Extreme E

Extreme E eröffnet 2. Saison mit neuem Rennformat: Vorschau auf den Desert X Prix in Neom

Svenja König

Svenja König

Extreme-E-Sand-Al-Ula

Saisonauftakt in der Extreme E: An diesem Wochenende startet die Offroad-Elektroserie mit einem Rennwochenende in der saudi-arabischen Planstadt Neom in ihr zweites Jahr. 2022 will die Meisterschaft insgesamt fünf Rennen austragen, ehe sie Ende November in Südamerika ihren neuen Champion kürt. Alles, was du vor dem Desert X Prix wissen musst, haben wir in unserer Vorschau zusammengefasst.

Mit nur einem Punkt Vorsprung vor X44 sicherte sich Rosberg X Racing am 19. Dezember den ersten Titel der Extreme E. Diese beiden Teams gehen auch als Topfavoriten in das erste Rennen der neuen Saison. Vor zwei Wochen hat die St. Helena, das schwimmende Paddock der Extreme E, die Küste Saudi-Arabiens erreicht. Mit dabei: ein neues Team, ein neues Rennformat und einige Veränderungen im Fahrer:innen-Feld.

Was bisher geschah

Vor einer Woche veröffentlichte die Elektroserie ihren Nachhaltigkeitsbericht für 2021. Knapp 8.900 Tonnen CO2-äquivalenter Gase stieß die Meisterschaft im Rahmen von fünf Rennen aus, die allerdings mit dem Kauf von Umweltzertifikaten ausgeglichen wurden. In den letzten Tagen gaben die Teams dann "Schlag auf Schlag" ihre Fahrer:innen-Paarungen für die zweite Saison bekannt.

Der mehrfache Rallye-Dakar-Sieger Nasser Al-Attiya ersetzte Mattias Ekström bei ABT Cupra, JBXE und Rosberg tauschten ihre Fahrerinnen, Christine Giampaoli Zonca wechselte zu Veloce, und ihren Platz bei Xite Energy Racing nahm Klara Andersson ein. Die Schwedin kann beim Saisonauftakt allerdings nicht dabei sein, denn sie wurde vor wenigen Tagen positiv auf das Coronavirus getestet. Die offizielle Ersatzfahrerin der Extreme E - Tamara Molinaro - springt für sie ein.

Übersicht: Das Fahrer:innen-Feld der Extreme E in Saudi-Arabien

Team No. Fahrer Fahrerin
ABT Cupra XE 125 Nasser Al-Attiyah Jutta Kleinschmidt
Acciona Sainz XE Team 55 Carlos Sainz sr. Laia Sanz
Genesys Andretti United Extreme E 23 Timmy Hansen Catie Munnings
JBXE Racing 22 Kevin Hansen Molly Taylor
McLaren XE 58 Tanner Foust Emma Gilmour
Rosberg X Racing 6 Johan Kristoffersson Mikaela Ahlin-Kottulinsky
SEGI TV Chip Ganassi Racing 99 Kyle LeDuc Sara Price
Veloce Racing 5 Lance Woolridge Christine Giampaoli Zonca
X44 44 Sebastien Loeb Cristina Gutierrez
Xite Energy Racing 42 Oliver Bennett Tamara Molinaro

Stadt, Land, Fluss

2021 eröffnete die Extreme E ihre Saison in der Al-'Ula-Wüste von Saudi-Arabien. Für den Auftakt der zweiten Saison geht es in das rund 450 Kilometer nordwestlich liegende Neom. Die geplante Megastadt ist Teil des Wirtschaftsvorhabens "Vision 2030" und soll nachhaltige Wirtschaftsbereiche etablieren sowie ausländische Investor:innen in das Königreich holen. 2025 soll der erste Bauabschnitt der Planstadt am Roten Meer abgeschlossen sein.

Sollte das Projekt planmäßig umgesetzt werden, würde der Energiebedarf der Metropole ausschließlich aus Sonnen- und Windenergie gedeckt. Dienstleistungen und sonstige standardisierte Prozesse sollen von Robotern durchgeführt werden, und der Verkehr nur aus Hochgeschwindigkeitszügen und selbstfahrenden Autos bestehen. Eine Brücke soll die Halbinsel außerdem mit Nordafrika verbinden.

Fast-Facts | Neues Rennformat in Neom

Am Mittwoch hat die Extreme E ein neues Rennformat vorgestellt, mittlerweile der fünfte Formatwechsel in ihrer noch kurzen Geschichte. Wir haben alle Änderungen für dich zusammengefasst:

