Extreme E

Extreme E: X44 gewinnt erstes Qualifying beim Jurassic X Prix vor Rosberg X Racing

Svenja König

Svenja König

X44 hat das erste Qualifying im Rahmen des Jurassic X Prix in England gewonnen. Im Zeitfahren war das Team von Lewis Hamilton 1,9 Sekunden schneller als die Titelrivale Rosberg X Racing auf Rang 2. Auch Laia Sanz und Carlos Sainz sr. zeigten eine starke Fahrt und belegten trotz Türproblemen den dritten Platz. Somit sicherte sich X44 die beste Ausgangslage für das zweite Qualifying am Nachmittag, um erste Punkte auf Rosberg gutzumachen.

Da die Strecke an der Südküste Englands bedeutend kürzer ist als die Strecken, die im bisherigen Saisonverlauf genutzt wurden, werden an diesem Wochenende pro Session drei Runden gefahren. Die Extreme E hat vorgegeben, dass im Qualifying zunächst die Herren zwei Runden absolvieren musste, dann die Damen eine weitere. Im Qualifying 2 ist es umgekehrt.

Aus den offiziellen Dokumenten lässt sich indes herauslesen, dass das erste Qualifying bereits am Freitag stattfand und nicht mit den üblichen zwei Stunden Zeitverzögerung als "Livestream" übertragen wurde, sondern 22 Stunden später. Das zweite Qualifying, das ab 14 Uhr übertragen wird, fand bereits am Samstagmorgen ab 9 Uhr statt.

ABT Cupra beginnt stark

Zuerst ging Mattias Ekström für ABT Cupra auf die Strecke. Der WRX-Champion fuhr zwei starke Runden ohne große Probleme, und Jutta Kleinschmidt setzte diese starke Performance fort. Insbesondere in den ersten Kurven nutzte sie eine engere Linie als der Schwede, die vermeintlich schneller war. Das Team setzte eine erste Richtzeit von 9:24.113 Minuten, die eine ganze Weile bestehen solle.

Es folgten die Premiere von Lance Woolridge für Veloce und die Rückkehr der W-Series-Meisterin Jamie Chadwick, die vor dem Jurassic X Prix eine zusätzliche Testfahrt absolvieren konnte - eine komplette Neuaufstellung bei Veloce. Woolridge zeigte zwei ordentliche, engagierte Runden, nachdem er im Shakedown über Bremsprobleme geklagt hatte, und übergab mit insgesamt drei Sekunden Rückstand an Chadwick. Die 23-Jährige hatte zu Beginn der Runde einige Probleme mit der Linie, sodass sich der Rückstand auf sechs Sekunden vergrößerte. Danach kam sie aber besser in Schwung und konnte den Rückstand halten. Ihre Zeit sollte für Platz 5 reichen.

Die Runde von Oliver Bennett wurde nur in der Zusammenfassung gezeigt. Der Brite verlor anscheinend in den ersten Kurven viel Zeit und nahm kurz darauf noch eine Flagge mit, wofür er eine 10-Sekunden-Zeitstrafe erhielt. Insgesamt verlor Bennett allein 25 Sekunden auf ABT Cupra, auf die spätere Bestzeit sogar mehr als 40 Sekunden. Teamkollegin Christine Giampaoli Zonca fuhr eine starke Runde und machte etwa vier Sekunden auf Kleinschmidt gut. Nichtsdestotrotz wurde es am Ende der letzte Platz.

Hansen-Brüder mit Problemen

Kevin Hansen erwischte eine schwierige Fahrt im Matsch von Dorset und leistete sich einen Schnitzer auf seinen zwei Runden. Kopfschüttelnd übergab der Schwede das Auto mit 15 Sekunden Rückstand an Mikaela Ahlin-Kottulinsky. "Die Strecke ist ganz anders, als ich erwartet hatte, und ich konnte leider nicht mithalten. Wir müssen uns die Daten anschauen und herausfinden, woran es lag", so der Schwede im Interview.

