Diriyya E-Prix: Alle Strafen im Überblick

Auch in der neuen Saison müssen die Rennkommissare der Formel E wieder über die Einhaltung sämtlicher Regeln wachen und das richtige Strafmaß bei Verstößen finden. Hier findest du eine Auflistung aller Entscheidungen der Rennleitung in Saudi-Arabien.

Strafen nach dem Shakedown am Donnerstag

  • Ma Qing Hua wurde im Shakedown mit 74 km/h in der Boxengasse erwischt, erlaubt waren nur 50 km/h. Die Konsequenz: 2.400 Euro Geldstrafe (pro km/h der Überschreitung 100 Euro) und 1 Strafpunkt für den Chinesen in Nio-Diensten.
  • Noch schneller war Brendon Hartley: Auch der Neuseeländer fuhr im Shakedown zu schnell durch die Boxengasse - die Messgeräte der FIA zeigten sogar 79 km/h an. Das bedeutete 2.900 Euro Geldstrafe und 1 Strafpunkt für den Dragon-Piloten.
  • Alexander Sims nutzte im Shakedown zu viel Leistung: Erlaubt waren maximal 110 kW, die FIA-Sensoren maßen jedoch 115,26 kW. Die Konsequenz: BMW muss 1.000 Euro an die FIA überweisen.
  • Oliver Rowland nutzte im Shakedown mit 112,48 kW ebenfalls zu viel Leistung. Auch hier sprachen die Rennkommissare eine Geldstrafe von 1.000 Euro aus.
  • Bei Nio war die Elektronik für den Shakedown offensichtlich noch nicht korrekt kalibriert: Oliver Turvey nutzte 129,10 kW, was ebenfalls eine Strafe von 1.000 Euro zur Folge hatte.
  • Noch mehr Leistung verwendete sein Teamkollege Ma Qing Hua: 140,60 kW zeigten die Messgeräte an. Auch hier die gleiche Konsequenz: 1.000 Euro Geldstrafe.

Strafen nach dem Freien Training am Freitag

  • Daniel Abt wurde im 1. Freien Training mit 91 km/h in der Boxengasse "geblitzt". Damit fuhr er ganze 41 km/h zu schnell. Wegen dieser sehr hohen Überschreitung des Tempolimits fiel auch die Strafe deutlich härter aus: 4.100 Euro Geldstrafe und 2 Strafpunkte für den Deutschen.
  • Auch Nyck de Vries war zu schnell: Der Niederländer überschritt das Tempolimit in der Boxengasse mit einer Geschwindigkeit von 55 km/h, kam aber deutlich günstiger davon: 500 Euro Geldstrafe für den Neuling in Mercedes-Diensten.
  • Nico Müller war in der Boxengasse ebenfalls ein wenig zu schnell unterwegs. Für 53 km/h wurden 300 Euro Geldstrafe fällig.

Strafen nach dem Qualifying am Freitag

  • Nico Müller wurde wegen Verstößen gegen die Parc-ferme-Bestimmungen vom Qualifying disqualifiziert. Der Schweizer war auf seiner "fliegenden" Runde in die Mauer eingeschlagen. Das Team hatte daraufhin darum gebeten, bis zum Rennstart Reparaturarbeiten an dem Wagen vornehmen zu dürfen. Die Rennkommissare entsprachen dem Wunsch, mussten Müller aber im selben Zuge disqualifizieren. Einen Unterschied machte dies in der Praxis nicht - er hätte sowieso vom Ende des Feldes starten müssen.
  • Das gleiche Schicksal erlitt James Calado, der im Qualifying kurz vor Müller verunfallt war. Auch beim Jaguar-Piloten bleibt dies ohne entscheidende Konsequenzen.

Strafen im Rennen am Freitag

  • Maximilian Günther erhielt eine Durchfahrtsstrafe. Die Leistungsabgabe aus dem Batteriesystem entsprach nicht dem, was bei der Homologation der sogenannten "Throttle-Map" angegeben wurde. Die Regelhüter wollen mit dieser Regel verhindern, dass die Teams über die Elektronik eine Funktion verwenden, die ähnlich wie eine Traktionskontrolle wirkt. Aus diesem Grund wurde vor Saisonbeginn erfasst, wie viel Leistung bei jeder möglichen "Strompedal"-Stellung tatsächlich abgerufen wird. Details zu dieser Regeländerung findest du hier.
  • Brendon Hartley erhielt ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe wegen des gleichen Vergehens.
  • Aller guten Dinge sind drei: Auch Ma Qing Hua bekam eine Durchfahrtsstrafe mit der gleichen Begründung. Da Ma diese jedoch im Gegensatz zu Günther und Hartley nicht während des Rennens antrat, wurden ihm nach Rennende noch 24 Sekunden auf seine Gesamtzeit addiert.
  • Brendon Hartley erhielt eine 10-Sekunden-Zeitstrafe, da sein Attack-Mode noch nicht abgelaufen war, als er die Zielflagge sah. Auch dies ist eine der neuen Regeln dieser Formel-E-Saison.
  • Eine Verwarnung sowie 1 Strafpunkt gab es für Jean-Eric Vergne, weil er mit 79 km/h in der Boxengasse erwischt wurde, als er sein Rennen aufgab. Damit steigt sein Punktekonto bereits auf 3 Strafpunkte an, nachdem er beim New York City E-Prix 2018 bereits 2 Punkte wegen des Tragens falscher Unterwäsche erhalten hatte.

