Extreme E

Rosberg-Team feiert Extreme-E-Titel mit Schlammschlacht: "Am schönsten zu gewinnen, wenn es eng ist"

Svenja König

Svenja König

Rosberg-X-Racing-XE-champion

Punktgleich beendeten Rosberg X Racing und X44 den Jurassic X Prix - das letzte Rennen der ersten Extreme-E-Saison. Am Ende entschied die Anzahl der Siege über den Titelgewinn zu Gunsten des Teams von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg. Nach dem Rennen resümierten die Champions Molly Taylor und Johan Kristoffersson ihre Saison - und feierten mit einer Schlammschlacht.

Insgesamt drei Siege aus fünf Rennen konnte Rosberg X Racing in der Debütsaison 2021 feiern. Auf zwei Erfolge zu Saisonbeginn in Al-Ula (Saudi-Arabien) und am Lac Rose (Senegal) folgte ein fünfter Platz in Grönland. Auf Sardinien meldeten sich Taylor und Kristoffersson mit dem dritten Saisonsieg zurück. Beim Jurassic X Prix an der Südküste Englands reichte an diesem Wochenende ein vierter Platz, um den Titel zu sichern.

"Das war ein sehr intensives und interessantes Finale heute", so Taylor in der Pressekonferenz kurz nach dem Rennen. "Natürlich wäre es noch schöner gewesen, wenn wir es auf das Podest geschafft hätten. Aber wir haben getan, was wir tun mussten, um die Meisterschaft zu besiegeln und das Risiko möglichst gering zu halten."

"Es ist natürlich am schönsten, wenn es eng ist, und du gewinnst", ergänzt Kristoffersson. "Das ist die zweite Meisterschaft, die ich in diesem Jahr bei Punktgleichstand gewinne. Im Finale habe ich auf den Call vom Team gewartet, ob ich um den Super-Sector kämpfen muss, aber der kam nicht. Es ist natürlich eine große Versuchung, Vollgas zu fahren, aber insbesondere heute war es ein zu großes Risiko. Jetzt ist es aber auch schön, nach Hause zu fahren, Weihnachten zu verbringen, und erst danach wird sich alles richtig setzen."

"Wir gehörten von Anfang an zu den Schnellsten, und natürlich ist es auch unser und Nicos Ziel, hier um die Siege zu kämpfen. Damit haben wir im Qualifying in Saudi-Arabien schon gut angefangen und waren die Schnellsten. Gut - da haben wir eine Strafe bekommen, aber direkt weitergemacht. Dann haben wir gepusht, wann immer wir es brauchten, und versucht vorsichtig mit dem Auto umzugehen, wann immer es ging."

Kristoffersson: "Nicht eine Kurve, in der ich tatsächlich mal Vollgas gefahren bin"

Wie alle anderen Teams hatte auch Rosberg X Racing über die Saison mit der Haltbarkeit der Autos zu kämpfen. Deshalb ließ es der Rennstall insbesondere beim Finale in Großbritannien bewusst etwas ruhiger und sicherer angehen. Das hatte Nico Rosberg schon nach Taylors Run im Qualifying betont.

"Im Motorsport musst du immer etwas Glück auf deiner Seite haben", erklärt Kristoffersson weiter. "Auch wir hatten über die Saison einige technische Probleme, und die hat unser Team immer lösen können. Natürlich sind wir dann in einigen Rennen etwas vorsichtiger gefahren, um auf jeden Fall das Finale zu erreichen. Man hat seinen Fahrstil an jede Strecke und jede Situation anpassen müssen. Ich glaube, es gab nicht eine Kurve, in der ich tatsächlich mal Vollgas gefahren bin. Für mich war es eine große Herausforderung, mich als Fahrer auch mal zurückzunehmen, aber so funktioniert diese Meisterschaft."

"Am Ende läuft es so, wie in jeder anderen Meisterschaft auch - Konstanz wird schlussendlich belohnt", sagt Taylor. "Man muss viele Punkte mitnehmen, wenn es gut läuft, und versuchen, den Verlust möglichst gering zu halten, wenn es nicht läuft. Für mich persönlich war es eine absolut verrückte Saison und eine tolle Erfahrung, in einer so großen Serie mit dieser Konkurrenz um die Meisterschaft kämpfen zu können. Es war eine tolle Möglichkeit, dazuzulernen und mich weiterzuentwickeln."

Auch am Sonntagabend betonten beide Fahrer:innen noch einmal, wie wichtig die Zusammenarbeit im Team gewesen sei - sowohl unter den Pilot:innen als auch mit Teamgründer und CEO Nico Rosberg. "Molly und ich versuchen natürlich so gut es geht zusammenzuarbeiten, und sie hat mir gestern noch einige sehr wichtige Tipps für das zweite Qualifying mitgegeben", so Kristoffersson. "Aber da gibt es auch noch Nico in der Rechnung, der selbst einmal Fahrer war, der ebenfalls sehr gute Hinweise geben kann und auch selbst mit anpackt." Die 33-jährige Taylor ergänzt mit einem Lachen: "Ich habe auf jeden Fall mehr von Johan gelernt, als er von mir."

Nach dem Rennen feierte das Trio ausgiebig mit einem Ringkampf im Schlamm von Dorset, wie das Video unten dokumentiert. Die Pilot:innen der Extreme E haben jetzt etwa zwei Monate Zeit, um sich auf die zweite Saison vorzubereiten, denn schon am 19. und 20. Februar soll es in Saudi-Arabien mit dem Auftakt der zweiten Saison weitergehen.

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1 Kommentare

Horatio ·

Sehr interessantes neues Format mit toller Botschaft und am Ende auch noch ein spannendes Finale. Bin schon auf die nächste Saison gespannt, auch wenn die Punktevergabe quer durch die Qualis, Semi-Finals und Crazy Race nicht immer ganz nachvollziehbar sind bzw. im Kopf rasch mitgerechnet werden können.

Highlight war die Strecke auf Grönland.

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