Extreme E

Extreme E: "Gemischte Gefühle" bei ABT Cupra nach 1. Podium, Fehlstart & Türschaden auf Sardinien

Timo Pape

Timo Pape

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Das deutsche Extreme-E-Team ABT Cupra XE hat beim Island X Prix auf Sardinien am vergangenen Wochenende sein erstes Podium erzielt. Das Duo Mattias Ekström und Jutta Kleinschmidt erreichte im Finalrennen den zweiten Platz, wenngleich beide Fahrer:innen auf ihrer Runde ein Kuriosum erlebten. Nach dem Rennen sprachen sie über "gemischte Gefühle" und ein gewisses Verbesserungspotenzial.

Im Qualifying am Samstag setzte das Team mittelmäßige Zeiten, die für die Positionen 4 und 5 reichten. Damit zog ABT ins Halbfinale 2 ein, wo sich die Kemptener als zweitplatziertes Team hinter Rosberg X Racing für den Finallauf qualifizierten. Dieser begann jedoch mit einer Schrecksekunde für Jutta Kleinschmidt, die zunächst nicht von der Stelle kam. "Tatsächlich habe ich vergessen, einen Gang einzulegen. Das war wirklich ein bisschen dumm von mir", erklärte die 59-Jährige kurz nach Rennschluss. Teamkollege Mattias Ekström, der während der Pressekonferenz direkt neben Kleinschmidt saß, nickte daraufhin überdeutlich, allerdings mit einem Lächeln im Gesicht.

"Als ich beschleunigte, dachte ich nur: Was ist denn hier los? Dann habe ich den Gang eingelegt, aber das dauert immer einen Moment. Dann habe ich versucht, so gut es geht aufzuholen." Das gelang der Deutschen. Auf ihrer Runde schloss sie die Lücke zu RXR-Pilotin Molly Taylor mit hervorragender Pace und fuhr beinahe zeitgleich hinter ihrer Konkurrentin in die Switch-Zone. Ekström lobt: "Respekt dafür. Sie war auf der ganzen Runde sehr schnell unterwegs, hat Molly eingeholt und kam direkt hinter ihr zum Fahrerwechsel."

Trotzdem gibt sich Kleinschmidt durchaus selbstkritisch: "Wir wollten unbedingt das Podium erreichen und haben es dieses Wochenende geschafft. Aber ich denke, dass vor allem ich noch Luft nach oben habe. Nächstes Mal werde ich jedenfalls den Gang eingelegt haben - das verspreche ich dir (lacht in Richtung Ekström)! Man lernt echt die ganze Zeit über, und es ist gar nicht so einfach, wenn du nach einigen Jahren ohne Motorsport wieder ins Auto springst. Man muss wieder in den Rhythmus kommen. Mattias hingegen fährt sehr viel und ist wirklich eine große Hilfe für mich. Er unterstützt mich fantastisch, gibt mir Tipps und zeigt mir, wie all diese Dinge wie etwa Track-Walk oder Videoanalysen funktionieren."

Ekström ohne Tür auf Platz 2 & mit Kritik

Ekström übernahm für Runde 2 das Steuer von Kleinschmidt, hatte jedoch seinerseits mit einem technischen Problem zu kämpfen. "Vor dem Start schloss die Tür nicht richtig, und nach ein paar Kurven ging sie schließlich auf. Also habe ich entschieden, sehr vorsichtig durch die Wasserhindernisse zu fahren." Einen Angriff auf den späteren Rennsieger Johan Kristoffersson konnte er somit nicht mehr wagen, doch auch von hinten drohte keine Gefahr. Mit einem Schmunzeln blickt er auf den Start zurück: "Ich hatte wirklich gehofft, dass sich Jutta aus Scharmützeln in Kurve 1 heraushalten würde - und das hat sie tatsächlich getan… wenn auch mit einer etwas anderen Strategie."

Obwohl Ekström erstmals auf dem Extreme-E-Podium stand, schäumte die Freude nach dem Finale nicht über: "Ich habe mich bei einem Podium noch nie so gefühlt wie jetzt, glaube ich. Denn es kam nicht unbedingt auf die klassische Art und Weise zustande. Manchmal wirst du eben Letzter (drei weitere Finalteams kämpften mit noch schwerwiegenderen Problemen) und kommst damit auf Platz 2. Somit sind es gemischte Gefühle bei mir: Ich wäre sehr gern nach einem harten Rennen Zweiter geworden, dazu kam es aber dieses Wochenende nicht. Trotzdem musst du die Podien natürlich mitnehmen, wenn sich die Chance ergibt, denn das passiert nicht oft."

Die fast schon gewohnte Kritik am Einheitsauto der Extreme E über auch Ekström: "Aus meiner Sicht war das Auto nicht wirklich gerüstet für die Bedingungen hier. Wenn man sich anschaut, wie viele Autos allein Probleme mit der Lenkstange oder der Servolenkung hatten… Natürlich haben wir auch ein paar Fahrfehler gesehen, aber ich glaube, das Auto hat nicht das Racing erlaubt, das wir uns gewünscht hätten. Wenn ich mir allein Sebastien (Loeb) anschaue: Er war das ganze Wochenende extrem schnell - Hut ab dafür! Kyle (LeDuc) genauso..."

"Klar musst du das Auto nach Hause bringen, aber es ist schon schwierig, wenn du nicht 100 Prozent geben kannst und immer nur abwägen musst, wie viel das Auto aushält, und wann die Lenkung versagt. Das ist nicht das schönste Gefühl", schließt der Schwede seine Analyse ab. Das Finalwochenende der Extreme E steht am 18. und 19. Dezember auf dem Programm. ABT Cupra reist auf Gesamtrang 5 nach England. Theoretisch ist noch die Vizemeisterschaft möglich.

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