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ETCR - elektrischer Tourenwagensport

Die ETCR (ehemals Pure ETCR) ist die Spitzenkategorie der elektrischen Tourenwagen-Pyramide. In der von Discovery Sports Events durchgeführten Meisterschaft treffen die Hersteller Cupra, Hyundai und Romeo Ferraris aufeinander. Die Debütsaison der damals noch "Pure ETCR" bezeichneten Serie startete im Juni 2021 mit einem Lauf im italienischen Vallelunga. Im Oktober desselben Jahren krönte sich Cupra-Pilot Mattias Ekström zum ersten Champion. Seit 2022 agiert die ETCR als "FIA eTouring Car World Cup" unter dem Mantel des internationalen Automobil-Dachverbands FIA.

Anders als im klassischen Tourenwagen-Motorsport orientiert sich das Rennformat der ETCR stark am Rallyecross: Der größte Teil der Veranstaltungen wird in Form von "Battles" ausgetragen, an denen nur ein kleiner Teil aller Fahrzeuge teilnimmt. Fast alle Battles beginnen an einem Startgatter, das alle Pilot:innen zeitgleich und nebeneinander in das Rennen entlässt, das nur wenige Runden dauert.

Ein entscheidender Teil des Rennformats sind zudem Leistungsschübe, die allen Teilnehmer:innen in Form eines "Power-up"-Modus für einige Sekunden zur Verfügung stehen. Zwischen den Rennen werden alle Fahrzeuge an der "Energy Station" aufgeladen, die auch für Fans zugänglich ist.

Rennkalender 2022 der ETCR

Termin Strecke Land
06.-08.05.2022 Pau Ville* Frankreich
20.-22.05.2022 Istanbul Stadt Türkei
10.-12.06.2022 Hungaroring Ungarn
17.-19.06.2022 Circuito de Jarama Spanien
08.-10.07.2022 Zolder Belgien
22.-24.07.2022 Autodromo Vallelunga Italien
07.-09.10.2022 Inje Speedium* Korea

* gemeinsam mit der WTCR

Nach fünf Rennen in der Premierensaison 2021 stockt die ETCR 2022 auf sieben Rennwochenenden auf. Beginnen soll die zweite Saison im Mai 2022 - gemeinsam mit der großen Schwesterserie WTCR und im französischen Pau, wo auch die erste Meisterschaft endete. Das Rennen in Saison 2 findet allerdings nicht mehr auf der permanenten Rennstrecke, sondern auf dem schmalen Straßenkurs von Pau statt.

Danach geht es für die ETCR nach Istanbul, wo sie nach dem Kopenhagen-Lauf 2021 ihr zweites Stadtrennen austragen will. Im Juni 2022 stehen Rennen am Hungaroring und auf dem Circuit del Jarama (nahe Madrid) auf dem Programm.

Die belgische Rennstrecke Zolder rückt ebenfalls in den Kalender der Tourenwagenserie, gefolgt von Vallelunga im Juli, wo 2021 das allererste ETCR-Rennen stattfand. Es folgt eine anderthalbmonatige Pause bis zum Saisonfinale in Südkorea. Auch dort, in Inje, wird die E-Serie gemeinsam mit der WTCR ein Rennwochenende bestreiten.

Fahrer & Teams der Pure-ETCR-Saison 2021

In der Saison 2021 nahmen zahlreiche aus dem Tourenwagen-Rennsport bekannte Fahrer:innen an der Pure ETCR teil, darunter auch die Hyundai-Werksfahrer Jean-Karl Vernay und Augusto Farfus. Für Cupra startete unter anderem der Schwede Mattias Ekström. Romeo Ferraris geht mit dem ehemaligen Formel-E-Fahrer Luca Filippi an den Start. Nach zwei Rennen verpflichteten die Italiener zudem Philipp Eng.

Das Fahrerfeld für die Saison 2022 ist noch nicht bekannt.

Team Fahrzeug Fahrer
Zengő Motorsport X Cupra Cupra e-Racer #5 Mattias Ekström (SWE)
  Cupra e-Racer #28 Jordi Gene (ESP)
  Cupra e-Racer #96 Mikel Azcona (ESP)
  Cupra e-Racer #99 Daniel Nagy (HUN)
Romeo Ferraris - M1RA Giulia ETCR #88 Stefano Coletti (MCO)
  Giulia ETCR #25 Luca Filippi (ITA)
  Giulia ETCR #13 Rodrigo Baptista (BRA)
  Giulia ETCR #6 Oliver Webb (GBR)
Hyundai Motorsport N Hyundai Veloster N ETCR #8 Augusto Farfus (BRA)
  Hyundai Veloster N ETCR #69 Jean-Karl Vernay (FRA)
  Hyundai Veloster N ETCR #3 Tom Chilton (GBR)
  Hyundai Veloster N ETCR #27 John Filippi (FRA)

Technik der ETCR: Die leistungsstärksten Fahrzeuge im Tourenwagensport

Williams Advanced Engineering (WAE) und Magelec Propulsion stellen - unter der Leistung von WSC Technology - allen Rennställen der ETCR ein einheitliches Antriebspaket zur Verfügung. Jeder Konstrukteur setzt somit die gleichen Motoren, Inverter, Batterien, elektronischen Kontrolleinheiten und Kühlsysteme ein. Lediglich an den Chassis können die Hersteller Veränderungen vornehmen, um sie an das Aussehen ihrer Serienmodelle anzupassen.

