Extreme E

Extreme E in Grönland: X44 & Andretti gewinnen Halbfinalrennen, Schäden für ABT & Veloce

Timo Pape

Timo Pape

Andretti-United-Extreme-E-Arctic-X-Prix

X44 und Andretti United haben die beiden Halbfinalrennen der Extreme E in Grönland gewonnen. Nach packenden Rennen mit je drei Autos qualifizierten sich außerdem Sainz XE und Rosberg X Racing für das Finale am Sonntagnachmittag. Der letzte Finalplatz wird noch ermittelt. ABT Cupra erlitt auf einem leicht veränderten Streckenlayout einen frühzeitigen Schaden an der Antriebswelle.

Für den ersten Aufreger sorgte schon vor dem Lauf abermals die Extreme E selbst. Während sich die Fahrzeuge fürs erste Halbfinale im sogenannten Livestream an der Startlinie aufstellten, veröffentlichte die Serie bereits das offizielle Ergebnis des Rennens. Zudem twitterte X44 voller Freude, den Lauf gewonnen zu haben. Das eigentliche Rennen hatte bereits eine Stunde früher stattgefunden als der Stream. Die Spannung für das "Livepublikum" hielt sich somit in Grenzen.

Am Start des Halbfinales 1 setzte sich zunächst Emma Gilmour durch, doch auf dem langen Geradeausstück ging Carlos Sainz sr. bereits im Hyper-Drive an ihr vorbei. Der Spanier setzte sich in der Folge um rund zehn Sekunden ab. X44-Pilotin Cristina Gutierrez konnte nicht ganz mithalten. Sie kam mit mehr als vier Sekunden Rückstand als Letzte in die Switch-Zone. Sainz hingegen überzeugte mit 14 Sekunden Vorsprung.

Sarrazin geht volles Risiko - und wird bestraft

In der zweiten Runde nahm Sebastien Loeb die Verfolgung auf und ging nach gut zehn Minuten auf der Innenbahn am Seeufer an Stephane Sarrazin vorbei. Auch die Führende, Laia Sanz, war nur noch knapp fünf Sekunden entfernt. Zwei Minuten später hatte Loeb die Lücke geschlossen und überholte Sanz im Hyper-Drive. Dann schloss auch Sarrazin auf und erreichte das Führungsduo am "Rock Garden" kurz vor dem Ziel.

Nach einigen Fahrzeugschäden an dieser Stelle am Vortag fuhren Loeb und Sanz erwartungsgemäß langsam über die Steine. Sarrazin hingegen ging volles Risiko und kürzte auf der Innenbahn ab. Tatsächlich ging er durch den überraschenden Move in Führung, zog sich jedoch schwere Schäden zu: Vorne links brach er seine Vorderradaufhängung, hinten link handelte er sich einen Platten ein. Dadurch konnten auf der letzten Gerade noch beide Konkurrent:innen an ihm vorbeigehen und somit ins Finale einziehen. Loeb gewann den packenden Lauf mit 0,72 Sekunden Vorsprung auf Sanz. 2,44 Sekunden dahinter rollte Veloce-Fahrer Sarrazin ins Ziel.

Halbfinale 2: Enges Duell zwischen Kristoffersson & Hansen

Den besten Start ins Halbfinale 2 erwischte Jutta Kleinschmidt, doch schon in Kurve 1 ging Timmy Hansen im Andretti vorbei, denn am Fahrzeug der Deutschen brach schon nach wenigen Sekunden die Antriebswelle. Wenig später zündete Favorit Johann Kristoffersson seinen Hyper-Drive und übernahm die Führung. Hansen setzte seinen Landsmann unter Druck, der daraufhin eine Streckenbegrenzung überfuhr und später eine 10-Sekunden-Zeitstrafe dafür erhalten sollte.

Nach gut dreieinhalb Minuten überholte Hansen seinen Konkurrenten und schnappte sich die Führung. Auf der letzten Geraden war Hansen noch knapp vorn, doch beim Bremsen zog Kristoffersson gerade noch vorbei und fuhr als Erster in die Switch-Zone. Kleinschmidt übergab ihren beschädigten ABT Cupra an ihrem 59. Geburtstag mit einer halben Minute Rückstand an Mattias Ekström.

Molly Taylor hatte nun die Aufgabe, die Zeitstrafe wieder herauszufahren, doch Catie Munnings hinter ihr war auf einem sehr ähnlichen Niveau unterwegs. Nach knapp elf Minuten wählte die Britin eine clevere Linie und überholte Taylor. Ekström hingegen verlor immer mehr Zeit und fuhr letztlich mit mehr als 45 Sekunden Rückstand ins Ziel. An der Spitze verteidigte Munnings ihren knappen Vorsprung, Taylor wurde (inklusive Zeitstrafe) mit etwas mehr als elf Sekunden Rückstand als Zweite gewertet.

Weitere Ausfälle im "Crazy Race"

Somit qualifizierten sich in den beiden Halbfinalrennen X44, Sainz XE, Andretti United und Rosberg X Racing für das Finale. Veloce und ABT Cupra schieden aus. Aus dem "Crazy-Race" zieht außerdem JBXE als fünfter und letzter Rennstall ins Finale ein. Obwohl das Team von Jenson Button eine 30-Sekunden-Zeitstrafe erhielt, weil es sieben statt der erlaubten sechs Reifen pro Wochenende genutzt hatte, fuhr Kevin Hansen als Erster ins Ziel. Sowohl Xite Energy als auch Chip Ganassi konnten das Crazy-Race nicht beendeten.

Am Auto von Sara Price brach schon in Runde 1 nach einem Sprung die Radaufhängung vorn rechts. Oliver Bennett hatte kurz vor dem Ende der zweiten Runde noch geführt, doch dann blieb auch sein Auto zweimal mit technischen Problemen stehen - Gesamtplatz 8 für Xite Energy. Hansen ließ seinem Jubel über den Finaleinzug freien Lauf. Das Finale startet ab 16 Uhr - zu verfolgen in unserem Extreme-E-Liveticker sowie bei ran.de im Livestream.

Ergebnisse & Zeiten im Überblick

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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