Formel E

ABT-Geschäftsführer Biermaier: Fahrerpaarung Nico Müller/Robin Frijns "könnte durchaus Potenzial haben"

Timo Pape

Timo Pape

Robin-Frijns-Nico-Müller-Audi-DTM

Wie am 5. Mai bekannt wurde, kehrt das deutsche Team ABT Sportsline in die Formel E zurück. Wer für die Kemptener ins Cockpit steigt, und mit welchen Antrieben ABT in der kommenden Saison 2023 fahren wird, ist jedoch noch nicht offiziell verkündet worden. Während als Motorenpartner Mahindra Racing immer wahrscheinlicher wird, verdichten sich die Gerüchte einer Verpflichtung von Envision-Fahrer Robin Frijns sowie von Ex-Dragon-Pilot Nico Müller.

Kurz vor dem Samstagsrennen stellte sich ABT-Geschäftsführer Thomas Biermaier im TV den Fragen von 'ran racing'. Die Gedankenspiele zu einem möglichen Fahrer-Line-up Frijns/Müller kann er durchaus nachvollziehen: "Vor allem verstehen sich die beiden sehr, sehr gut. Sie waren schon mal bei uns in der ABT-Familie. Zwei geile und schnelle Jungs. Definitiv auch zwei interessante Jungs. Das könnte durchaus Potenzial haben. Aber wir sind noch nicht so weit, dass wir das verkünden können."

Frijns zählt in dieser Saison zu den Spitzenfahrern der Formel E, wenngleich der Niederländer seit dem Ende von Saison 5 auf einen E-Prix-Sieg wartet. Ein Transfer vom künftigen Jaguar-Kundenteam Envision hin zu ABT wäre in jedem Fall ein Gewinn für die Bayern. Müller konnte seinerseits bei einzelnen Testfahrten für das ehemalige Audi-Werksteam mit starker Pace überzeugen, wenngleich seine Zeit bei Dragon unter dem Strich wenig erfolgreich verlief.

Ein weiterer denkbarer Kandidat für ABT wäre Rene Rast, der von 2020 bis 2021 anderthalb Saisons für Audi bestritt und dabei durchaus überzeugen konnte. "Ein sehr guter und schneller Rennfahrer, sehr erfolgreich in der DTM in den letzten Jahren - und auch in der Formel E", lobt Biermaier den Mindener. "Er fährt in der DTM für uns nächste Woche am Lausitzring. Schauen wir mal." Richtig überzeugend klingt diese Aussage jedoch nicht.

Daniel Abt verneint Formel-E-Comeback: "Bin nicht dabei"

Doch was ist eigentlich mit Lucas di Grassi, der 2017 den Fahrertitel in der Formel E für ABT holte? Bislang ist es still um den Brasilianer. Gerüchteweise habe er längst einen Vertrag für die kommende Saison 2023. Bei welchem Team, ist jedoch vollkommen unklar. Für ABT wäre di Grassi mit all seiner Erfahrung sicherlich kein schlechter Fang. Sollte es zur Verpflichtung kommen, wäre dies dennoch eine kleine Überraschung.

Eine Rückkehr von Daniel Abt ins Cockpit "seines" Team steht indes nicht zur Debatte. "Wir waren in Verhandlungen, er war leider zu teuer", scherzt Biermaier. Abt selbst - inzwischen als Formel-E-Experte für ProSieben tätig - stellt klar: "Nein, ich bin nicht dabei."

Der ehemalige Formel-E-Fahrer ist jedoch zuversichtlich, dass ABT die richtigen Piloten an Bord holen wird: "Ich glaube, es wird ein sehr starkes Team werden. Wenn wir antreten, wollen wir natürlich gewinnen. Das wird das Ziel sein. Wenn es dann so weit ist mit den Fahrern, wird man zufrieden sein. Und mit denen kann man auch gewinnen..."

Ein Vorteil: Trotz einem Jahr Pause wird ABT nicht wieder bei null starten müssen. Die Formel-E-Mannschaft sei zu gut 80 Prozent bestehen geblieben, erklärt Biermaier. "Wir haben ein bestehendes Team von Gen2. Alles neu aufbauen müssen wir nicht." Er gibt jedoch zu bedenken, dass das neue Gen3-Auto für ABT - wie für alle anderen - vollkommen neu ist: "Es gibt mehr Leistung, neue Reifen, mehr Rekuperation vom Frontmotor. Es kommen also neue Aufgaben auf uns zu. Aber wir freuen uns, dabei sein zu können. Die Formel E ist unsere große Liebe."

Verkündung des Motorendeals steht kurz bevor

Unbestätigt ist derzeit noch, mit welchen Antrieben das neue Kundenteam aus dem Allgäu antreten wird. "Wir sind kurz davor, eine Entscheidung zu verkünden. Das wird aber noch ein paar Tage dauern, weil wir wirklich alles unter Dach und Fach haben möchten, damit das ganze Paket passt", so Biermaier.

Ein offenes Geheimnis ist seit Längerem, dass Biermaier mit Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill entsprechende Gespräche geführt hat und die Inder die einzig verbliebene realistische Option für ABT sind. "Mit Dilbagh verstehen wir uns eigentlich schon seit Saison 1 sehr, sehr gut", bestätigt Biermaier. "Wir sind Freunde auf der Strecke und auch außerhalb. Lassen wir uns überraschen."

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