Extreme E

Extreme E sagt Südamerika-Rennen in Brasilien & Argentinien ab, Ersatzrennen in Europa geplant

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Auch die neue Elektro-Rennserie Extreme E muss ihren Rennkalender pandemiebedingt anpassen. Die Rennserie gab am Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt, wie erwartet auf die Austragung des Amazon X Prix in Brasilien und des Glacier X Prix in Argentinien in diesem Jahr zu verzichten. Ersatzlocations für die beiden Rennen sind bislang noch nicht bekannt. Wie wir bereits berichteten, werden jedoch Austragungsorte in Europa geprüft.

Der ursprünglichen Planung nach wollte die Extreme E am 23. und 24. Oktober im brasilianischen Bundesstaat Para den Amazon X Prix durchführen, bevor es weiter südlich zum Glacier X Prix in Patagonien (Argentinien) gehen sollte. Hier war für den 11. und 12. Dezember 2021 das Saisonfinale der Debütsaison geplant. Aufgrund der Entwicklung der COVID-19-Pandemie in Südamerika wurde nun jedoch beschlossen, die beiden Rennen auf die zweite Saison zu verschieben.

Auch das Auswärtige Amt warnt auf seiner Internetseite aktuell vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die beiden südamerikanischen Länder. Am 10. Juni 2020 gab es mehr als 27.000 neue COVID-19-Fälle in Argentinien. In Brasilien waren es gar mehr als 88.000 neue Erkrankungen. Damit gehören sie aktuell zu den meistbetroffenen Ländern des Planeten. Zum Vergleich: In Deutschland gab es am selben Tag nur rund 2.700 Neuinfektionen.

"Wir haben die Situation in Bezug auf alle Austragungsorte der Extreme E für 2021 genau beobachtet. Wir haben uns daher dazu entschlossen, diese präventive Entscheidung hinsichtlich der Rennen in Südamerika in diesem Jahr zu treffen", so Alejandro Agag, Gründer und CEO der Extreme E. "Als neue Rennserie, die gerade in ihre erste Saison gestartet ist, ist es unsere Priorität, einen Veranstaltungskalender mit fünf Rennen zu bieten, der für unsere internationalen Teilnehmer, Partner und Mitarbeiter sicher und verantwortungsvoll ist."

Agag: "Wir hoffen, dass wir 2022 wiederkommen können"

"Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die aktuellen Reiseempfehlungen und -beschränkungen haben auch dazu geführt, dass wir nicht in der Lage waren, die Renngebiete im Voraus zu besuchen. Wir konnten die notwendigen Erkundungen nicht vornehmen, die aufgrund der Abgeschiedenheit unserer Veranstaltungen besonders wichtig sind", fährt der Spanier fort. Die bisherigen Austragungsorte in Al-'Ula und am Lac Rose hatte die Rennserie bereits einige Monate vor der Austragung besucht. Timo Scheider hatte diese Gelegenheiten jeweils genutzt, um die Streckenführungen für die Rennen auszuarbeiten.

Auch wenn die Rennen abgesagt werden, will die Extreme E an ihren "Legacy"-Programmen vor Ort festhalten, um einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen. "Wir werden natürlich weiterhin unsere wichtigen Aufforstungs- und Landwirtschaftsinitiativen unterstützen, die in der Region dank der Hilfe von Dr. Francisco Olivieira und unserer Partnerschaft mit The Nature Conservancy in Brasilien bereits gut angelaufen sind. Wir möchten uns auch bei den örtlichen Behörden in Brasilien und Argentinien bedanken, die uns während des gesamten Prozesses unterstützt haben, und wir hoffen, dass wir im Jahr 2022 wiederkommen können."

Als heißer Kandidat für ein Ersatzrennen gilt Schottland, wo im November die UN-Klimakonferenz stattfinden wird. Erst vor wenigen Wochen führte die Extreme E im schottischen Knockhill eine Testfahrt mit dem britischen Prinz William durch. Als Ersatz für den Glacier X Prix wird zudem ein mögliches Rennen in den Alpen geprüft.

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