Helmut Marko: FE "keine Konkurrenz" zur F1

Für Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko stellt die Formel E "keine Konkurrenz" zur Formel 1 da, wie er im Gespräch mit der 'Kleine Zeitung' erklärt. Der Leiter des F1-Programms der Österreicher begründet seine Meinung mit einem angestaubten Argument an, das immer wieder zitiert wird, jedoch nicht ganz richtig ist: "Da gibt es nichts zu befürchten, solange da riesige Dieselaggregate benötigt werden, um den Strom für die Rennwagen zu erzeugen."

Marko spricht damit die zwei einstigen Dieselgeneratoren (Cummins KTA50) an, die für die Formel E von der Firma Aquafuel Research umgebaut wurden und den Teams lokal Strom zum Laden ihrer Autos zur Verfügung stellen. "Sie arbeiten mit Glycerin, einem Nebenprodukt bei der Herstellung von Biodiesel", erklärt Audis Formel-E-Projektleiter Tristan Summerscale gegenüber 'Elektroautomobil'.

Glycerin wird mithilfe von Salzwasseralgen gewonnen und emittiert bei der Verbrennung kein CO2, sondern lediglich geringe Mengen an Stickoxiden und Feinstaubpartikeln. Die lokale Luftqualität wird demnach kaum beeinträchtigt. Möglicherweise ist dem 76-jährigen Marko diese Tatsache noch nicht bekannt.

Dass seine "Königsklasse" eines Tages untergehen könnte, fürchtet Marko indes nicht: "Die Formel 1 als Show, als Sport, wird bestehen bleiben. Natürlich in einem Kostenrahmen, der vernünftig ist. Und es sollte die Formel 1 weiterhin die Vorreiterrolle für künftige Technologien übernehmen." Ob sie dazu mit ihrem Hybridmotoren-Reglement mittel- und langfristig in der Lage sein wird, bleibt abzuwarten.

von Timo Pape 

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