Strafen nach dem Freien Training am Samstag

  • Nyck de Vries wurde mit 67 km/h in der Boxengasse erwischt. 1.700 Euro Geldstrafe und 1 Strafpunkt für den Mercedes-Fahrer.
  • Jean-Eric Vergne erhielt eine Rückversetzung um 20 Startpositionen, da an seinem Wagen die Batterie getauscht wurde. Weil Vergne sich auf Startplatz 11 qualifizierte, bedeutete dies, dass er das Rennen vom letzten Startplatz aufnehmen musste. Da die Rückversetzung nicht vollständig erfolgen konnte, erhielt er zusätzlich noch eine Zeitstrafe von zehn Sekunden.

Strafen nach dem Qualifying am Samstag

  • Die Super-Pole-Runde von Mitch Evans wurde gestrichen, da sein Jaguar unterhalb des Mindestgewichtes von 900 kg lag. Evans verlor somit seinen vierten Startplatz und geht nun von Platz 6 aus ins Rennen. Nutznießer der Strafe waren Jerome d'Ambrosio und Antonio Felix da Costa, die um jeweils einen Platz nach vorne rückten.

Strafen im und nach dem Rennen am Samstag

  • Ma Qing Hua erhielt eine 10-Sekunden-Zeitstrafe, da seine Batterie nur zu 96 Prozent aufgeladen war, als er in der Startaufstellung stand. Im Reglement ist festgelegt, dass die Batterie zu mindestens 97 Prozent aufgeladen sein muss.
  • Antonio Felix da Costa erhielt eine Durchfahrtsstrafe, da er eine Kollision mit Sebastien Buemi verursacht hatte. Außerdem bekam er 2 Strafpunkte - seine ersten beiden - für diese Aktion.
  • Sebastien Buemi erhielt eine 10-Sekunden-Zeitstrafe, weil er nach dieser Kollision in gefährlicher Weise wieder losgefahren war.
  • Felipe Massa erhielt eine Durchfahrtsstrafe, da er beim Rennstart auf der falschen Startposition gestanden hatte. Zudem gab es auch für den Brasilianer 2 Strafpunkte.
  • Mitch Evans erhielt eine Durchfahrtsstrafe, nachdem er eine Kollision mit Sam Bird verursacht hatte. Auch für ihn gab es zusätzlich 2 Strafpunkte. Evans stand damit bereits bei 5 Strafpunkten. Ab 12 Punkten drohen ernsthafte Konsequenzen.
  • Robin Frijns erhielt eine Durchfahrtsstrafe, weil er während der Safety-Car-Phase Pascal Wehrlein überholt hatte. Zudem wurden 2 Strafpunkte verhängt, was für Frijns einen neuen Punktestand von 6 bedeutete.
  • Da auch Andre Lotterer an Pascal Wehrlein vorbeigefahren war, wurden eine Durchfahrtsstrafe und 2 Strafpunkte gegen ihn verhängt. Für Lotterer waren es die Strafpunkte 4 und 5.
  • Felipe Massa erhielt eine zweite Durchfahrtsstrafe, da er beim Antreten seiner Strafe für die falsche Startposition in der Boxengasse zu schnell gefahren war. Weil das Rennen zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits beendet war, wurde die Strafe in eine Zeitstrafe von 24 Sekunden umgewandelt.
  • Ma Qing Hua erhielt eine Durchfahrtsstrafe, die ebenfalls in eine Zeitstrafe von 24 Sekunden umgewandelt wurde, da er eine Kollision mit Nico Müller verursacht hatte.
  • Nyck de Vries erhielt nachträglich eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, da das Team bei seinem Wagen den "Battery Software Implementation Guide" nicht eingehalten hatte. Auf das Ergebnis hatte dies jedoch keinen Einfluss, de Vries blieb Siebter.
  • Oliver Turvey, der das Rennen auf dem achten Platz beendet hatte, wurde nachträglich disqualifiziert, weil er mehr als die maximal erlaubte Energiemenge verbraucht hatte. Diese war durch Safety-Car- und Full-Course-Yellow-Phasen auf 40 kWh reduziert worden. Die Sensoren maßen bei Turvey einen Energieverbrauch von 40,06 kWh. Nutznießer waren Daniel Abt, James Calado und Jean-Eric Vergne, die jeweils einen Platz vorrückten.
  • Eine nachträglich ausgesprochene Durchfahrtsstrafe sorgte dafür, dass Maximilian Günther seinen zweiten Platz verlor. Da 24 Sekunden auf seine Rennzeit addiert wurden, fiel er sogar ganz aus den Punkten. Außerdem erhielt er zwei Strafpunkte. Alle Details zur Strafe für das deutsche Nachwuchstalent haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt.
  • Auch Nyck de Vries erhielt nachträglich eine Durchfahrtsstrafe und zwei Strafpunkte, weil er hinter dem Safety Car Oliver Turvey überholt hatte. Auch der Niederländer fiel mit den addierten 24 Sekunden aus den Punkterängen heraus.
  • Ma Qing Hua erhielt ebenfalls eine Durchfahrtsstrafe, die in eine Zeitstrafe von 24 Sekunden umgewandelt wurde, da er hinter dem Safety-Car überholt hatte. Der Chinese in Nio-Diensten war dabei besonders "fleißig": Er überholte mit James Calado, Nico Müller, Neel Jani und Nyck de Vries gleich vier (!) Piloten. Die Rennkommissare beließen es dennoch bei zwei Strafpunkten. Da es jedoch bereits seine sechste Strafe am Wochenende war, belief sich sein Punktekonto dennoch bereits auf fünf Punkte.
  • Und eine weitere Strafe wegen Überholens hinter dem Safety Car: Mitch Evans hatte Brendon Hartley überholt. Durch die fälligen Strafpunkte summierte sich das Konto des Neuseeländers nun bereits auf sieben Punkte.
von Tobias Wirtz 

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