Extreme E

Ab 2024 im Rahmenprogramm: Extreme E präsentiert Pläne für neue Wasserstoff-Rennserie "Extreme H"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Desert-X-Prix-Extreme-H

Die Extreme E geht am kommenden Wochenende in ihre zweite Saison, doch die Planungen für die Zukunft laufen bereits auf Hochtouren. Wie Seriengründer Alejandro Agag am Tag vor dem Desert X Prix ankündigte, will die Meisterschaft in wenigen Jahren eine Rahmenserie in ihr Programm aufnehmen. Mit wasserstoffelektrischen Antrieben soll die "Extreme H" bereits ab 2024 auf Offroad-Kursen ihre Rennen austragen.

Die am Freitag vorstellten Pläne sehen vor, dass innerhalb des Extreme-H-Regelwerks die in der Extreme E genutzten Batterien durch Wasserstoff-Brennstoffzellen ersetzt werden. Die einheitlichen Chassis und Antriebsstränge sollen im Vergleich zur größeren "Schwesterkategorie" hingegen technisch unverändert bleiben. Die Extreme-H-Meisterschaftsläufe könnten mit einem im Vergleich zur Extreme E unveränderten Rennformat erstmals ab der Saison 2024 stattfinden.

Für Alejandro Agag, den Gründer beider Meisterschaften, habe die Extreme E in ihrer Debütsaison 2021 eine geeignete Testumgebung für Technologie dargestellt. "Es wurde immer deutlicher, dass die Gründung einer Wasserstoff-Rennserie die natürliche Weiterentwicklung unserer Mission ist. Wir wollen die Möglichkeiten neuer Technologien im Kampf gegen Klimaprobleme verdeutlichen", so der Spanier.

"Zusammen mit den Extreme-E-Teams werden wir in den nächsten Monaten über den besten Weg entscheiden, um die Wasserstoffautos in die Rennwochenenden zu integrieren. Zwei separate Kategorien, ein vollständiger Wechsel zu Wasserstofftechnologien oder gemeinsame Rennen sind alles Optionen, die auf dem Tisch liegen."

"Batterien & Wasserstoff gleichermaßen Teil der Lösung" - Agag erklärt Extreme H

 

Erster Prototyp bereits 2023 geplant

Als von der FIA unterstützte Rennserie wird die Extreme E mit dem internationalen Automobil-Dachverband sowie dem Automobile Club de Monaco (ACM) zusammenarbeiten, um die Extreme H zu entwickeln. Bereits 2023 soll ein erster Prototyp fahrbereit sein, ehe im Jahr darauf der erste Renneinsatz des Fahrzeugs geplant ist. Der für die Extreme H benötigte Wasserstoff soll mit Hilfe von erneuerbaren Energien hergestellt werden - eine Technologie, die bereits hinter den Kulissen der Extreme E für die Stromversorgung der Fahrzeugbatterien genutzt wird.

Jenson Button, Besitzer des JBXE-Teams in der Extreme E und Formel-1-Weltmeister 2009, begrüßt die Pläne der Rennmeisterschaft. "Die Entwicklung der Extreme E zur Extreme H ist ein sehr aufregender Schritt, vor allem angesichts der kurzen Zeit, die die Serie hatte. Dass wir Racing auf diesem Niveau mit Wasserstoffzellen betreiben könnten, und dabei mehr Motorsport mit weniger Umwelteinflüssen ermöglichen, ist bemerkenswert."

Wasserstoff-Projekte auch in Le Mans geplant

Im Motorsport ist ist Extreme H nicht das erste Projekt, das vollständig auf wasserstoffelektrische Antriebe setzt. Seit einigen Jahren entwickelt die niederländische Hochschule Delft gemeinsam mit Hyundai einen H2-Prototypen, der eines Tages als "Forze IX" an den 24 Stunden von Le Mans teilnehmen soll. Ein weiteres Langstreckenprojekt ist die "Mission H24", das unter anderem die Formel-E-Fahrer Stoffel Vandoorne (Mercedes) und Norman Nato (Jaguar-Ersatzfahrer) als Testpiloten engagiert.

Der "Mission H24"-Prototyp sollte im Rahmen des LMP3-Regelwerks an ausgewählten Rennen des Le-Mans-Cups teilnehmen, ging aufgrund technischer Probleme jedoch nur bei wenigen Freien Trainings an den Start. In diesem Jahr ist die Fertigstellung des von Oreca und Red Bull entwickelten Chassis geplant, 2023 soll eine eigene Testsession in Le Mans stattfinden. Das Renndebüt an der Sarthe wurde im vergangenen Sommer auf 2025 verschoben.

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