Formel E

Felix da Costa über seine Formel-E-Zukunft: "Ich will das beste Paket"

Timo Pape

Timo Pape

Antonio Felix da Costa träumt weiter von seiner ersten Podiumsplazierung in der laufenden Saison. Bärenstarken Auftritten im Qualifying folgte in den Rennen meist große Ernüchterung. Wegen fehlender Zuverlässigkeit der Technik verpasste der Portugiese zweimal das Podest. Zuletzt holte sich der Aguri-Pilot die Pole-Position in Long Beach, die ihm wegen Unterschreitung des Mindestdrucks an den Reifen aber nachträglich aberkannt wurde.

Nicht nur BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt zeigt sich von seinem Schützling, der als Werkspilot für BMW in der DTM fährt, angetan. Bei einigen Formel-E-Teams steht der 24-Jährige ganz hoch im Kurs für die neue Saison. Vor dem Paris ePrix haben wir Felix da Costa bei den DTM-Testfahrten am Hockenheimring getroffen, wo er mit uns über seine weitere Zukunft in der Formel E sprach. Ferner erzählte er exklusiv gegenüber 'e-Formel.de' über das respektvolle Miteinander unter den Formel-E-Fahrern.

Sie sind einer der begehrtesten Piloten für Saison drei. Stehen Sie mit Jaguar oder anderen Teams in Gesprächen?

Antonio Felix da Costa: "Ich werde von einigen Teams und Leuten im Fahrerlager sehr geschätzt. Das ist großartig. Ich bin mit einigen Teams in Kontakt. Glücklicherweise bin ich für die neue Saison in einer guten Position. Ich habe ein paar Optionen auf dem Tisch liegen, die vielversprechend klingen. Aber momentan konzentriere ich mich auf das nächste Rennen in Paris, daher treffe ich noch keine weiteren Entscheidungen."

Mit welchen Teams stehen Sie in Kontakt?

"Dazu möchte ich noch nichts sagen. Ich kann nur wiederholen, dass ich mich in einer guten Position befinde. Ich möchte nächste Saison Rennen gewinnen, vielleicht sogar um die Meisterschaft mitfahren. Dafür picke ich mir das beste Paket heraus."

Jaguar steigt in die Formel E ein. Wäre ein Wechsel zum britischen Team eher eine Chance, um den Titel zu fahren, oder birgt es auch ein gewisses Risiko aufgrund der fehlenden Erfahrung?

"Das ist eine sehr schwierige Frage, ich weiß es nicht. Ich kann nicht absehen, wie gut ihr Antriebsstrang läuft, ob sie schnell sind oder nicht. Ich kenne ihre Pläne nicht. Aber Jaguar ist wahrscheinlich für jeden Fahrer attraktiv, denn sie werden sicherlich stark in die Formel E kommen. Für die Serie ist es großartig, dass Jaguar kommt und weitere Hersteller hinzukommen."

Könnte ein Kontrakt zwischen Aguri und Renault e.dams bezüglich deren Antriebsstrang ausschlaggebend für deinen Verbleib beim japanischen Team sein?

"Ich denke schon. Wenn uns dieser Deal gelingt, könnten wir eines der besten Teams im Fahrerlager werden. Auf alle Fälle wäre das eine weitere Option für mich."

Möchtest du die großen Teams in Paris wieder ärgern?

"Das ist natürlich das Ziel. Wir haben aber das Paket und den Antriebsstrang aus Saison eins und daher keine Weiterentwicklungen oder Updates für diese Saison. Die anderen Teams hingegen schon, und sie besitzen ein großes Budget, mit dem sie weiterentwickeln konnten. Sie haben einen neuen Antriebsstrang, ein neues Getriebe, einen neuen Inverter. Es ist schwierig, gegen sie zu kämpfen. Sie sind schneller. Wir machen das Beste daraus. Hoffentlich können wir sie wieder ärgern. Eine Top-5-Platzierung ist immer ein gutes Ergebnis."

In dieser Saison fährst du mit Paris und dem Doppelevent in London noch drei Rennen. Berlin und Moskau fehlst du wegen der DTM-Verpflichtung mit BMW. Welches Ziel hast du dir gesteckt?

"Definitiv Podiumsplätze. Davon träume ich. Ein Top-5-Ergebnis ist für jedes Team ein hervorragendes Ergebnis."

Wie erklärst du dir die freundschaftliche Atmosphäre im Formel-E-Fahrerlager?

"Alle Fahrer sind sehr professionell. Wir respektieren uns alle sehr. Es gibt keine Amateure, es finden keine dummen Überholvorgänge statt. Man sieht keine blöden Unfälle auf der Strecke. Das Racing ist großartig. Der Schlüssel ist, dass es uns gelingt, dass jeder Fahrer mit dem anderen gut umgeht. Das ist ähnlich wie in der DTM. Die Rivalität in der DTM ist zwischen einigen Fahrern ein wenig größer. Die Formel E ist neu, die Fahrer sind gut und respektvoll."

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