Extreme E

Überschlag trübt McLarens Extreme-E-Debüt: "Durch Staub nicht bemerkt, dass Auto vor mir Probleme hat"

Svenja König

Svenja König

Contact-Crash-McLaren-Rosberg-X-Racing-Extreme-E

Beim Debüt in der Offroad-Serie Extreme E konnte das neue Team McLaren XE auf Anhieb ins Finale einziehen. Im Hauptrennen des Desert X Prix verunfallte Pilot Tanner Foust allerdings und verhinderte somit ein besseres Endergebnis. Nichtsdestotrotz fällt die Bilanz des Rennstalls positiv aus: "Die Extreme E ist genau das, was wir uns vorgestellt haben", betont McLarens Geschäftsführer Zak Brown.

Wie schon im Vorjahr hatten die Fahrer:innen der Extreme E das ganze Wochenende mit der starken Staubentwicklung auf der Strecke in Saudi-Arabien zu kämpfen. Daher musste die Elektromeisterschaft ihr Rennformat in letzter Minute noch einmal vorsorglich anpassen. In den Heat-Qualifyings war die Staubentwicklung noch moderat, da es in der Nacht auf Samstag sowie im Laufe des Tages immer wieder geregnet hatte. Am Sonntag war dies jedoch nicht mehr der Fall, wodurch verstärkt Sand und Wüstenstaub aufgewirbelt wurden.

Im Finale waren die Pilot:innen, die in Positionskämpfe verwickelt waren, teilweise im "Blindflug" unterwegs. Stellenweise konnten sie ihre Kontrahent:innen erst ausmachen, wenn sie nahezu den Heckspoiler ihrer Rival:innen berührten. So erging es beim McLaren-Debüt auch Tanner Foust, der sich in der Startrunde zunächst vor Sara Price (Chip Ganassi Racing) einordnete. Als er dann Kurs auf das Rosberg-Fahrzeug der diesem Zeitpunkt auf Platz 3 liegenden Mikaela Ahlin-Kottulinsky nahm, kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Foust sah das Auto der Schwedin erst, als es schon zu spät war, und kollidierte mit Ahlin-Kottulinsky. Er überschlug sich.

"Ich bin in den Staub geraten", berichtet der US-Amerikaner nach dem Rennen. "Ich kannte meine Linie, die bin ich vorher schon gefahren. Deshalb bin ich voll auf dem Strompedal geblieben. Ich habe nicht bemerkt, dass ein Auto vor mir Probleme hatte und langsamer wurde. Der Aufprall verursachte einen gewaltigen Überschlag, und wir waren aus dem Rennen. Die Anstrengungen, die dieses talentierte Team an seinem ersten Rennwochenende unternommen hat, waren episch, und ich bedauere, dass es so enden musste. Aber wir haben viel gelernt und werden in Sardinien besser vorbereitet sein als je zuvor."

Zak Brown: "Könnte nicht stolzer auf das gesamte Team sein"

Die Session musste nach der ersten Runde unterbrochen werden, um das beschädigte McLaren-Auto von der Strecke zu holen. Foust wurde vom medizinischen Personal der Extreme E untersucht, war aber unverletzt geblieben. Teamkollegin Emma Gilmour kam nicht mehr zum Einsatz. Insgesamt präsentierte sich das britische Team am Rennsonntag, nachdem es in den Qualifying-Sessions von technischen Problemen und Zeitstrafen geplagt wurde, konkurrenzfähig.

"Wir wussten, dass es eine harte erste Veranstaltung werden würde", sagt die neuseeländische Pilotin Gilmour. "Das, was Tanner im Finale passiert ist, ist eine der vielen Herausforderungen und eines der Risiken, von denen wir wussten, dass wir sie meistern müssen. Wir haben als Team viel daraus gelernt, und wir werden noch stärker zurückkommen. Tanner war eine großartige Unterstützung, und ich könnte mir keinen besseren Teamkollegen wünschen. Außerdem war es eine unglaubliche Erfahrung, in Saudi-Arabien zu sein und in einem so spektakulären Terrain zu fahren."

"Trotz Tanners Unfall im Finale war das Rennen an diesem Wochenende genau das, was wir uns vorgestellt haben", gibt sich Zak Brown, CEO von McLaren Racing, nach dem Rennen zufrieden. "Der ganze Nervenkitzel des Rennsports unter extremen Bedingungen, und doch ganz anders als in der Formel 1 und IndyCar-Serie. Es war kurz, scharf, schnell und - im Crazy-Race- richtig rasant! Ich könnte nicht stolzer sein auf Emma, Tanner und das gesamte Team um unseren sportlichen Leiter Mark Grain und die leitende Ingenieurin Leena Gade. Wir stehen erst am Anfang. Und obwohl wir es mit einer starken Konkurrenz zu tun haben, haben wir einen soliden Start hingelegt."

Extreme-E-Desert-Dust

Sainz: "Staub ist unser größtes Problem"

Die Staubentwicklung zählte schon im Vorjahr zu den größten Diskussionspunkten bei der Rennstreckenauswahl in Saudi-Arabien. In Al-'Ula kollidierte 2021 Claudia Hürtgen im ABT Cupra mit Kyle LeDuc (Chip Ganassi Racing). Rallye-Dakar-Legende und Acciona-Sainz-Fahrer Carlos Sainz sr. äußerte sich nach dem Rennen kritisch gegenüber den Rahmenbedingungen in Neom: "Unser größtes Problem aktuell ist der Staub", so der 59-Jährige. "Ich denke, das Rennformat ist gut, aber wir müssen daran arbeiten, Rennlocations zu finden, wo die Staubaufwirbelung nicht so stark ist. Auch, wenn das ein großes Stück Arbeit ist."

Tanner Foust blieb beim Desert X Prix nicht der Einzige, der sich mit seinem Fahrzeug überschlug. Gleiches war am Vortag schon Christina "GZ" Giampaoli Zonca (Veloce Racing) passiert, genauso wie Andretti-Pilot Timmy Hansen im zweiten Halbfinale.

Als nächstes reist die Extreme E nach Sardinien, wo bereits in der Debütsaison ein Rennen stattfand - ebenfalls bei sehr trockenen Bedingungen. Bis dahin sind es allerdings noch rund zweieinhalb Monate, denn der X Prix findet erst am 7./8. Mai statt.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 1 und 7?
Advertisement