Formel E

Agag: "Oberste Priorität ist Fernando Alonso"

Timo Pape

Timo Pape

Fernando Alonso in der Formel E - das wünscht sich Serien-CEO Alejandro Agag offenbar sehnlichst. In der spanischen Zeitung 'AS' sprach der 46-Jährige erstmals öffentlich über sein Interesse am zweimaligen Formel-1-Weltmeister für seine Elektromeisterschaft. Sollte sich Alonso in den kommenden Monaten zu einem Rücktritt aus der "Königsklasse" durchringen - die jüngsten Testergebnisse von McLaren Honda verliefen schließlich abermals enttäuschend -, stünden ihm in der Elektro-Rennserie alle Türen offen.

"Ich weiß nicht, ob er die Formel 1 demnächst verlässt, aber meine oberste Priorität ist, ihn in die Formel E zu bringen", sagt Agag. "Ich kenne ihn seit 15 Jahren, und er ist ein herausragender Fahrer. Wir lachen gemeinsam, wenn wir über die Formel E reden. Er stellt Fragen zu den Autos, über den fehlenden Lärm, und wie sie aussehen. Er hat zwar auch konstruktive Kommentare zur Serie abgegeben, aber er verfolgt uns interessiert."

Kein Wunder, fährt Alonso in der Formel 1 doch seit Jahren seinem Potenzial hinterher. Zu groß sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen F1-Teams. In der Formel E hingegen würde ihn wesentlich konkurrenzfähigeres Material erwarten - egal bei welchem Team er unterkäme.

Die Frage, ob sich die Formel E künftig in irgendeiner Form mit der Formel 1 überschneiden könnte, ist für Agag momentan kein Thema: "Ich weiß nicht, möglicherweise kommt es irgendwann mal dazu. Die Technologie wird hierbei natürlich eine große Rolle spielen, aber momentan ist nichts in diese Richtung geplant. Wir könnten momentan ganze sieben Minuten lang auf Formel-1-Niveau fahren (wegen der geringeren Leistungsfähigkeit). In Saison fünf werden wir aber schon viel besser sein, und in Saison neun wollen wir unsere Ergebnisse verdoppeln."

Kommentar von Timo Pape

Für Fernando Alonso könnte die Formel E zur lang erwarteten Chance werden, endlich wieder um Siege kämpfen zu können. Bei kaum einem anderen Formel-1-Fahrer geht die Kluft zwischen Potenzial und tatsächlichen Ergebnissen derart weit auseinander. Sollte McLaren in dieser Saison erneut im Mittelfeld oder gar schlechter platziert landen, dürfte der kritische Punkt für Alonso endgültig erreicht sein.

Er könnte der Formel 1 den Rücken kehren und sich anderweitig umschauen. Dann gäbe es eigentlich nur zwei Möglichkeiten für ihn: die WEC oder die Formel E. Vielleicht ja sogar beides. Und wenn zur fünften Saison neue Cockpits in der Formel E frei werden - unter anderem bei Mercedes -, könnte Alonso seine Verbindungen nach Stuttgart womöglich wieder aufleben lassen... Schließlich war Mercedes 2008, als Alonso erstmals für McLaren fuhr - Motorenpartner des Rennstalls.

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