Extreme E

RXR gewinnt wendungsreiches Extreme-E-Samstagsrennen beim Island X Prix - Sainz übernimmt Gesamtführung

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Rosberg-X-Racing-Extreme-E

Rosberg X Racing hat das fünfte Rennen der Extreme-E-Saison 2023 gewonnen. Bei extremen Hitzebedingungen setzten sich Johan Kristoffersson und Mikaela Ahlin-Kottulinsky auf dem staubigen Island-X-Prix-Kurs in Sardinien gegen das Duo Sanz/Ekström von Acciona Sainz durch. Die spanische Mannschaft übernahm dank Position 2 im Finalrennen allerdings die Gesamtführung von Veloce Racing.

Qualifying 1

Heat 1

Seit diesem Jahr findet das Qualifying der Extreme E in zwei Abschnitten statt, in denen jeweils zwei Heat-Rennen stattfinden. An der Startlinie für den ersten Durchgang reihten sich die Fahrer der Teams X44, JBXE, Rosberg X Racing, Carl Cox Motorsport und ABT Cupra auf. Vier der fünf Piloten aktivierten direkt zu Beginn ihren Hyperdrive, um bestmöglich beschleunigen zu können. Einzig Fraser McConnell (X44) verzichtete auf den Einsatz seines Boosts, fiel dadurch allerdings auch auf Position 4 zurück. Johan Kristoffersson übernahm für RXR die Führung, die er bis zum obligatorischen Fahrer:innen-Wechsel verteidigte.

Nach dem "Switch" verlor JBXE-Fahrerin Hedda Hosas zwei Positionen: Carl-Cox-Debütantin Lia Block und X44-Fahrerin Cristina Gutierrez rutschten durch. Letztere kämpfte zudem mit den Auswirkungen einer beschädigten Tür an ihrem Renner, die im Verlauf des Rennens drohte, abzufallen. Den Zielstrich überquerte Gutierrez hinter Block und vor Hosas auf Position 4, allerdings wurde sie aufgrund einer umgefahrenen Wegpunkt-Flagge auf den fünften Rang zurückgestuft. Den Sieg holte Mikaela Ahlin-Kottulinksy für RXR. Klara Andersson sicherte einen starken zweiten Platz für ABT Cupra.

Ergebnis: 1. RXR, 2. ABT, 3. Carl Cox, 4. JBXE, 5. X44

Heat 2

Den besten Start des zweiten Heats erwischte Andretti-Fahrer Timmy Hansen. Im "Schweden-Trio" mit Mattias Ekström (Acciona Sainz) und seinem Bruder Kevin Hansen (Veloce) setzte sich der 31-Jährige von Tanner Foust (McLaren) und RJ Anderson (CGR) ab. Im Verlauf der ersten zwei Runden wirkte Ekström phasenweise schneller als Hansen, konnte die Führung jedoch nicht übernehmen.

Beim Fahrer:innen-Wechsel bemerkte Veloce ein Problem am Auto: Der linke Vorderreifen musste gewechselt werden. Aus dem Dreikampf um die Spitzenposition wurde somit ein Zweikampf, den Catie Munnings jedoch routiniert für sich entschied. Die Britin holte für Andretti den souveränen Heat-Sieg und fuhr neun Sekunden vor Laia Sanz (Acciona Sainz) ins Ziel. Sorensen (CGR) und Taylor (Veloce) komplettierten die Top 4. McLaren, die ebenfalls ein technisches Problem beim "Switch" lösen mussten, wurden mit Fahrerin Emma Gilmour letzte.

Ergebnis: 1. Andretti, 2. Sainz, 3. CGR, 4. Veloce, 5. McLaren

Qualifying 2

Heat 1

Sanz erwischte den besten Start in den zweiten Qualifying-Abschnitt, dahinter sortierte sich Ahlin-Kottulinsky ein. In dieser Reihenfolge fuhren am Ende eines ereignisarmen Laufs wenig später auch ihre Teamkollegen ins Ziel. Veloce, die beim "Switch" zwischenzeitlich hinter X44 zurückgefallen waren, verbuchten mit Platz 3 ein solides Ergebnis, das dem Rennstall aber nur für einen Platz im Redemption Race genügte. Carl Cox' Team erreichte nach einem Fahrfehler von Block in der ersten Kurvensektion lediglich die fünfte und letzte Position.

Ergebnis: 1. Sainz, 2. RXR, 3. Veloce, 4. X44, 5. Carl Cox

Heat 2

Zu Beginn von Heat 2 nutzten alle Teams ihren Hyperdrive, um von der Startlinie zu beschleunigen. Den besten "Launch" von allen erwischte Amanda Sorensen, die 2,2 Kilometer später die erste CGR-Führungsrunde des Wochenendes abschloss. Danach gab es, ganz ähnlich wie in Heat 1, keine Positionskämpfe mehr: Sorensens Teamkollege Anderson erreichte das Ziel auf dem ersten Platz. Rang 2 ging an Andretti, die sich dank eines schnelleren Boxenstopps gegen ABT Cupra durchsetzten. McLaren und JBXE verpassten auf Platz 4 und 5 die Qualifikation fürs Finale.

