Formel E

Aguri ab Saison 3 Kundenteam: Antriebsstrang wohl von Renault

Timo Pape

Timo Pape

Aguri wird ab der kommenden Saison einen Elektromotor von einem anderen Formel-E-Team beziehen und somit voraussichtlich als einziges Kundenteam antreten. Das bestätigte Teamchef Mark Preston gegenüber 'Autosport'. Die besten Chancen als Zulieferer hat Renault, denn das e.dams-Team ist mit seinem Antriebsstrang Z.E.15 aktuell die Benchmark in der Formel E.

Noch sei aber nichts entschieden: "Wir werden ganz einfach den schnellsten Motor nehmen", sagt Aguri-Teamchef Mark Preston. "Wir sind derzeit in Gesprächen. Der Renault-Motor scheint der stärkste zu sein."

Theoretisch hat Aguri bis Ende März Zeit, sich für einen Zulieferer für Saison drei zu entscheiden. So lange wollen die Japaner aber offensichtlich nicht warten: "Wir müssen wohl nach Buenos Aires eine Entscheidung treffen." Das Rennen in Argentinien findet am 6. Februar statt.

Die Kosten, um einen eigenen Motor zu entwickeln, sind laut Preston derzeit nicht tragbar für Aguri. "Wir wären nicht bereit dazu. Aber wenn ein großer Hersteller auf uns zukommen würde, wären wir zu Gesprächen bereit." Gerüchten zufolge könnte mittelfristig ein japanischer Autobauer bei Aguri einsteigen, konkrete Fakten sind aber nicht bekannt.

Die Kosten für einen Antriebsstrang blieben durch einen Kundenvertrag im Rahmen, denn jeder Hersteller in der Formel E ist verpflichtet, seinen Motor samt Getriebe, Inverter und Kühlungssystem für maximal 120.000 Euro zum Kauf anzubieten. Auch ein Leasing-Modell ist möglich. In diesem Fall müsste ein Team pro Saison 72.000 Euro bezahlen. Inwieweit der Hersteller unterstützend zur Seite steht oder bei der Integration des Motors im Auto hilft, hängt vom Vertrag zwischen Team und Konstrukteur ab.

Personelle Veränderungen bei Aguri

Vor dem Punta del Este ePrix hat Aguri Veränderungen in seiner Teamstruktur vorgenommen. So wurde unter anderem der Technische Direktor Gerry Hughes durch Leo Thomas ersetzt. Thomas war bereits in der vergangenen Saison zwischenzeitlich bei Venturi im Einsatz und arbeitete als Ingenieur für Peugeot (LMP) und Sebastien Loeb Racing. In Saison eins hatte Hughes, der auch Anteile bei Aguri besitzt und nun eine leitende Ingenieursrolle bei NextEV einnimmt, eng mit Antonio Felix da Costa zusammengearbeitet und den Job des Technischen Direktors erst im September von Peter McCool übernommen.

Zudem sollen noch weitere Ingenieure das Team verlassen haben, meldet 'Motorsport.com'. "Team Aguri hat kürzlich personelle Veränderungen auf der Managementebene vorgenommen und wird seine Mannschaft auch weiterhin bestmöglich für Saison zwei und die Zukunft in der Formel E aufstellen", wird ein Sprecher von Aguri zitiert.

An den Besitzverhältnissen hat sich offenbar nichts verändert. Mark Preston und Aguri Suzuki halten wie auch Hughes jeweils ihre Anteile. Zudem besitze Marc Faggionato, ein Immobilienexperte aus Monaco, "mindestens 50 Prozent" der Anteile am Team Aguri.

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