Wegen Formel E: WEC verschiebt Spa-Rennen

Neue Wendung im Streit um den Formel-E-Rennkalender für Saison 6: Die FIA-Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) will reagieren und das 6-Stunden-Rennen von Spa um eine Woche vorverlegen. Dies berichtet 'Motorsport.com' und beruft sich dabei auf WEC-Boss Gerard Neveu. Mehrere Fahrer - darunter Sam Bird, Sebastien Buemi, Jose Maria Lopez und Alex Lynn - gehen in beiden Serien an den Start. Sogar FIA-Präsident Jean Todt hatte den Rennkalender der Formel E stark kritisiert.

Nach derzeitigem Plan soll nur einen Tag nach dem Rennen in den Ardennen die erste Ausgabe des Seoul E-Prix stattfinden. Damit ist Spa aktuell einer von drei WEC-Terminen, bei denen es Kollisionen mit dem Rennkalender der Elektrorennserie gibt. Der WEC-Lauf in Bahrain im Dezember überschneidet sich mit einem Formel-E-Rennen, das derzeit noch ohne Austragungsort im Kalender steht, womöglich jedoch in Marrakesch stattfinden könnte. Die dritte Kollision besteht zwischen dem WEC-Rennen im US-amerikanischen Sebring, das gemeinsam mit der IMSA ausgetragen wird, und einem E-Prix in China - ebenfalls noch ohne fixen Austragungsort.

"Ich werde die notwendigen Vorkehrungen treffen, um Spa eine Woche vorzuziehen", so Neveu. Er fährt fort, ohne jedoch die Formel E explizit zu benennen: "Wir sind der Meinung, dass dies für Spa besser ist, weil wir gehört haben, dass zu diesem Zeitpunkt andere Motorsportveranstaltungen sind. So wäre es für alle angenehmer."

Er bekräftigt, dass die Formel E ein bestehendes Abkommen mit der WEC verletzt habe: "Wir haben unseren Kalender ein Jahr im Voraus präsentiert und uns immer gesprächsbereit gezeigt. Es kam aber nie ein Anruf noch gab es irgendein Gespräch." Bezug nehmend auf eine Aussage von Alberto Longo, Vize-CEO der Formel E, betont er: "Wie ich lese, haben sie gesagt, dass es sie nicht kümmere. Das ist jedoch keine Vision, die wir teilen."

Neveu machte auch klar, dass die anderen beiden kollidierenden Termine seitens der WEC nicht verschoben werden können. Das Dezember-Rennen der Formel E könnte hingegen möglicherweise verschoben oder gar ganz abgesagt, das Rennen im März eventuell um eine Woche vorgezogen werden. Die Anzeichen verdichten sich, dass es eine Neuauflage des Sanya E-Prix geben dürfte. Der Transport von Fahrzeugen und Material aus dem nur rund 650 Kilometer Luftlinie entfernten Hongkong wäre innerhalb von zwei Wochen logistisch problemlos machbar. Bei einem Rennen auf dem chinesischen Festland wäre dies wohl schwieriger.

von Tobias Wirtz 

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