Seine Teamkollegin zeigte im Anschluss allerdings eine starke Fahrt und machte Zeit gut. Allerdings verfuhr sie sich vor dem "Ditch", einer kleineren Sprungschanze, und gewann so Zeit. Dafür wurden ihr im Nachhinein sieben Sekunden Strafe aufgebrummt. Somit reichte es im Gesamtergebnis nur für Position 8.

Als nächstes saß Timmy Hansen für Andretti im Auto, der nach einem fantastischen Start auch Probleme mit Pace hatte. Nachdem Teamkollegin Carie Munnings das Auto im Training bei einem Sprung beschädigt hatte, konnte Hansen keine Übungsrunden absolvieren. Deshalb war er trotzdem einigermaßen zufrieden mit seinen Quali-Runden: "Ich bin nur froh, dass es ein halbwegs sauberer Run war. Natürlich kann man sich immer verbessern, aber das Auto war wieder perfekt, und das ist das wichtige." Nach Munnings' Runde sortierte sich das Team auf Platz 6 ein.

Rosberg setzt zwischenzeitlich Bestzeit

Dann kamen die Meisterschaftsfavoriten von RXR: Johan Kristoffersson konnte als erster Pilot überhaupt mit Ekström mithalten. Allerdings profitierte das Team hauptsächlich von Molly Taylors starker Runde, die dem Team Rosberg die zwischenzeitliche Führung einbrachte. "Das war keine gute Runde", so Kristoffersson. "Es war sehr schwierig mit der Sonne auf der Scheibe. Ich habe etwas mit den Bremsen gekämpft." Nichtsdestotrotz rückte RXR auf Rang 1 vor.

Jurassic-X-Prix-Race-Control

Im Anschluss wäre eigentlich X44 an der Reihe gewesen, die aber aufgrund eines Problems mit dem Inverter nicht rechtzeitig ihre Qualifying-Position einnehmen konnten. Daher war zunächst Carlos Sainz sr. für Acciona Sainz unterwegs. Seine Fahrertür öffnete sich auf der ersten Runde, und er verlor einige Sekunden beim Versuch, sie wieder zu schließen. Der Spanier zeigte dennoch eine starke Runde, etwa auf Augenhöhe mit Timmy Hansen. Laia Sanz schaffte im ersten Qualifying die stärkste Zeit unter den Pilotinnen und machte somit einige Sekunden gut. Sie katapultierte Acciona Sainz auf Position 2.

Sara Price und Kyle LeDuc von Chip Ganassi Racing konnten nicht mit den Topteams im Qualifying mithalten. Sie platzierten sich nach drei eher unauffälligen Runden auf Position 7.

X44 erneut beste Zeiten im Qualifying

Als letztes Team kam schließlich doch noch X44: Sebastien Loeb versuchte definitiv alles und zeigte zwei sehr starke Runden - mit einem kleinen Fehler beim großen Sprung. Er wurde für seinen Einsatz belohnt: Im Vergleich zu Kristoffersson machte er 1,8 Sekunden gut.

Auch Teamkollegin Cristina Gutierrez gab sich keine Blöße und vergrößerte den Vorsprung innerhalb der ersten Kurven auf vier Sekunden. Allerdings verlor sie das Auto an der ersten matschigen Stelle fast und verlor drei Sekunden. Davon ließ sie sich aber nicht beirren und brachte die insgesamt schnellste Kombo-Zeit des gesamten Qualifyings ins Ziel: 9:19.985 Minuten. Damit war X44 gut 1,9 Sekunden schneller als Rosberg X Racing.

Die Bestzeit in der "Continental Traction Challenge", die später mit fünf zusätzlichen Punkten belohnt wird, konnte sich der Franzose Loeb allerdings nicht sichern. Aktuell liegt JBXE in dieser Wertung vorn. Die Übertragung des zweiten Qualifyings beginnt um 14 Uhr, zu verfolgen auf unserer Streaming-Page.

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