Extreme E

Extreme E: Rosberg X Racing scheitert dramatisch im Crazy-Race, X44 kann Titel im Finale sichern

Timo Pape

Timo Pape

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Die Meisterschaftsentscheidung in der Extreme-E-Saison 2022 ist überraschend vertagt worden. Durch einen Sieg im Crazy-Race hat X44 seine Titelhoffnungen am Leben gehalten, während sich Favorit Rosberg X Racing mit einem Aufhängungsschaden vorzeitig verabschieden musste. Die Entscheidung fällt somit erst im Finale am Sonntagabend. In den Halbfinalrennen setzten sich Veloce, ABT Cupra, Andretti und McLaren durch. Laia Sanz sorgte indes für einen weiteren Überschlag.

Halbfinale 1: Veloce erneut stark, Chip Ganassi scheitert durch Strafen

Im ersten Halbfinale über vier Runden traten die drei Teams Chip Ganassi, Veloce und ABT Cupra zunächst mit ihren Fahrerinnen an. Sara Price, Klara Andersson und Molly Taylor kamen ähnlich gut weg. Beim ersten Sprung setzte sich schließlich die ABT-Pilotin Andersson durch. Price hingegen drehte sich nach einem Kontakt mit Taylor und musste wenden, um anschließend die Verfolgung des Spitzenduos aufzunehmen. Zudem hatte die US-Amerikanerin eine Flagge erwischt und erhielt somit eine Zeitstrafe von zehn Sekunden.

Andersson führte in der ersten Runde mit einem knappen Vorsprung von rund zwei Sekunden auf Taylor. Price holte mit großen Schritten auf. Kurz vor dem Ende der zweiten Runde hatte sie Taylor erreicht. Bei ihrem ersten Überholversuch kam es zum Kontakt mit der Veloce-Fahrerin, wenig später räumte Price eine zweite Flagge ab. Zwar erreichte sie letztlich vor Taylor die Switch-Zone, bekam aber insgesamt 20 Sekunden Zeitstrafe für Chip Ganassi aufgebrummt.

Fast zeitgleich gingen die drei Männer zurück auf die Strecke. Nasser Al-Attiyah ließ sich auf Rang 3 zurückfallen, während sich RJ Anderson und Kevin Hansen um die Führung stritten. Hansen setzte sich durch, doch der Debütant im Chip-Ganassi-Auto folgte mit geringem Abstand - übrigens erst mit geöffneter Fahrertür, dann ohne. Seine Mission war primär, die Zeitstrafe wieder reinzuholen.

In diesem Bewusstsein konnte es Al-Attiyah ruhig angehen lassen, ohne großes Risiko einzugehen, und fuhr gut sechs Sekunden nach Anderson ins Ziel - genug. So änderte sich an der Reihenfolge nichts mehr: Veloce zog als Sieger ins Finale ein, ebenso ABT Cupra, die durch die angewandte Zeitstrafe der Konkurrenz auf Platz 2 vorrückten. Für Chip Ganassi waren die letzten Titelhoffnungen damit gestorben.

Halbfinale 2: Sanz überschlägt sich, Andretti siegt

Auch im zweiten Halbfinale gingen zuerst die Damen an den Start. An der Startlinie: McLaren, Acciona Sainz - noch immer mit Titelhoffnungen - und Andretti. Den besten Start erwischte eigentlich Laia Sanz, doch in Kurve 1 setzte sich Catie Munnings gegen sie durch. Sanz hingegen verlor eine weitere Position gegen Emma Gilmour, duellierte sich jedoch in der Folge mit der McLaren-Pilotin. Dabei überschlug sich Sanz. Sie kam jedoch wieder auf den vier Rädern zum Stehen und konnte tatsächlich weiterfahren. Mit einem Rückstand von gut sechs Sekunden versuchte sie, den Rückstand auf Gilmour aufzuholen. Bis zur Switch-Zone verkürzte sie diesen auf etwa vier Sekunden.

Timmy Hansen kehrte als Führender auf den Kurs zurück. Tanner Foust folgte mit mehr als sechs Sekunden Rückstand, weitere sechs Sekunden dahinter kam Carlos Sainz sr. In Runde 3 veränderten sich die Abstände nicht nennenswert, ebenso wenig im letzten Umlauf. Hansen siegte demnach mit acht Sekunden Vorsprung, Foust fuhr mit weiteren acht Sekunden Abstand vor Sainz ins Ziel. Damit waren auch die theoretischen Titelchancen für das spanische Gespann dahin, während Andretti und McLaren ins Finale vorrückten.

Crazy-Race: Sanz überschlägt sich, Andretti siegt

Im sogenannten Crazy-Race, in dem sich nur noch eines von vier Teams für das Finale qualifizieren konnte, ging es bereits um den Titel, den neben RXR nur noch X44 holen konnte. Neben den beiden Rivalen gingen JBXE und Xite Energy an den Start. X44 kam am besten weg, setzte und führte den Entscheidungslauf an. Rosberg-Pilotin Mikaela erlitt einen Schaden an der Frontaufhängung und konnte nur noch langsam weiterfahren - Drama für RXR! Auch Hedda Hosas musste frühzeitig mit einem Schaden aufgeben, sodass nur noch Tamara Molinaro mit Gutierrez um den Sieg kämpfen konnte. Mit einem Abstand von knapp vier Sekunden fuhren beide in die Switch-Zone.

Quasi nebeneinander kehrten Sebastien Loeb und Ezequiel Companc auf die Strecke zurück. Schon in der Switch-Zone versuchte Companc, seinen Widersacher nervöszumachen und schob ihn immer wieder an. Loeb hielt jedoch dagegen und setzte sich als Führender durch. Der Franzose holte in der Folge einen Vorsprung von mehr als sechs Sekunden heraus und brachte sein Team X44 tatsächlich noch ins Finale. RXR versuchte noch fieberhaft, das Auto zu reparieren, um noch einen Versuch zu starten, eine Bestzeit in der "Continental Traction Challenge" zu setzen. Weil bei den Reparaturarbeiten jedoch zu viele Teammitglieder in der Switch-Zone waren, wurde Rosberg disqualifiziert und erhielt dadurch null statt zwei Punkte. so hat RXR seine Titelchancen weiter verringert!

Die Titelentscheidung wurde damit auf das Finale am Sonntagabend verschoben. Vor dem Rennen hat X44 tatsächlich wieder gute Chancen auf den ersten Meistertitel, denn RXR wird nicht mehr ins das Geschehen eingreifen können. Behält das Team von Lewis Hamilton die Bestzeit in der Traction-Challenge (fünf Extrapunkte), reicht ihm ein dritter Platz im Finale schon zum Titelgewinn. Mit einem Sieg oder Platz 2 wäre X44 in jedem Fall Champion. Die Übertragung im TV bei ProSieben Maxx und im Livestream auf ran.de beginnt um 17 Uhr. Der Start zum Finalrennen ist um 18:30 Uhr.

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2 Kommentare

Ricardo L. ·

Der Mielke kann zwar schon sehr gut kommentieren, aber übersieht sooo viele Sachen ständig (oder kennt die Regeln nicht). Ich meine wie kann er eine Runde lang nicht mitbekommen, dass die Tür abgeflogen ist? ? (und das obwohl die van de Mars es schon längst erwähnt hatte)

Ricardo L. ·

Ach und P.S.: an der Überschrift zum Crazy Race ist was falsch ?

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