Ergebnis: 1. CGR, 2. Andretti, 3. ABT, 4. McLaren, 5. JBXE

Qualifying-Ergebnis beim Island X Prix I

Platz Team Punkte Q1 Punkte Q2 Q-Gesamtpunkte
1 Sainz 8 10 18
2 RXR 10 8 18
3 Andretti 10 8 18
4 CGR 6 10 16
5 ABT 8 6 14
6 Veloce 4 6 10
7 Carl Cox 6 2 8
8 McLaren 2 4 6
9 X44 2 4 6
10 JBXE 4 2 6

 

Redemption Race

Die "Verlierer" des Qualifyings kämpften im Redemption Race um die ersten Meisterschaftspunkte des Wochenendes. Veloce-Fahrer Kevin Hansen erwischte den besten Start, während Bakkerud (JBXE) nach einem Kontakt auf den ersten Metern ans Ende des Feldes zurückfiel und den X Prix wenig später aufgab. Hansen beendete seinen Stint auf dem ersten Platz, dahinter tauschten McLaren - nach Fremdkontakten mit einer beschädigten Tür und ohne Heckpartie unterwegs - und X44 kurz vor der "Boxengasseneinfahrt" die Positionen 3 und 4.

McConnell hatte kurz zuvor deutlich spät gebremst und die Kontrolle über seinen X44-Wagen verloren. Dabei verpasste er den Wegpunkt, der die Einfahrt in die Switch-Zone markierte. Nach dem Fahrer:innen-Tausch machte Gilmour hohen Druck auf die nun führende Molly Taylor, schaffte es aber bis zum Zieleinlauf nicht vorbei. Veloce gewann somit das Redemption Race, McLaren verbuchte einen soliden zweiten Platz. Block beendete ihr starkes Debütrennen mit Position 3 für Carl Cox Motorsport, allerdings wurde das Team in der Rennwertung aufgrund zweier Strafen auf Platz 4 zurückgestuft.

Ergebnis: 1. Veloce, 2. McLaren, 3. X44, 4. Carl Cox, DNF: JBXE

Finale

Für das Finale qualifiziert waren die besten fünf Teams aus dem Qualifying. Das "Grid Play"-Voting entschied darüber, welche Teams ihre Startposition zuerst wählen durften. Auf den Außenbahnen nahmen Acciona Sainz und Andretti den X Prix auf, ABT entscheid sich für einen Start aus der Mitte. Alle Fahrer orientierten sich am kürzesten, mittleren Weg in die ersten Kurven - zu wenig Platz für fünf Autos.

RXR fiel im "Sandwich" zunächst sehr weit zurück, und auch Acciona Sainz und ABT verloren Boden. Für das deutsche Team sollte es wenig später noch schlimmer kommen: Bereits in der ersten Runde bemerkte Sebastien Loeb einen Reifenschaden! Er steuerte nach nur 2,2 Kilometern die Boxengasse an, um das beschädigte Rad austauschen zu lassen. An der Spitze des Feldes fuhr wenig später Anderson (CGR) als erstes seinen Wagen in die Wechselzone, dahinter folgten die Fahrzeuge von Andretti, Acciona Sainz und RXR. Das von Nico Rosberg gegründete Team hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seinen Rückstand von neun auf weniger als drei Sekunden verkleinert.

Beim Fahrer:innen-Tausch übernahmen Sorensen, Munnings, Ahlin-Kottulinsky und - mit großem Rückstand - Andersson die Lenkräder. Im zweiten Teil des Rennens sollte die Dramatik nicht nachlassen. So geriet Munnings im Positionskampf mit Ahlin-Kottulinsky aneinander und rollte auf die Seite. Die Britin musste den X Prix somit als einzige Teilnehmerin aufgeben.

Etwas weiter vorn fuhr Sorensen (CGR) kurz darauf als erste ins Ziel. Doch schon in der letzten Runde hatte die Rennleitung eine Strafe gegen das US-Team verkündet: Die US-Amerikanerin war wenige Augenblicke zu früh aus der Boxengasse gestartet! Das vermeintliche Siegerteam wurde deswegen mit einer 15,7-Sekunden-Zeitstrafe belegt und nur auf Position 3 gewertet. Der Sieg ging stattdessen an RXR, die nach einer starken Aufholjagd auch das Team Acciona Sainz hinter sich gelassen hatten. Die spanische Mannschaft wurde auf Rang 2 gewertet, ABT auf Position 4.

Ergebnis: 1. RXR, 2. Sainz, 3. CGR, 4. ABT, DNF: Andretti

In der Gesamtwertung übernimmt Acciona Sainz somit die Führungsposition - der Vorsprung auf Veloce beträgt aber nur zwei Punkte. Zehn weitere Zähler dahinter folgt RXR, CGR und X44 komplettieren zur Saisonhalbzeit im Gesamtstand die Top 5. Die nächste Gelegenheit, Punkte zu erzielen, gibt es für die Teams aber bereits am Sonntag: Dann findet der zweite Teil des Island X Prix 2023 statt.

Gesamtwertung

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1 Kommentare

Ricardo L. ·

Weiß man wie die Strecke bewässert wurde? Ich verstehe es wegen des Staubs, aber es sieht bei so einer trockenen Gegend einfach erstmal falsch aus :/

Antwort von Tobias Bluhm

Leider nicht genau. Wir hatten uns das ja mal beim Copper X Prix letztes Jahr angesehen, als Tankwagen Meerwasser zur Strecke gebracht hatten. Dieses Mal könnte es ähnlich sein, das Mittelmeer ist ja nicht weit entfernt. Persönlich finde ich diese Maßnahme auch ziemlich bemerkenswert, jedes Mal aufs Neue.

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