Formel E

ABT-Rückkehr perfekt! Deutsches Formel-E-Team gibt Comeback in Gen3-Ära

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Die Rückkehr des ehemaligen Audi-Partnerteams ABT Sportsline in die Formel E ist perfekt. Wie am Donnerstag bekannt wurde, wird der Rennstall aus dem Allgäu mit dem Start in die Gen3-Ära wieder an den Läufen der Elektroserie teilnehmen. Bereits in den ersten drei Formel-E-Jahren setzte ABT ein eigenes Team ein, später ging die Operation in Audi Sport über.

Erst vor wenigen Tagen berichtete 'e-Formel.de' über den sich neu formierenden ABT-Einsatz. Nachdem die Kemptener am Mittwoch erste Trailer-Videos über das soziale Netzwerk Instagram veröffentlichten, die eindeutig auf eine Rückkehr in die Formel E hinwiesen, bestätigte das Unternehmen den erneuten Beitritt am Donnerstagmorgen.

"Die Formel E hatte schon immer einen großen Platz in unserem Herzen und wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass wir wieder dabei sein wollen", sagt der geschäftsführende ABT-Gesellschafter und Ex-Teamchef Hans-Jürgen Abt. "Nach dem internen Startschuss sprechen wir jetzt mit aktuellen und potenziellen Partnern. Ziel ist es, auf und neben der Strecke ein starkes Team an den Start zu bringen."

Erste Voraussetzung für das Comeback sei ein Platz im Starterfeld: "Wir waren dazu mit der Formel E und der FIA immer in Kontakt, haben viele Gespräche geführt und sind dabei von der ganzen Mannschaft rund um Alejandro (Agag, Formel-E-Vorstandsvorsitzender), Alberto (Longo, Formel-E-Mitbegründer), Jamie (Reigle, Formel-E-Geschäftsführer) und Frederic (Bertrand, FIA-Direktor für Formel E) großartig unterstützt worden", fügt ABT-Geschäftsführer Thomas Biermaier hinzu.

Der Einigung zwischen dem Team und der Formel E, durch die das Feld erneut auf 24 Autos anwachsen wird, stimmte der Vorstand der Elektroserie am vergangenen Wochenende in Monaco zu.

Großer Talentpool aus der DTM

Mit welchen Fahrern oder Motoren ABT an den Start gehen wird, ist derzeit noch unklar. Biermaier: "Wir werden wohl, anders als zuletzt als (Audi-) Werksteam, als Underdogs in die neue Saison gehen. Umso wichtiger ist es, schnelle und clevere Jungs im Cockpit zu haben. Die Gespräche sind positiv, sodass wir bald unsere Mannschaft zusammen haben."

Unter anderem über die DTM könnte sich ABT aus einem reichhaltigen Fahrerpool bedienen, dem auch die Formel-E-erfahrenen Piloten Nico Müller (ehemals Dragon) und Rene Rast (ehemals Aguri & Audi) angehören. Bis 2020 trat zudem der Niederländer Robin Frijns, dessen Envision-Vertrag nach der aktuellen Formel-E-Saison ausläuft, für ABT in der Tourenwagenserie an. In der Formel E fuhren in der Vergangenheit Lucas di Grassi und Daniel Abt für das bis 2017 privat eingesetzte Rennteam.

Herstellerfrist abgelaufen - ABT startet als Kundenteam

Gemeinsam mit di Grassi gewann ABT in der Saison 2016/17 den Fahrertitel der Formel E. Im Jahr darauf folgte der Einsatz als Audi-Werksmannschaft sowie der Gewinn der Teammeisterschaft im ersten "Werksjahr". Die Ingolstädter zogen sich nach der Saison 2021 wieder aus der Formel E zurück - nun will ABT es erneut als Privatteam versuchen.

Da die Frist zur Einschreibung als Motorenhersteller vor über einem Jahr ablief, müssen Biermaier und Co. dabei zunächst mit Kundenantrieben eines Konstrukteurs starten. Insider:innen im Paddock rechnen einer Kooperation mit dem indischen Unternehmen Mahindra Racing derzeit die größten Chancen zu (wir berichteten). Laut ABT habe man bereits einen Antriebspartner gefunden, der "in Kürze" bekannt gegeben werden soll.

"Ich freue mich, ABT wieder dort zu begrüßen, wo sie hingehören: in der Formel-E-Weltmeisterschaft", sagt Alberto Longo, Mitbegründer und Chief Championship Officer der Serie. "ABT hat in der Formel E eine lange Erfolgsgeschichte mit rekordverdächtigen Punkten und Podiumsplatzierungen, sodass ihre Rückkehr in der Gen3-Ära für die Fans und den Sport eine tolle Nachricht ist."

Geschäftsführer Jamie Reigle fügt hinzu: "In Saison 9 werden wir zwei bahnbrechende Entwicklungen einführen, die die Attraktivität der Formel E erhöhen sollen: Erstens stellen wir das Gen3-Rennauto vor, das neue Maßstäbe in Sachen Leistung, Effizienz und Nachhaltigkeit setzen wird. Zweitens gibt es ein neues Finanzreglement, um die Ausgewogenheit des Wettbewerbs und die finanzielle Nachhaltigkeit für unsere Teams zu unterstützen. Zusammen schaffen wir ein Umfeld für wettbewerbsfähigen Rennsport und langfristiges Wachstum. Wir freuen uns darauf, zu sehen, wie ABT diese Chancen bei der Rückkehr in die Formel E zu Beginn der Gen3-Ära nutzen wird."

Hinter den Kulissen von ABT Sportsline laufen die Vorbereitungen auf die Formel-E-Rückkehr auf Hochtouren, schon im Sommer könnte das Fahrzeug von ABT erste Testkilometer mit einem Kundenantrieb bestreiten. Die Saison 2023 soll dann im Januar in Saudi-Arabien beginnen. Für die Ankündigung des Comebacks hätte sich das deutsche Unternehmen jedenfalls keinen passenderen Zeitpunkt aussuchen können: In rund eineinhalb Wochen finden mit den Rennen des Berlin E-Prix am 14./15. Mai die einzigen Formel-E-Läufe 2022 in Deutschland statt.

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2 Kommentare

Helmut ·

Weiß man schon mit welchem Antrieb? Denke nicht dass sie als Hersteller auftreten werden, oder?

Derbe_klopp_te ·

Sehr schön und sehr gut.
Fand es schändlich wie Audi die Lizenz nicht an Abt zurückgeben wollte.
Ohne Abt hätten die in der FE nie etwas gerissen!
Ich hoffe jetzt auch dass die Rot gelb Grüne LAckierung zurückkommen, denn das war unter allen bislang einfach die schönste !!!!

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