  • Die beiden Zeitfahren am Samstag werden durch je zwei kurze "Heats" mit jeweils fünf Autos ersetzt. Für die zweite Qualifying-Session am Nachmittag werden die Gruppen durchmischt, sodass in den Heats jeweils Platz 1, 3 und 5 einer Gruppe gegen Platz 2 und 4 der anderen Gruppe antreten.
  • Die Punktewertung für das Qualifying bleibt erhalten: Für Platz 1 gibt es fortan fünf Punkte, danach geht es schrittweise bis zu einem Punkt herunter. Diese Wertung zählt nicht in die Meisterschaft ein, entscheidet aber nach beiden Qualifying-Sessions, ob man sich für das erste oder zweite Halbfinale beziehungsweise das Crazy-Race qualifiziert. Die Fahrer:innen-Paarungen auf den Positionen 1, 4 und 5 treffen in Halbfinale 1 aufeinander, die Duos auf den Plätzen 2, 3 und 6 im zweiten Halbfinale. Die vier schwächsten Teams der Qualifikation treten am Sonntag im Crazy-Race gegeneinander an.
  • Ab hier geht es weiter wie gehabt: Aus den Halbfinals können sich jeweils zwei Teams für das Finale qualifizieren, allerdings nur ein Auto aus dem Crazy-Race.
  • Für den Rennsieg gibt es 25 Punkte, für Platz 2 18 Punkte und für den letzten Podiumsplatz noch 15 Punkte. Für Rang 4 werden einem Team zwölf Meisterschaftspunkte gutgeschrieben, danach nimmt die Punkteanzahl bis zum neunten Platz in Zweierschritten ab. Für Platz 4 im Crazy-Race gibt es noch einen Punkt.
  • Alle Rennen umfassen eine Distanz von zwei Runden beziehungsweise etwa 15 Kilometern. Nach einer Runde gibt es weiterhin einen Fahrer:innenwechsel.
  • Für die Bestzeit in der "Continental Traction Challenge" - einem vorher festgelegten Streckenabschnitt - kann ein Fahrer oder eine Fahrerin weitere fünf Meisterschaftspunkte für das Team einfahren. Der Zwischenstand in dieser gesonderten Wertung entscheidet auch über die Positionsvergabe bei Punktegleichstand nach dem Qualifying und über Platz 5 und 6 im Rennergebnis (zwischen den Drittplatzierten im Halbfinale 1 und 2).
  • Nachtrag: Mit Beginn des Qualifyings am Samstag verkündeten die Kommentator:innen, dass die erste Qualifying-Session doch als Zeitfahren ausgetragen werde.

News-Überblick | McLaren XE debütiert als neues Team

Im Juni 2021 verkündete McLaren einen Einstieg in die elektrische Offroad-Serie. Der britische Automobilhersteller stellt seit Saison 5 die Akkus für die Formel E her und steigt nun selbst in den elektrischen Motorsport ein. Mit Emma Gilmour und Tanner Foust hat sich das Team ein vermeintlich starkes Fahrer:innen-Duo gesichert. Die Neuseeländerin konnte als Ersatz für Jamie Chadwick in der vergangenen Saison bereits Extreme-E-Erfahrungen sammeln und ist gleichzeitig die erste Pilotin, die McLaren je unter Vertrag genommen hat. Somit erhöht sich die Anzahl der Teams in der Offroad-Serie auf zehn Rennställe.

Foust ist viermaliger US-amerikanischer Rallycross-Champion und konnte genauso oft die Goldmedaille bei den X Games, einer Extremsportveranstaltung, gewinnen. "McLaren hat sich nie gescheut, Grenzen zu verschieben", sagt Zak Brown, CEO von McLaren. "Mit diesem neuen Projekt bleiben wir unseren Wurzeln der Innovation und des Mutes treu. Die Extreme E betritt Neuland im Motorsport und konfrontiert einige der größten Herausforderungen, denen sich unsere Welt heute und in Zukunft stellen muss."

Legacy Programme | Schutz für Bäume & Eidechsen

Auch in der zweiten Saison hat sich die Extreme E auf die Fahnen geschrieben, an ihren Rennorten einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen. Am Dienstag pflanzten die Extreme-E-Pilot:innen im Rahmen einer Begrünungsinitiative eine erste Serie von Bäumen nahe der Rennstrecke und entließen Eidechsen in geschützte Gebiete.

Zeitplan & TV | Das Extreme-E-Rennen in Saudi-Arabien

Freitag:

Zeit Session
12:00 - 15:00 Uhr Freies Training
19:00 - 19:30 Uhr Shakedown*

Nach Informationen von 'e-Formel.de' handelt es sich beim Shakedown um eine zeitverzögerte Übertragung. Dieser wird vor dem Freien Training stattfinden, welches selbst nicht übertragen wird.

Samstag:

Zeit Session
09:00 - 10:00 Uhr Qualifying 1
13:00 - 14:00 Uhr Qualifying 2

Sonntag:

Zeit Session
10:00 - 11:25 Uhr Halbfinals & Crazy-Race
13:00 - 15:00 Uhr Finale

Der Shakedown und die Qualifikationen des Desert X Prix werden in englischer Sprache auf den Kanälen der Extreme E und bei e-Formel.de im Livestream übertragen. Die Kolleg:innen von 'ran.de' übertragen alle Sessions am Samstag und Sonntag ebenfalls im Stream. Das Finale ist am Sonntag ab 13 Uhr im TV bei ProSieben Maxx zu sehen.

Strecke | Auf und Ab im Wüstensand

Fans der Extreme E können sich auf eine sandige und teilweise steinige Strecke in Neom einstellen. Erneut sollen Dünen als Teil der Streckenführung für steile Bergauf- und Bergabpassagen sorgen. In der vergangenen Saison verursachte vor allem "The Drop", ein 100 Meter langer Hang, einmalige TV-Bilder. Natürliche Hindernisse wie Büsche, Dünengras und Abhänge sollen zum einen die Suche nach der Ideallinie aber auch das Überholen noch schwieriger machen als auf anderen Strecken.

Wettervorhersage | Sonnenschein bei bis zu 20 Grad

Ihre Regenjacken können die Pilot:innen ohne Sorge zu Hause lassen. Nachdem sich die Wolken am Freitag verzogen haben, erwartet sie Sonnenschein bei 15 bis 20 Grad Celsius. Insbesondere am Morgen dürfte es aber etwas frischer sein.

Beim Desert X Prix 2021 konnte wegen aufwirbelnden Staubs kaum Rennaction entstehen - 2022 könnte es ähnlich sein. Auch vor diesem Hintergrund sind wir gespannt auf das neue Qualifying-Format der Offroad-Serie, bei dem immerhin fünf Autos zeitgleich auf dem Kurs unterwegs sein sollen. Alle News zum Rennen in der Wüste von Neom findest du bei e-Formel.de.

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