Extreme E

CEO Agag verrät: Extreme H erwägt Entwicklungsfreiheit für Brennstoffzellen, um Hersteller zu locken

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Nach der Ankündigung der Extreme E, auf Wasserstoff-Antriebe zu wechseln, laufen die Vorbereitungen der sogenannten Extreme H hinter den Kulissen auf Hochtouren. Nun hat Seriengründer und -boss Alejandro Agag weitere Details verraten und einen aktuellen Zwischenstand gegeben.

"Die Resonanz auf die Ankündigung war sehr gut", beschreibt Extreme-E-CEO Agag in einer Medienrunde auf Nachfrage von e-Formel.de. Er ist sich jedoch darüber im Klaren, dass es nur mit einer Ankündigung nicht getan ist: "Wir sind zwar noch früh dran, aber ich glaube, dass viele Leute noch mehr sehen müssen, um daran zu glauben. Es gab viele Ankündigungen, was das Thema Wasserstoff im Motorsport angeht: Etwa das berühmte Le-Mans-Projekt und weitere, die jedoch niemals Realität geworden sind."

Auch Agags Pläne sind ehrgeizig: Bereits 2025 plant er, erstmals Rennen mit der neuen Technologie auszutragen. Nur ein Jahr später soll die Extreme H sogar den Status einer FIA-Weltmeisterschaft erhalten.

"Wir haben Kontakt mit einigen potenziellen Sponsoren, Teams und Anteilseignern, die das Auto (zuerst) fahren sehen wollen", beschreibt er. Es soll jedoch schon in Kürze soweit sein: "Ich habe das erste Auto bereits fahren sehen, es fuhr vor wenigen Tagen zum ersten Mal. Wir sind schon sehr, sehr bald soweit, das Auto zeigen zu können - noch ein paar Wochen. Wenn das Fahrzeug einmal läuft, werden wir die technischen Details des Projektes veröffentlichen und Gespräche mit potenziellen Herstellern beginnen."

"Prüfen derzeit, ob wir einzelne Teile zur Entwicklung freigeben"

Möglichen neuen Autobauern wird Agag jedoch etwas bieten müssen, um sie zu einem Einstieg zu bewegen. "Momentan sind die Autos ja noch alle gleich, damit wir (die Extreme E) starten konnten. Aber wir prüfen derzeit, ob wir einzelne Teile des Autos für die eigene Entwicklung durch die Hersteller freigeben können. Natürlich ist es für sie entscheidend, welche eigenen Technologien sie im Auto verwenden können", erklärt Agag.

"Das hierfür attraktivste Teil ist die Brennstoffzelle, denn es gibt viele verschiedene Hersteller von solchen Zellen", fährt er fort. "Sogar einige Fahrzeughersteller haben ihre eigenen Brennstoffzellen entwickelt. Das wäre also eine mögliche Option."

Agag: "Wir schreiben hier Geschichte"

Unterdessen laufen bei Spark, dem Hersteller des Extreme-E-Rennwagens, die Vorbereitungen für die Extreme H. "Das Wasserstoff-Auto ist in Europa - es wird in Frankreich getestet", beschreibt Agag weiter. "Ich denke, wir sind im kommenden Monat in der Lage, es zu zeigen, auch für die Presse. Ich glaube, dass wir hier Geschichte schreiben, um ehrlich zu sein. Es ist noch niemandem zuvor gelungen, eine ganze Meisterschaft rund um eine völlig neue Technologie zu bauen."

"Obwohl - vielleicht habe ich das schon einmal gemacht, mit der Formel E!", korrigiert er sich lachend selbst. "Aber es ist wirklich schwierig und eine große Herausforderung, eine Wasserstoff-Meisterschaft aufzubauen. Aber wir machen das!"

Wann erstmals ein Rennen mit den neuen Wasserstoff-Fahrzeugen zu sehen sein wird, ist bislang noch nicht bekannt. Die Extreme E hat auch ihren Rennkalender für das Jahr 2024 noch nicht veröffentlicht.

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