Formel E

1. Porsche-Podium: Wehrlein erklärt "seltsame" Schlafmützigkeit, die noch besseres Ergebnis verhinderte

Timo Pape

Timo Pape

Wehrlein-Porsche-Cockpit-Helmet-open

Pascal Wehrlein erzielte nach einem starken Regen-Qualifying in Rom sein erstes Podiumsergebnis für Porsche. Im Sonntagsrennen der Formel E wäre für den Deutschen womöglich sogar noch mehr drin gewesen. Allerdings verschlief er einerseits den Neustart nach einer Full-Course-Yellow-Phase und hatte zudem kein Glück mit dem Attack-Mode.

"Es fühlt sich gut an, auf dem Podium zu stehen - zum ersten Mal für mein neues Team. Es war ja erst mein zweites Rennwochenende für Porsche", sagte Wehrlein kurz nach Rennschluss. "Grundsätzlich bin ich zufrieden. Trotzdem bin ich auch ein bisschen enttäuscht, denn ich habe das Rennen ja zwischenzeitlich mal angeführt. Es fühlt sich an, als hätten wir unser Potenzial nicht komplett ausgeschöpft. Trotzdem war es ein guter Tag für uns."

Wehrlein profitierte zunächst davon, dass Pole-Sitter Nick Cassidy direkt nach dem Start einen Fehler machte und zurückfiel. Somit konnte der gebürtige Sigmaringer frühzeitig Jagd auf den Führenden, Norman Nato, machen und ging schon bald vorbei - die besagte Rennführung. Hinter ihm erschien jedoch wenig später bereits Stoffel Vandoorne und holte sich zuerst seinen ersten Attack-Mode.

Wehrlein reagierte zwar eine Runde später, um gegen Ende der vierminütigen 235-kW-Phase den Angriff auf Vandoorne starten zu können. Ihm kam jedoch eine Full-Course-Yellow-Phase infolge eines Unfalls von Lucas di Grassi und Sebastien Buemi dazwischen. Die Abstände wurden folglich "eingefroren", sodass Wehrlein einerseits die Lücke zu Vandoorne nicht schließen konnte. Andererseits landete er nach seiner Fahrt durch die Attack-Zone auf der Außenbahn des Kreisels nur knapp vor Alexander Sims.

Wehrlein: "Für mich war da eigentlich noch Gelb"

Als sich die Full-Course-Yellow-Phase dem Ende neigte, zählte Rennleiter Scot Elkins wie gewohnt von zehn herunter, bevor er das Rennen wieder freigab. Wehrlein verpasste es jedoch, rechtzeitig aufs Strompedal zu treten. Sims hingegen war hellwach, setzte sich neben Wehrlein und ging vorbei. Diese Aktion sollte den 26-Jährigen letztlich den zweiten Platz kosten - und unter Umständen vielleicht sogar die Chance auf den Sieg.

"Er hat mich ganz kurz nach der Full-Course-Yellow-Phase überholt", denkt Wehrlein an den verpatzten Restart zurück. "Es scheint so, als hätte er den Knopf ein bisschen früher als ich gedrückt. Für mich war da eigentlich noch Gelb. Das war ein bisschen seltsam." In den TV-Bildern war allerdings klar zu sehen, dass Sims nicht zu früh beschleunigt hatte. Der Fehler lag bei Wehrlein.

Sims: "Weiß zu schätzen, dass mich Pascal nicht in die Mauer gedrückt hat"

Sims kommentiert die Szene wie folgt: "Es scheint so, als hätten wir ziemlich gut reagiert in dem Moment. Ich weiß es zu schätzen, dass mich Pascal nicht in die Mauer gedrückt hat, sondern mir ausreichend Platz ließ. Es war ziemlich eng, weshalb ich doch mal kurz die Luft angehalten habe. Aber da war alles fair, das ist toll."

In der Folge konnte Wehrlein Sims kaum noch gefährlich werden, sondern musste sich eher nach hinten orientieren. Dort kam nämlich Norman Nato und ging schließlich auch vorbei. Weil der Venturi-Pilot seine verfügbare Energie kurz vor dem Ziel aufbrauchte und nachträglich disqualifiziert wurde, rückte Wehrlein immerhin noch auf Platz 3 vor. Dennoch wäre eigentlich mehr für ihn drin gewesen, wenngleich es wohl schwer geworden wäre, Vandoorne im Mercedes die Stirn zu bieten.

Wehrlein: "Im Renntrimm ein bisschen die Pace gefehlt"

"Stoffel fuhr wie von einer anderen Welt", findet auch Wehrlein. "Es scheint so, als würde uns im Renntrimm ein bisschen die Pace fehlen. Das war in Riad schon ähnlich, dass ich als Zweiter gestartet bin (und im Rennen abreißen lassen musste). Wir müssen unsere Köpfe zusammenstecken, uns das genau anschauen und uns dann weiter verbessern. Glückwunsch an Stoffel und auch an Alexander."

Sims freute sich während der Pressekonferenz erwartungsgemäß über sein erstes Podium für Mahindra und den Sprung auf Gesamtrang 9: "Ich bin wirklich zufrieden mit dem Rennen. Wir haben unsere Attack-Modes gut eingesetzt, und unsere Pace war insgesamt echt ganz gut. Schön, wie heute alles gelaufen ist."

Für Porsche gibt es vor dem "Double-Header" von Valencia in zwei Wochen noch einiges aufzuarbeiten. Zwar rangiert Wehrlein durch sein Podium in Rom nun auf Position 6 der Gesamtwertung. Andre Lotterer ist jedoch nach vier Rennen immer noch punktlos - als einer von nur zwei Piloten im gesamten Feld. In der Teamwertung belegt Porsche dank Wehrlein nichtsdestotrotz einen ordentlichen fünften Platz. Und mit ein bisschen mehr Glück und Espresso hätte es in Rom ja vielleicht sogar zum ersten Sieg gereicht…

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