Extreme E

Extreme E: Bizarrer Finalfehler von Laia Sanz beschert Rosberg X Racing Meistertitel bei Veloce-Sieg in Chile

Timo Pape

Timo Pape

RXR-Extreme-E-Champions-2023-on-Chile-Podium

Das deutsche Team Rosberg X Racing hat seinen zweiten Meistertitel in der Extreme E gewonnen. In einem äußerst kuriosen Finale profitierte das schwedische Duo Johan Kristoffersson/Mikaela Ahlin-Kottulinsky von einem vollkommen unnötigen Überschlag der Sainz-Pilotin Laia Sanz. Ahlin-Kottulinsky sicherte den Titel schließlich im Schneckentempo mit gebrochener Frontaufhängung. Der Tagessieg beim zweiten Copper X Prix der Saison 2023 in Chile ging an Kevin Hansen und Molly Taylor vom Team Veloce Racing.

Nach dem Sieg am Samstag hatte Rosberg X Racing die Gesamtführung von Acciona Sainz übernommen. Die Lücke zum drittplatzierten Team Veloce Racing war so groß, dass es am Sonntag auf ein Titelduell zwischen Rosberg und Sainz hinauslaufen sollte. Die Saison des Andretti-Teams war bereits vorzeitig beendet: Nach dem schweren Überschlag von Catie Munnings am Vortag konnten die US-Amerikaner nicht am Saisonfinale teilnehmen.

Qualifying 1

Heat 1: Kristoffersson macht schlechten Start wett

Im ersten Heat des Tages gingen zunächst die fünf männlichen Fahrer an den Start. Diesen entschied McLaren-Pilot Tanner Foust für sich. Titelfavorit Johan Kristoffersson musste sich zunächst mit dem letzten Platz zufriedengeben. Der Schwede machte aber schon wenig später die ersten beiden Positionen gegen Andreas Bakkerud und Fraser McConnell gut. Beim Anbremsen vor der Switch-Zone nahm er sogar noch RJ Anderson den zweiten Platz ab.

Nach dem Fahrerwechsel machte RXR-Pilotin Mikaela Ahlin-Kottulinsky Druck auf die Führende Hedda Hosas. Die McLaren-Fahrerin behielt jedoch die Nerven und brachte ihren knappen Vorsprung von weniger als einer Sekunde ins Ziel - starke Leistung der Norwegerin. "Das war vielleicht meine beste Fahrleistung dieser Saison", so Hosas, die vor dem Copper X Prix von JBXE zu McLaren gewechselt war.

Ergebnis: 1. McLaren | 2. RXR | 3. Chip Ganassi | 4. X44 | 5. JBXE

Heat 2: Ekström bringt Acciona Sainz in gute Ausgangsposition

Beim zweiten Heat ging es für Acciona Sainz schon um alles, nachdem RXR vorgelegt hatte: Die Spanier mussten das Finale erreichen, um ihre Titelchancen aufrechtzuerhalten. Im Vierkampf mit Veloce, Carl Cox und ABT gewann Mattias Ekström den Start. Dahinter: Timo Scheider, Kevin Hansen und Neuling Adrien Tambay. In einem spannenden Duell um Platz 2 setzte sich Hansen letztlich gegen Scheider durch, der bei einem Kontakt einen Teil seiner Karosserie verlor. So ging es in die Switch-Zone.

Bei den Damen gab es keine Positionsveränderungen mehr, wenngleich Molly Taylor auf Rang 2 den Vorsprung auf die Spitze zwischenzeitlich verkürzte. Laia Sanz brachte den Heat-Sieg jedoch souverän ins Ziel. Lia Block für Carl Cox wurde Dritte vor ABT-Fahrerin Klara Andersson. Für Acciona Sainz war es der perfekte Start in den Sonntag.

Ergebnis: 1. Sainz | 2. Veloce | 3. Carl Cox | 4. ABT

Qualifying 2

Heat 1: Prozession mit bestem Ende für Veloce

Zum Start von Qualifying 2 erwischte Molly Taylor für Veloce den besten Start im ersten Damen-Quintett. Ihr folgten Amanda Sorensen, Hedda Hosas, Klara Andersson und Tamara Molinaro. Bis zum Cockpit-Tausch passierte nichts Nennenswertes, dann übernahmen die Herren.

Doch auch in der zweiten Hälfte des zweiten Heats geschah kaum etwas. Kevin Hansen brachte den Sieg vor RJ Anderson ins Ziel. Dritter wurde Tanner Foust vor Adrien Tambay und Andreas Bakkerud.

Ergebnis: 1. Veloce | 2. Chip Ganassi | 3. McLaren | 4. ABT | 5. JBXE

Heat 2: RXR erreicht gerade so das Finale

Im zweiten Heat kam es zum direkten Duell zwischen den Titelrivalen Rosberg und Sainz - ebenfalls zunächst mit den Fahrerinnen am Steuer. Laia Sanz kam am besten vom Fleck und ging in Führung vor Cristina Gutierrez. Mikaela Ahlin-Kottulinsky fand sich nur auf Rang 3 wieder. Die Schwedin holte auf, doch es ging in unveränderter Reihenfolge in die Switch-Zone. Lia Block fuhr beim Anbremsen noch ins Heck des RXR-Fahrzeug. Beide Karosserien nahmen Schaden.

