Extreme E

Jenson Button nach 1. Extreme-E-Testfahrt: "Hier kommen die Besten der Besten zusammen"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Jenson-Button-in-Car-Wales-Test

Mit einer Offroad-Rallye in Saudi-Arabien will die Extreme E im April in ihre erste Saison starten. In der Elektroserie besitzen mit Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Jenson Button gleich drei ehemalige Formel-1-Weltmeister einen eigenen Rennstall, Button wird sogar selbst ins Fahrzeug klettern. Nach einem ersten Test steigt auch beim Briten die Vorfreude auf den Saisonstart.

Button gab seinen Einstieg in die Extreme E einige Wochen nach den kollektiven Extreme-E-Vorsaison-Tests bekannt, die bereits im Dezember in Spanien stattfanden. Statt zwei umfangreichen Testtagen in Aragon blieben dem Formel-1-Champion von 2009 somit lediglich einige verregnete Shakedown-Runden in Wales, ehe die Fahrzeuge zum Transport auf die St. Helena, das "schwimmende Fahrerlager" der Extreme E, verladen werden.

"Ich finde, dass die Extreme E eine fantastische Initiative ist", berichtet Button nach seiner ersten Testfahrt bei 'BBC Sport'. Seine Motivation für den Extreme-E-Einstieg: "Ich kann die Welt nicht im Alleingang verändern. Aber ich möchte eine Rolle dabei spielen, Aufmerksamkeit für die Folgen des Klimawandels zu generieren."

Button überzeugt: "Formel 1 mit Benzinmotoren bald sinnlos"

Button ging in seiner 18-jährigen Formel-1-Karriere bei insgesamt 306 Grands Prix an den Start, feierte 50 Podien und wurde 2009 für BrawnGP Weltmeister. 2018 gewann er zudem den GT500-Titel in der Super GT und nahm am renommierten 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Inzwischen lebt er mit seiner Frau Brittny und zwei Kindern in Los Angeles.

"Früher habe ich immer nur im Hier und Jetzt gelebt. Als Vater denke ich inzwischen aber mehr an die Zukunft und an das, was wir unseren Kindern hinterlassen, wenn sie groß werden", berichtet Button. "Wie gesagt, ich kann die Welt nicht allein verändern. Aber jeder von uns kann einen kleinen Teil übernehmen."

Privat arbeite der 41-Jährige daran, künftig ein Elektroauto zu fahren. "Sobald man auf das Strompedal drückt und die Leistung spürt, vergisst man alle Gedanken an einen V8-Motor", berichtet er über seine ersten Extreme-E-Erfahrungen. "Das Gefühl ist mit keinem anderen Fahrzeug vergleichbar. In Großbritannien wird in einem Jahrzehnt ohnehin kein Weg an einem Elektroauto vorbeiführen, weil Benziner früher oder später obsolet werden. Ein Formel-1-Auto mit Benzinmotoren wird damit auch sinnlos. Die Zukunft ist elektrisch, und das gilt auch für jede Form des Motorsports."

Extreme E zieht F1-Weltmeister an

Die Extreme E will in den kommenden Monaten insgesamt fünf Rennveranstaltungen in besonders vom Klimawandel betroffenen Gebieten austragen, um auf schmelzende Gletscher, Desertifikation oder Meeresverschmutzung aufmerksam zu machen. Im Kern sei die Serie dennoch eine Motorsport-Kategorie, findet Button.

"Nico Rosberg und Lewis Hamilton haben ein Team in der Extreme E. Zusammen mit mir sind das drei Formel-1-Weltmeister, die einen Rennstall besitzen. Dazu kommen andere Champions und die besten Fahrer aus dem Offroad-Sport: von Rallye-Fahrern über Rallycross- bis hin zu Dakar-Siegern. In der Extreme E kommen die Besten der Besten zusammen, so wie es im Offroad-Sport noch nie der Fall war. Das ist schon cool."

JBXE-Fahrerin weiterhin unbekannt

In der Extreme E ist die Hälfte der verfügbaren Startplätze für Rennfahrerinnen reserviert. Jedes Team ist somit verpflichtet, jeweils eine Frau und einen Mann unter Vertrag zu nehmen. Welche Pilotin an Buttons Seite für das Team JBXE Racing antreten wird, ist derzeit aber noch nicht bekannt.

"Ich bin ein großer Fan der Idee, dass Jungen und Mädchen gemeinsam fahren", findet Button. "Es ist auch nicht so, dass erst die männlichen Fahrer starten und die Frauen 'dann auch mal dürfen'. Im Gegenteil: Die Teams können die Reihenfolge selbst festlegen. Ich sehe keinen Grund, warum Frauen nicht gegen Männer fahren sollten. Sie werden das Auto wie ihre männlichen Teamkollegen pushen und ganz genau wissen, wie alles funktioniert. Ich bin sehr gespannt darauf!"

Die erste Offroad-Rallye der Extreme E ist für den 3./4. April in der saudi-arabischen Al-'Ula-Wüste geplant (zum Extreme-E-Rennkalender 2021). Für die erste Veranstaltung verladen die Teams in diesen Tagen ihre Fahrzeuge zum Transport nach Liverpool, wo die St. Helena derzeit im Birkenhead-Hafen festgemacht hat. Das in den vergangenen Monaten umgebaute Schiff soll seine Reise nach Saudi-Arabien in wenigen Wochen antreten.

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1 Kommentare

Läufer ·

Klingt sehr spannend! Ich hoffe bald spannende Aufnahmen darüber zu sehen. Wenn es aber um die Fahrerplätze geht, warum eine Frauenquote? Wenn es um die Besetzung der Plätze geht, sollte Leistung zählen! Warum also eine Frauen/Männerquote?

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