Extreme E

Extreme E: Veloce Racing siegt am Sonntag beim Hydro X Prix in Schottland, erneut viele Unfälle

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Veloce Racing hat das Sonntagsrennen beim Hydro X Prix der Extreme E gewonnen. Kevin Hansen und Molly Taylor fuhren im Finale einen klaren Sieg ein und verwiesen McLaren und Chip Ganassi Racing auf die Plätze. Andauernder Regen und aufgewirbelter Schlamm sorgten jedoch für starke Sichtbehinderungen, die zu diversen Kollisionen führten. Wie bereits am Vortag hielten sich die Erfolge für die beiden deutschen Teams ABT Cupra und Rosberg X Racing in Grenzen. Timo Scheider, der einzige deutsche Pilot im Feld, blieb nach seinem Podium am Samstag den Tag darauf ohne Punkte.

Qualifying 1

Heat 1

Nach dem Nebel des Vortags, der zur Absage des Q1 geführt hatte, ging es am Sonntagmorgen wie geplant los. Im ersten Heat traten folgende Teams an: Rosberg, ABT Cupra, X44, Chip Ganassi und Carl Cox. Den besten Start erwischte RJ Anderson (CGR). Er fuhr knapp vor Fraser McConnell (X44) durch Kurve 1. Dahinter reihten sich Johan Kristoffersson (RXR) und Nasser Al-Attiyah (ABT) ein. Christine GZ (Carl Cox) - die einzige Pilotin zum Start des Heats - hatte schon frühzeitig mehrere Sekunden Rückstand auf Platz 4.

Ohne Überholmanöver ging es nach zwei Runden in die Switch-Zone. X44 verlor beim Cockpit-Tausch gleich zwei Positionen. Amanda Sorensen (CGR) ging somit vor Mikaela Ahlin-Kottulinsky (RXR) und Klara Andersson (ABT) zurück auf die Strecke. Cristina Gutierrez (X44) nur noch Vierte.

In der letzten Runde griff die Spanierin ihre Rivalin Andersson an, sorgte dabei jedoch für einen Reifenschaden hinten rechts am ABT-Fahrzeug. Gutierrez ging vorbei und fuhr als Dritte ins Ziel, erhielt später jedoch eine Strafe für die Aktion, die sie wieder auf Rang 4 hinter Andersson zurückwarf. Sonst passierte nichts mehr: Chip Ganassi gewann vor RXR. Carl Cox wurde Letzter - Timo Scheider hatte den Rückstand seiner Teamkollegin nicht mehr aufholen können.

Heat 2

Den besten Start im zweiten Heat hatte Mattias Ekström für Acciona Sainz. Hinter ihm folgten die beiden Hansen-Brüder Kevin (Veloce) und Timmy (Andretti) sowie Tanner Foust im McLaren. Andreas Bakkerud (JBXE) fiel frühzeitig zurück. Dann drehte sich Timmy Hansen und blieb zunächst stehen. Mit einigem Rückstand konnte er schließlich weiterfahren. Foust überholte Kevin Hansen für Platz 2. So ging es in die Switch-Zone.

Die Frauen fuhren in unveränderter Reihenfolge zurück auf den Kurs. Veloce erhielt eine 10-Sekunden-Zeitstrafe, weil das Team eine Flagge umgefahren hatte. Diese sollte jedoch nichts am Ergebnis verändern. In der letzten Runde wurde Catie Munnings (Andretti) von der Führenden, Laia Sanz, überrundet - eine Premiere in der Extreme E. Sonst änderte sich nichts mehr: Sainz gewann vor McLaren, Veloce, JBXE und Andretti.

Qualifying 2

Heat 1

Im ersten Heat des zweiten Qualifyings traten die Teams von ABT Cupra, Carl Cox, Chip Ganassi, JBXE und McLaren an. Bereits kurz nach dem Start zeigte sich, dass die Bedingungen alles andere als ungefährlich waren: Auf dem Bergabstück im ersten Sektor drehte sich Emma Gilmour (McLaren) in Führung liegend. Timo Scheider (Carl Cox) und Klara Andersson (ABT) schlugen wenige Sekunden später an derselben Stelle in die Strohballen ein, die den Streckenrand absicherten. Die ABT-Cupra-Pilotin durchschlug dabei die Strohballen und stürzte in den wenige Meter tiefen Abgrund. Das Heat wurde in der Folge für rund 45 Minuten unterbrochen.

Nach dem Restart passierte wenig. Die Rennleitung erklärte das Bergabstück des ersten Sektors als Slow-Zone. Hier galt fortan ein Tempolimit von 30 km/h. McLaren fuhr ein sauberes Rennen. Tanner Foust steuerte als Erster über die Ziellinie, erhielt jedoch eine Zeitstrafe von 30 Sekunden für zu schnelles Fahren in der Switch-Zone. Auch JBXE erhielt eine Zeitstrafe von zehn Sekunden für das Umfahren einer Flagge. Chip Ganassi Racing gewann den Heat somit knapp vor McLaren und JBXE.

Heat 2

In Heat 2 kollidierten Laia Sanz und Mikaela Ahlin-Kottulinsky wenige Meter nach dem Start. Der RXR-Bolide wurde an einem Wall ausgehebelt und traf X44-Fahrerin Cristina Gutierrez. Die Rennleitung zeigte erneut die rote Flagge. Rosberg X Racing schied mit einer gebrochenen Radaufhängung aus. Laia Sanz wollte ihr Fahrzeug nach der Rennunterbrechung wieder an den Start bringen, doch die Einfahrt in den Startbereich wurde ihr zunächst verwehrt. Sie ging trotzdem an den Start, stellte das Fahrzeug nach wenigen Metern aber mit einer gebrochenen Radaufhängung wieder ab.