X44 und Sainz kamen nebeneinander auf die Strecke zurück - mit dem besseren Ende für Fraser McConnell, der die Führung für X44 übernahm. Mattias Ekström damit nun unmittelbar vor seinem Titelrivalen Johan Kristoffersson. Es gab bis zum Zielstrich jedoch keine Veränderungen mehr: McConnell gewann vor Ekström, Kristoffersson und Timo Scheider. Somit standen beide Meisterschaftsaspiranten im Finale. Für RXR war es aber denkbar knapp: Das deutsche Team setzte sich nur dank Bestzeit in der "Continental Traction Challenge" gegen die punktgleichen Duos von X44 und Chip Ganassi durch.

Ergebnis: 1. X44 | 2. Sainz | 3. RXR | 4. Carl Cox

Qualifying-Ergebnis beim Copper X Prix (Sonntag)

Platz Team Punkte Q1 Punkte Q2 Q-Gesamtpunkte
1 Sainz 10 8 18
2 Veloce 8 10 18
3 McLaren 10 6 16
4 RXR 8 6 14
5 X44 4 10 14
6 CGR 6 8 14
7 Carl Cox 6 4 10
8 ABT 4 4 8
9 JBXE 2 2 4
10 Andretti - - -

 

Redemption-Race: Chip Ganassi holt das Maximum heraus

In der "Verliererrunde" zündeten alle vier Piloten gleich am Start ihren Hyperdrive. Anderson fuhr als Erster durch Kurve 1, doch Scheider setzte ihn sofort unter Druck und griff an. Zwischenzeitlich hatte der Deutsche die Nase sogar vorn, dann konnte sich Anderson jedoch absetzen. Der Grund: Scheider brach sich in einer Linkskurve die Radaufhängung vorn rechts und rollte aus. Anderson brachte das CGN-Auto als Erster in die Wechselzone. Dahinter folgten Bakkerud (JBXE) und Tambay (ABT).

Sorensen nahm das Rennen mit rund sieben Sekunden Vorsprung wieder auf. Während die Chip-Ganassi-Pilotin die Lücke noch vergrößerte und schließlich den Sieg im Redemption-Race sicherte, kam es hinter ihr noch zu einem Zweikampf: Andersson überholte mit Fremdkontakt Molinaro und bescherte ABT Cupra den zweiten Platz. JBXE wurde Dritter, Carl Cox beendete die Saison mit einem Ausfall.

Ergebnis: 1. Chip Ganassi | 2. ABT | 3. JBXE | 4. Carl Cox

Finale: Laia Sanz wirft sicheren Titel weg!

Jetzt ging es um alles für Sainz und RXR. Den besten Start ins Finale erwischte Mattias Ekström für Sainz Acciona. Gleichzeitig konnte Johan Kristoffersson gerade so einen Überschlag verhindern, fiel aber ans Ende des Feldes zurück. Bei der Aktion handelte er sich auch noch einen Schaden am rechten Vorderrad ein, der ihn wenig später noch weiter zurückwarf. Kristoffersson kam an die Box, um das Rad wechseln zu lassen - das vermeintliche Ende aller Titelträume.

Ekström musste jetzt nur noch fehlerfrei zu Ende fahren, gab aber weiter Vollstrom. Folgerichtig fuhr der Schwede als Erster in die Switch-Zone. Ihm auf den Fersen war Kevin Hansen vor Fraser McConnell. Tanner Foust erlitt ebenfalls einen Schaden an der Aufhängung und schied aus, weil er sich beim Anbremsen vor der Wechselzone komplett verschätzte und dem X44-Auto ins Heck krachte. Dann waren die Frauen an der Reihe.

Molly Taylor beschleunigte früher als Laia Sanz und übernahm zunächst die Führung für Veloce. Sanz ließ sich dadurch nicht beirren und jagte Taylor. Dann wurde es unübersichtlich und dramatisch: Sanz drehte sich zuerst und verlor an Boden. Sie fuhr weiter, drehte sich allerdings ein zweites Mal! Voll kommen von der Rolle leistete sie sich noch einen dritten Fehler binnen weniger Sekunden und überschlug sich - das Aus für Acciona Sainz!

Während sich Veloce den Finalsieg holte, hatte sich damit das Blatt gewendet: Mikaela Ahlin-Kottulinsky kroch mit gebrochener Aufhängung und einer Runde Rückstand um den Kurs - und in Richtung Meisterschaft! Durch die Ausfälle der anderen Teams warteten nur noch alle Beteiligten, bis die RXR-Pilotin ihr Auto mit schiefstehenden Rädern ins Ziel schleppte. Um 20:40 Uhr (MEZ) war es schließlich soweit: Ahlin-Kottulinsky fuhr über den Strich und holte damit kurios den zweiten Meistertitel in der Extreme E für Rosberg X Racing!

Ergebnis: 1. Veloce | 2. RXR | 3. X44 | 4. Sainz | 5. McLaren

Ergebnisse im Überblick

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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