Formel E

Agag frustriert über Polizei: "Japan braucht wohl noch ein bisschen"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Als einer der wichtigsten Märkte für die Formel E und als Land mit der größten TV-Zuschauerzahl in Saison zwei ist es keine große Überraschung, dass sich die Elektroserie um ein Rennen in Japan bemüht. Doch auch nach nunmehr zwei Demonstrationsfahrten und über einem halben Jahr der Gerüchte müssen sich japanische Formel-E-Fans wohl noch ein wenig gedulden, bis sie ihren eigenen ePrix bekommen. Der Hintergrund ist überraschend.

"Japan gestaltet sich deutlich schwieriger, als wir vermutet haben", erklärt Formel-E-Promoter Alejandro Agag gegenüber 'Nikkei'. "Der einzige Grund, warum es bisher noch nicht geklappt hat, ist die strenge Polizei. Wir haben Rennen von New York über China und Hongkong bis zu Paris praktisch überall organisiert bekommen. Aber nirgendwo ist die Polizei so restriktiv wie in Japan. Das ist sehr frustrierend."

Grund für die strengen Auflagen sei hauptsächlich der Fakt, dass die Formel E ihre Rennen auf öffentlichen Straßen austrägt. Zwar hat Japan mit den Strecken in Fuji, Suzuka oder Motegi eine jahrzehntelange Geschichte im Motorsport - ein großes Straßenrennen gab es im "Land der aufgehenden Sonne" aber noch nie. Kein Wunder also, dass die japanische Polizei bei Autorennen in Innenstädten eher kritisch reagiert.

Bei einem der beiden Showruns in den vergangenen Jahren habe die Polizei in Tokio der Formel E gar eine Höchstgeschwindigkeit aufgebrummt: 30 km/h. "Das ist langsam", analysiert Agag messerscharf, fügt aber an: "Wir geben trotzdem noch nicht auf. Wir wollen unbedingt ein Rennen in Japan, aber das Formel-E-Rennen dort braucht wohl noch ein bisschen."

Auch Brasilien & Australien noch auf der Agenda

In Japan scheinen derzeit Tokio und Yokohama die besten Chancen auf die Austragung eines Formel-E-Rennens zu haben. Wie weit fortgeschritten die Verhandlungen sind, können wir zurzeit noch nicht sagen. Doch auch außerhalb von Japan gibt es eine lange Bewerberliste.

"Unsere Prioritäten liegen derzeit auf Rennen in Japan, Brasilien und Australien", sagt Agag. Erst im Januar 2017 tauchten die letzten Gerüchte in Sachen Brasilien auf. Bei den Verhandlungen soll auch ABT-Titelanwärter Lucas di Grassi seine Finger im Spiel haben. Brasilien könnte, wie auch Australien, ab Saison fünf in den Formel-E-Rennkalender rücken. Dort könnten als Neueinsteiger unter anderem Rom und Zürich warten.

Eine Liste mit einigen weiteren Städten, die schon einmal Interesse an einem ePrix äußerten, findet ihr hier. Insgesamt haben nach Informationen von 'e-Formel.de' bis dato mehr als 160 Städte in irgendeiner Form Kontakt mit der Formel E aufgenommen.

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