Formel E

Abt-Team nach Hitzeschlacht neuer Tabellenführer

Timo Pape

Timo Pape

Der neue Tabellenführer der Formel E heißt nach dem Putrajaya ePrix Lucas di Grassi. Der Brasilianer aus dem Team Abt Schaeffler Audi Sport gewann das chaotische Rennen der Elektroserie in Malaysia dank eine fehlerfreien Leistung und zuverlässiger Technik. Teamkollege Daniel Abt komplettierte das gute Ergebnis mit Platz sieben, was die Führung für die deutsche Mannschaft in der Teamwertung bedeutete.

Nach der Zieldurchfahrt waren sich Fahrer, Fans und Medien einig: Das Rennen von Putrajaya geht als eines der chaotischsten in die noch junge Geschichte der Formel E ein. Immer wieder wechselten die Positionen, spielten sich um Favoriten kleine Dramen ab, rückten unterschiedliche Strategien in den Vordergrund. Den kühlsten Kopf bei brutalen Temperaturen von rund 35 Grad Celsius behielt letztlich di Grassi.

Nach einem Ausrutscher im Zeittraining inklusive herzhafter Berührung mit der Mauer war der zu jenem Zeitpunkt noch Gesamtzweite nur von Platz sechs gestartet. Dank einiger starker Überholmanöver, einem perfekten Boxenstopp und dem Überblick am Abt-Kommandostand feierte der Südamerikaner schließlich seinen zweiten Sieg in der Formel E. „Insgesamt ist es das achte Podiumsergebnis im 13. Rennen – einsame Spitze in der Elektromeisterschaft.

“Ich bin überglücklich. Das Rennen heute war das beste Beispiel dafür, dass es in der Formel E nicht nur um den reinen Speed, sondern auch um perfektes Teamwork und die optimale Strategie in Sachen Energie und Temperatur geht“”, sagt di Grassi. „”Wir haben alles richtig gemacht und uns deshalb eine anständige Feier verdient. Trotzdem ruhen wir uns nicht aus: Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir wollen noch besser werden, um weiter an der Spitze mitzukämpfen.“”

Vielleicht hätten sogar beide Abt-Piloten auf dem Podium feiern können: Daniel Abt fuhr von Startplatz zehn nach vorn, ehe ihn ein technisches Problem beim Wechsel der Autos zurückwarf. „”Was für ein verrückter Tag. Das Rennen hat für mich richtig gut begonnen: Ich war nur ein paar Autolängen hinter Lucas und hatte anschließend ein paar gute Zweikämpfe und Überholmanöver. Auch der Stopp hat zunächst perfekt geklappt, aber als ich mit dem zweiten Auto starten wollte, war plötzlich keine Energie da“”, berichtet Abt.

„”Ich habe gut 20 Sekunden verloren – wenn man die am Ende abzieht, hätte es heute auch für mich Champagner geben können. Die Punkte sind am Ende ein kleiner Trost: Hätte schlimmer kommen können, aber eben auch viel besser”, so Abt. Subtrahiert man die besagten 20 Sekunden von seiner Gesamtzeit, wäre unter den gegebenen Umständen tatsächlich Platz drei dabei herausgesprungen.

Teamchef Hans-Jürgen Abt überließ seinem Sportdirektor Thomas Biermaier die Champagner-Party auf dem Podium und feierte unten mit seinen Ingenieuren und Mechanikern. „”Dieser Sieg heute gehört dem Team. Sie sind in der Hitze von Malaysia cool geblieben und haben bis zur letzten Minute gekämpft, um Lucas’ Auto nach dem Crash im Zeittraining wieder zu reparieren. Er hat sich dann auf seine besondere Art und Weise mit einem starken Rennen bedankt“”, sagt Hans-Jürgen Abt.

„”Natürlich ist es schade für Daniel, aber für ihn ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er richtig zuschlägt. Wichtig ist für unser Team heute: Der Antriebsstrang, den unser Partner Schaeffler zusammen mit unserem Team entwickelt hat, ist nicht nur schnell, sondern auch extrem zuverlässig. Das sind gute Aussichten für die nächsten Rennen dieser Saison”, so der Teamchef.

Nach zwei von voraussichtlich elf Rennen führt di Grassi die Fahrerwertung mit 39 Punkten vor Sebastien Buemi (e.dams) und Sam Bird (Virgin) an. In der Teamwertung liegt Abt Schaeffler Audi Sport vor der Werksmannschaft von Renault ebenfalls auf Platz eins. Am 19. Dezember, einen Tag vor dem vierten Advent, startet die Formel E in Punta del Este (Uruguay). Wer das turbulente Rennen von Putrajaya verpasst hat, kann am Dienstagabend ab 23:05 Uhr den Fernseher einschalten. Dann zeigt Eurosport die Highlights aus Malaysia noch einmal.

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