Formel E

Agag: "Elektrische Formel 1 hätte nicht funktioniert"

Timo Pape

Timo Pape

Rund anderthalb Jahre lang ließ sich die Formel E auf keinerlei Vergleiche mit der Formel 1 ein. Beide Rennserien würden gänzlich unterschiedliche Konzepte verfolgen, hieß es immer wieder. Nun räumt Formel-E-Chef Alejandro Agag ein, dass sich beide künftig annähern könnten. Vorteile sieht er dabei auf Seiten seiner Elektromeisterschaft.

"Eines Tages könnte sich die Formel 1 uns anpassen und noch weiter elektrisch werden", sagt Agag und fügt mit einem Lächeln hinzu: "Aber Bernie [Ecclestone] ist momentan noch nicht überzeugt." Fakt ist, dass sich die Königsklasse ihre Rennwagen schon seit Jahren Stück für Stück elektrifiziert. Das Energierückgewinnungssystem KERS kam schon 2009 zum Einsatz. Und ohne elektrische Energie würde die Formel 1 massiv an Geschwindigkeit einbüßen.

"Eine elektrische Formel 1 hätte nicht funktioniert", sagt Agag und hebt die Unterschiede hervor: "Wir mussten unbedingt anders sein, um erfolgreich zu werden. Ich liebe die Formel 1, aber es gibt ein paar Lücken in der Technologie - und diese wollen wir mit der Formel E füllen."

Welche Rennserie die rosigere Zukunft hat, ist für Agag klar: "Die Industrie verändert sich zurzeit sehr schnell. In Zukunft werden alle Autos elektrisch sein. Das ist auch der Grund, warum wir in den Stadtzentren fahren, denn die Transportmittel der Zukunft werden allesamt Elektrofahrzeuge sein." Die Politik müsse umdenken und Zonen in Städten einrichten, in denen nur Elektroautos fahren dürfen, fordert Agag - "ähnlich wie es mit der City-Maut in London ist."

Momentan setzt die Formel E auf eine Plugin-Lösung, um die Autos aufzuladen. Über ein Kabel fließt der Strom in den Akku. Im Straßenverkehr scheint sich dieses Konzept zunächst auch durchzusetzen. Allerdings gibt es noch andere Möglichkeiten, einen Elektromotor mit Strom zu versorgen.

Alle Möglichkeiten für Formel E

Zum Beispiel könnte eine Brennstoffzelle an Bord den Strom für den Akku erzeugen. Betankt würden die Autos in diesem Fall Wasserstoff - klassische Boxenstopps wären denkbar. Der große Vorteil der Formel E: Agag und Co. halten sich alle Möglichkeiten offen. Das Auto muss nur elektrisch fahren: "Solange es unsere Batterien auflädt, würden wir natürlich auch auf andere Energiequellen zurückgreifen, wenn die Industrie einen Richtungswechsel einschlüge", sagt Agag.

Die größten Revolutionen der Formel E werden an den Antriebssträngen zu sehen sein, ist sich Agag sicher: "In Saison fünf werden wir endlich erleben, dass die Fahrer vom Start bis ins Ziel mit einem Auto fahren. Wir leiten quasi den Zirkus, und die Teams sind die Tiere. Wir üben Druck aus, damit sie ihre Technologien verbessern und entwickeln."

Um Öffentlichkeit zu schaffen, baut Agag neben Live-Streaming auch in Zukunft auf das Fernsehen zur Übertragung der Rennen: "Wir wollen so lange wie möglich im Free-TV bleiben, um zu wachsen. Auch unser digitales Angebot wollen wir unbedingt beibehalten", so der Spanier.

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