Beim Fahrer:innenwechsel gab es ein Problem mit dem Sicherheitsnetz bei Andretti. Timmy Hansen verlor somit viel Zeit und fiel sogar hinter Fraser McConnell zurück. McConnell hatte mit seinem stark beschädigten Boliden jedoch sehr große Probleme und nur noch seinen Hinterradantrieb zur Verfügung, sodass er Hansen kurz darauf wieder passieren lassen musste.

Veloce Racing gewann den Heat mit 46 Sekunden Vorsprung vor Andretti und X44. Die Rennkommissare untersuchten die Kollision beim Start und entschieden, dass Laia Sanz die Schuld am Unfall trug. Daher wurde Acciona Sainz als Fünfter gewertet. Rosberg X Racing rückte auf den vierten Platz vor. Eine Prüfung der Unfallschäden bei X44 ergab jedoch, dass das Team das beschädigte Chassis wechseln musste.

Qualifying-Ergebnis beim Hydro X Prix II

Platz Team Punkte Q1 Punkte Q2 Q-Gesamtpunkte
1 Chip Ganassi 10 10 20
2 Veloce 6 10 16
3 McLaren 8 8 16
4 RXR 8 4 12
5 Sainz 10 2 12
6 Andretti 2 8 10
7 X44 4 6 10
8 JBXE 4 6 10
9 ABT 6 2 8
10 Carl Cox 2 4 6

 

Redemption-Race

Im Redemption Race standen nur vier Fahrzeuge am Start. Der Wagen von Carl Cox Racing fehlte nach dem Unfall im Qualifying. Andreas Bakkerud übernahm für JBXE am Start die Führung vor Timmy Hansen. X44-Pilot Fraser McConnell fuhr nach wenigen hundert Metern der ersten Runde in das Heck von Nasser Al-Attiyah und stellte den schwer beschädigten Wagen am Streckenrand ab. Die Rennleitung untersuchte unterdessen alle vier Fahrzeuge wegen Verstößen in der Slow-Zone.

Bakkerud fuhr mit 14 Sekunden Vorsprung auf Hansen in die Switch-Zone, Al-Attiyah lag weitere zehn Sekunden zurück. Hedda Hosas übernahm den JBXE-Wagen in Führung liegend, Catie Munnings holte jedoch in Riesenschritten auf. Durch die Slow-Zone im ersten Sektor blieb jedoch zu wenig Zeit, um Hosas noch einzuholen. Die Norwegerin fuhr mit rund fünf Sekunden Vorsprung über die Ziellinie, Klara Andersson wurde mit 30 Sekunden Rückstand Dritte. Da alle drei Teams eine Zeitstrafe von jeweils 30 Sekunden für das zu schnelle Fahren in der Slow-Zone erhielten, blieb das Ergebnis unverändert.

Finale

Im Finale traten die Fahrzeuge von Acciona Sainz, Chip Ganassi, McLaren, Rosberg und Veloce an. Kevin Hansen übernahm am Start die Führung vor Mattias Ekström. Tanner Foust war Dritter, dahinter fuhr Johan Kristoffersson. RJ Anderson lag am Ende des Feldes. Alle Fahrer hatten massive Probleme mit Schlamm auf der Windschutzscheibe. Besonders betroffen war Kristoffersson, dessen Scheibenwischer nicht funktionierten.

Foust schob sich mit einem gewagten Manöver auf der Kurvenaußenseite an Ekström vorbei und war nun Zweiter. Er schloss auf Hansen auf, musste dann jedoch abreißen lassen, da er große Mengen Schlamm auf der Windschutzscheibe hatte, die seine Sicht massiv behinderten. In dieser Reihenfolge fuhren die Fahrzeuge in die Switch-Zone. Die Rennleitung gab bekannt, auch die bei den Fahrzeugen von Acciona Sainz, McLaren und Rosberg Verstöße in der Slow-Zone zu untersuchen.

Nach dem Fahrer:innenwechsel führte Molly Taylor vor Emma Gilmour, Laia Sanz und Mikaela Ahlin-Kottulinsky lagen unmittelbar dahinter. Auch Sanz hatte nun große Mengen Schlamm auf der Windschutzscheibe und musste langsamer fahren. Kurz darauf kollidierten Ahlin-Kottulinsky und Sanz, die Spanierin drehte sich dabei. Die Fahrzeuge kollidierten bei Sanz' Wendemanöver erneut, dabei brach die Radaufhängung am RXR-Fahrzeug. Ahlin-Kottulinsky musste das Rennen aufgeben.

An der Spitze fuhr Molly Taylor mit sechs Sekunden Vorsprung ungefährdet zum Sieg vor Emma Gilmour und Amanda Sorensen. In der letzten Runde rutschte Laia Sanz in der Slow-Zone von der Strecke, auch für sie war das Rennen somit beendet. Da die Rennkommissare entschieden, keine Strafen wegen der Verstöße in der Slow-Zone auszusprechen, blieb das Ergebnis unverändert.

In der Gesamtwertung übernahm Veloce Racing wieder die Führung vor Acciona Sainz, Rosberg X Racing war nun Dritter. Das nächste Rennwochenende der Extreme-E-Saison 2023 findet am 8. und 9. Juli statt. Dann gastiert die Elektromeisterschaft abermals auf Sardinien - wie immer in diesem Jahr mit einem weiteren "Double-Header".

Ergebnisse

Gesamtwertung

zusätzliche Berichterstattung durch Timo Pape

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