Extreme E

Nico Rosberg sucht OEM für 2. Extreme-E-Saison: "Deutscher Hersteller wäre natürlich optimal"

Svenja König

Svenja König

Nico-Rosberg-Island-X-Prix

In etwa fünf Wochen bestreitet die Extreme E ihr Saisonfinale in Bovington, Großbritannien. Rosberg X Racing hat die beste Ausgangslage, um die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Doch die Planungen von Teamchef Nico Rosberg gehen über die erste Saison hinaus - 2022 möchte er mit einem Automobilhersteller im Rücken an den Start gehen. Das verriet der Formel-1-Weltmeister von 2016 im Exklusiv-Interview mit 'e-Formel.de'.

Am Rande des Island X Prix auf Sardinien erklärte uns Rosberg: "Ich würde gerne einen OEM-Partner für nächste Saison haben. Wir sind aktuell in sehr guten Gesprächen. Ein deutscher Hersteller wäre natürlich optimal, aber auch international kann es sehr interessant werden."

Bisher pflegen ABT und Chip Ganassi Partnerschaften mit den Automobilherstellern Cupra beziehungsweise der GM-Tochter Hummer EV. Außerdem hat Lotus sein Logo auf das Fahrzeug von JBXE geklebt. Da die Extreme E vorerst auf Einheitsfahrzeuge setzen wird, gibt es bislang wenig bis gar keine Möglichkeiten für Hersteller, die Entwicklung der Off-Road-SUVs zu beeinflussen.

"Die Autohersteller brauchen die Freigabe für die Entwicklung von der Extreme E, damit sie technisch ihren Mehrwert erzielen können. Aber man muss auch aufpassen, dass man das nicht zu früh macht, denn es kriegt nicht jedes Team einen Herstellerpartner, und dann wird das Projekt viel teurer. Da muss man eine Balance finden."

"Extreme E muss an Standfestigkeit arbeiten"

Darüber hinaus wünscht sich der Teamchef zuverlässigere Autos für die zweite Saison. Insbesondere die Aufhängungen und Lenkungen von Spark Racing Technology gingen bei den letzten Läufen in Grönland und Italien oft zu Bruch und verhinderten spannendere Positionskämpfe. Eine Verstärkung der besonders beanspruchten Bauteile sei allerdings eine machbare Aufgabe.

"Es sollte natürlich nicht sein, dass so viele Autos kaputt gehen", sagt Rosberg. "Klar, wenn man Fehler macht, sollte man auch Zeit verlieren. Aber dass sie einfach kaputt gehen, ist nicht gewollt. Da muss die Extreme E noch an der Standfestigkeit arbeiten. Das ist aber nicht schwierig zu beheben. Dann werden die Rennen automatisch spannender, wenn noch mehr Autos im direkten Fight sein können. Das ist eines der Probleme, die es momentan zu beheben gilt."

"Linienauswahl müssen wir beim Finale besser machen"

Auch wenn Rosberg X Racing beim Island X Prix erneut ganz oben stand und die meisten Siege in dieser Saison feierte, lief es für den deutschen Rennstall in Italien nicht optimal. Insbesondere am Samstag hatte das Team nach einem Überschlag von Molly Taylor und einem Plattfuß bei Johan Kristoffersson zu kämpfen. Während es bei den ersten drei Saisonläufen zumeist eine Ideallinie gab, hatten beim Island X Prix mehrere Linien das Potenzial, zum Rennsieg zu führen.

Insbesondere die direkte Konkurrenz - Lewis Hamiltons Team X44 - machte bei der Analyse und Auswahl der Linien Zeit auf RXR gut. "Man darf vorher die Strecke nur ergehen und muss dann schon losfahren. Das ist eine riesige Herausforderung, die Gegend so gut zu lesen, dass man immer die richtigen Linien aussucht", so Rosberg. "Da sind wir in Italien nicht gut gestartet, und das ist ein Bereich, wo ich beim Finale noch einmal hinterher sein werde, dass wir das besser machen."

Allerdings gehe es in der Extreme E nicht nur um die reine Geschwindigkeit auf eine Runde, sondern auch um Cleverness: "Ich gehe das hier an wie damals in der Formel 1. Man muss clever sein und die richtigen Entscheidungen treffen - dafür sitzen wir abends noch Stunden am Computer in Meetings zusammen. Wir versuchen, alle möglichen Probleme zu diskutieren, wie wir die vermeiden können."

"Das ist sehr cool, dass ich da meinen Beitrag leisten kann, mit meiner ganzen Erfahrung. Und Molly und Johan bringen natürlich auch unglaublich viel Erfahrung mit. Auch am Kommandostand bin ich stark involviert. Zum Beispiel wenn wir im Rennen entscheiden, ob wir auf Sieg fahren oder etwas (Tempo) rausnehmen."

Beim anstehenden Saisonfinale gehe aus wortwörtlich um alles, denn aktuell führt das Team sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung vor X44. Der fünfte und letzte Saisonlauf findet am vierten Advent - also am 18. und 19. Dezember 2021 - in England statt.

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