Die Rennautos werden von zwei Elektromotoren an der Hinterachse angetrieben. Die Spitzenleistung beträgt im Standard-Rennmodus 300 kW (408 PS) beziehungsweise 450 kW (603 PS), der Power-up-Modus erhöht die Maximalleistung kurzfristig sogar auf 500 kW (680 PS). Die Fahrzeuge der ETCR sind somit die leistungsstärkste Fahrzeugklasse im aktuellen Tourenwagen-Motorsport. Innerhalb von nur 2,7 Sekunden beschleunigen die ETCR-Boliden von 0-100 km/h.

Zwischen den Sessions werden alle Fahrzeuge an der "Energy Station" mit CCS2-Chargern aufgeladen. Die hierfür benötigte Energie wird in Wasserstoff-Brennstoffzellen generiert. Die ETCR-Batterien, entwickelt von Williams Advanced Engineering, können innerhalb von einer Stunde von zehn auf 90 Prozent ihrer Kapazität geladen werden.

Fahrzeugtyp Serien-Tourenwagen (Vier- oder Fünftürer)
Leistung (kontinuierlich) 300 kW
Leistung (maximal) 500 kW
Motor 2 Einheitsmotoren von Magalec Propulsion (1.200 U/min)
Antrieb Hinterradantrieb, 1-Gang-Getriebe, DC/DC-Konverter von BrightLoop
Drehmoment 800 Nm
Höchstgeschwindigkeit ca. 269 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h ca. 2,7 s
Batterie-Kapazität 62 kWh (Lithium-Ionen)
Spannung 800 V
Reifen Goodyear-Allwetterreifen
Aufhängung Vorderräder: McPherson-Streben,
Hinterräder: Doppel-Querlenker
Ladeinfrastruktur CCS2-Lader von EnelX

Rennformat der ETCR: Battles, Hot-Zone & Power-ups

Das Rennwochenende beginnt am Freitag mit zwei Freien Trainings für alle Fahrzeuge. Anschließend lost die ETCR zwei "Pools" (A und B) aus, die mit jeweils sechs Autos bestückt werden. Jeder Konstrukteur muss dabei mit mindestens zwei Fahrzeugen in jedem Pool vertreten sein.

Im weiteren Verlauf des Wochenendes können die Fahrer:innen ihren jeweiligen Pool nicht mehr verlassen. Sie treten also am Samstag und Sonntag stets gegen eine Auswahl derselben fünf Gegner:innen an und bestreiten ihre Rennwochenenden vollkommen unabhängig von den Ereignissen im jeweils anderen Pool.

Jeder Pool wird anschließend zufällig in zwei Dreiergruppen (genannt: Battle-Gruppen) aufgeteilt, die in Round 1 gegeneinander antreten. Die ersten zwei Battles des Wochenendes dauern nicht mehr als 15 Minuten und beginnen mit der Öffnung des Startgatters. Den Trios steht dabei eine konstante Leistung von 300 kW zur Verfügung. Für Überholversuche können "Power-up"-Boosts genutzt werden, die die Maximalleistung zwischen 20 und 60 Sekunden auf 500 kW erhöhen. Lediglich dem Führungsfahrzeug stehen die Power-ups nicht zur Verfügung.

In Round 2 finden pro Pool drei Battles mit jeweils zwei Fahrzeugen statt. Hierbei treffen die Gewinner:innen der zwei Round-1-Battles aufeinander, genauso wie die Zweit- und Drittplatzierten. Jedes Battle dauert höchstens zwölf Minuten und beginnt abermals am Startgatter. Seit dem zweiten Rennen steht den Fahrer:innen auch hier eine Leistung von 300 kW zur Verfügung, die mittels Power-Up kurzzeitig auf 500 kW erhöht werden kann.

Das Ergebnis von Round 2 legt die Reihenfolge fest, in der die Fahrzeuge in Round 3 starten. Diese eröffnet den Rennsonntag mit einem klassischen Zeitfahren, das wiederum über die Startreihenfolge für die Finalrennen entscheidet. Alle Fahrer:innen dürfen dabei mit 500 kW nur eine Runde (bei besonders kurzen Strecken: zwei Runden) drehen. Der Fahrer oder die Fahrerin mit der schnellsten Rundenzeit startet das jeweilige Finale von der Pole-Position.

Abschließend findet in jedem Pool ein DHL SuperFinal statt, bei dem erstmals alle sechs Fahrzeuge eines Pools aufeinandertreffen. Ähnlich wie in den Runden zuvor beträgt die konstante Leistung 300 kW, Power-ups können die Leistung jedoch zwischenzeitlich auf 500 kW erhöhen.

Zwischen den Battles bereiten sich alle Fahrer:innen in der sogenannten Hot-Zone auf ihren Renneinsatz vor und verfolgen die Rennen der anderen Gruppen. Das Herzstück des Paddocks bildet die für Fans zugängliche und interaktive "Energy Station", an der auch die Fahrzeuge geladen werden.

Punktesystem der ETCR

Mit der Ausnahme von Round 3 können die Fahrer:innen in allen Rennen eines Wochenendes Zähler sammeln. Der Fahrer oder die Fahrerin mit den meisten Punkten wird anschließend als "King" oder "Queen" des Wochenendes und als "TAG Heuer Most Valuable Driver" gekrönt. Im besten Fall können pro Wochenende 77 Zähler gesammelt werden, im schlechtesten Fall "nur" 25.

Platz Round 1 Round 2 Round 3 DHL SuperFinal
1 15 12 - 50
2 10 6 - 42
3 4 - - 35
4 - - - 27
5 - - - 20
6 - - - 15

Video: Die Highlights der Pure-ETCR-Debütsaison 2021

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