini-Fahrer Matteo Ferrari. Im Folgejahr gewann der Spanier Jordi Torres, der diesen in der Saison 2021 verteidigte.

Training, E-Pole, Rennen: das Wochenendformat

Nach der dritten Saison überarbeitete die MotoE erstmals ihr Rennformat. So gibt es ab 2022 ein neues Qualifying-Format und zwei Rennen pro Wochenende. Das Qualifying wird in zwei Sessions unterteilt. Im ersten Qualifying treten die zehn langsamsten Fahrer des Freien Trainings gegeneinander an. Die zwei schnellsten Fahrer:innen qualifizieren sich für das Q2, zusätzlich zu den acht schnellsten des Freien Trainings. Jede Qualifying-Session soll etwa zehn Minuten dauern. Außerdem will die Serie ab 2022 zwei Rennen pro Wochenende austragen - jeweils eines am Samstag und am Sonntag.

Im Gegensatz zu anderen Grand-Prix-Klassen gibt es keine Aufwärmrunde vor dem Rennen. Die Sichtungsrunde (Outlap) aus der Boxengasse in die Startaufstellung ist also die einzige Gelegenheit für die Piloten, ihre Maschine vor dem Rennstart "auf Herz und Nieren" zu prüfen. Aufgrund der kurzen Renndistanz von meist weniger als zehn Runden spielt das Energiemanagement in der MotoE keine Rolle.

Technik: einheitliche E-Motorräder von Energica

In der MotoE bekommen alle Rennställe vom italienischen Hersteller Energica das einheitliche "Energica Ego Corsa"-Bike zur Verfügung gestellt. Die Motorräder werden von einem 110 kW starken Motor angetrieben und sind damit ähnlich leistungsstark wie aktuelle Moto2-Maschinen. Sie erreichen Spitzengeschwindigkeiten von circa 260 km/h. Das Ego Corsa produziert mit 220 Nm mehr Drehmoment als alle aktuellen Supersport-Bikes mit Verbrennungsmotoren.

Über Gleichstrom-Schnelladestationen können die Elektro-Motorräder im Fahrerlager in etwa 20 Minuten rund 80 Prozent ihrer Akkukapazität aufladen, was laut Hersteller für eine Reichweite von gut 120 Kilometern genügt. Bei der Verwendung eines Wechselstrom-Ladegeräts können die Motorräder mit einem 3-kW-OBC (On Board Charger) in etwa dreieinhalb Stunden aufgeladen vollständig werden. Ab 2023 wird die MotoE auf Einheitsbikes von Ducati umsteigen. Technische Daten zu den neuen Maschinen sind bisher nicht bekannt.

Technische Daten des MotoE-Motorrads


Leistung max.

110 kW
Drehmoment max. 220 Nm
Motor ölgekühlter Synchronmotor mit Permanentmagneten
Höchstgeschwindigkeit 260 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h ca. 3 s
Batterie-Kapazität > 20 kWh (Lithium-Ionen)
Reifen Michelin, Felgen von Marchesini
Rahmen & Schwinge Stahl-Gitterrohr, aluminiumgegossene Schwinge
Bremsen Brembo: 330 mm Stahlscheiben, vernickelter 4-Kolben-Bremssattel (Monoblock), Z04-Beläge
Ladeinfrastruktur Gleichstrom-Schnelladetechnologie

 

Punktesystem & Rennkalender

Das Punktesystem der MotoE ist identisch zur Zählervergabe in der MotoGP. Der Rennsieger erhält somit 25, der Zweitplatzierte 20 und der Drittplatzierte 16 Punkte. Die Fahrer auf den Plätzen 4 bis 6 erhalten 13, elf und zehn Zähler. Anschließend nimmt die Punktevergabe je Position um einen Punkt ab. Der Pilot auf Rang 15 erhält somit den letzten Zähler. Lediglich die Fahrer auf den Plätzen 16 und 17 gehen leer aus.

In der MotoE-Saison 2021 sind an sechs Rennwochenenden insgesamt sieben Rennen geplant. Der Startschuss fällt am 2. Mai auf dem Circuito de Jerez in Spanien. Anschließend gastiert die Serie in Le Mans (Frankreich), Barcelona (Spanien), Assen (Niederlande) und Spielberg (Österreich), ehe sie mit einem "Double-Header" (zwei Rennen an einem Wochenende) zwischen dem 17. und 19. September in Misano (Italien) ihre Saison beendet. Ein Rennkalender für die Saison 2022 ist bisher nicht veröffentlicht.

Fahrer & Teams der MotoE-Saison 2021

In der Saison 2021 nehmen mit Matteo Ferrari (#11 Gresini MotoE) und Jordi Torres (#40 Pons Racing 40) die beiden bisherigen Weltcup-Sieger an der MotoE teil. Sicher ist zudem die Teilnahme des Deutschen Lukas Tulovic (#35), der erneut für Tech3 E-Racing antritt. Dominique Aegerter (#77), der im Vorjahr Gesamtplatz 3 erreichte, startet für den Rennstall Intact GP aus Memmingen. Eric Granado wechselte in der Saisonpause zu One Energy Racing. Das belgische Team Marc VDS zog sich wegen Terminüberschneidungen mit der Motorrad-Langstrecken-WM vor der Saison zurück. Weitere Fahrer findest du in der unten stehenden Tabelle (Stand: Juni 2021).


Team


Startnummer


Fahrer

Avant Ajo Motorsport #78 Hikari Okubo (JPN)
Avintia Esponsorama Racing #14 Andre Pires (POR)
  #18 Xavier Cardelus (AND)
Dynavolt Intact GP #77 Dominique Aegerter (CHE)
Indonesian E-Racing Gresini MotoE #9 Andrea Mantovani (ITA)
  #11 Matteo Ferrari (ITA)
LCR E-Team #21 Kevin Zannoni (ITA)
  #71 Miquel Pons (ESP)
Octo Pramac MotoE #61 Alessando Zaccone (ITA)
  #68 Yonny Hernandez (COL)
One Energy Racing #51 Eric Granado (BRA)
Ongette SIC58 Squadracorse #27 Mattia Casadei (ITA)
OpenBank Aspar Team #6 Maria Herrera (ESP)
  #54 Fermin Aldeguer (ESP)
Pons Racing 40 #40 Jordi Torres (ESP)
  #80 Jasper Iwema (NLD)
Tech3 E-Racing #3 Lukas Tulovic (DEU)
  #19 Corentin Perolari (FRA)

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