Zeitstrafen werfen Ergebnis durcheinander: Alle Formel-E-Strafen beim Sanya E-Prix im Überblick
Tobias Wirtz
FIA Formula E
Beim Sanya E-Prix haben wie bei jedem Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft die Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA die Aufgabe, die Einhaltung des Technischen und Sportlichen Reglements zu überprüfen. Sollten sie einen Verstoß feststellen, ist es ihre Aufgabe, das Strafmaß festzulegen. In diesem Artikel findest du wie gewohnt eine Auflistung aller Entscheidungen des Wochenendes.
Beim Sanya E-Prix 2026 übernehmen der vorsitzende Kommissar Mathieu Remmerie, der internationale Kommissar Brieuc Kremer und der nationale Kommissar Hou Lin diese Aufgabe. Unterstützt werden sie dabei von Ex-Rennfahrer Alex Yoong. Der aus Malaysia stammende Yoong war in seiner Motorsportkarriere auch zwei Jahre in der Formel 1 aktiv, wo er für das Minardi-Team fuhr.
Strafen vor dem Rennwochenende
- Lucas di Grassi erhielt in Monaco eine Rückversetzung um 20 Positionen für die Startaufstellung in Sanya, da an seinem Lola-Yamaha-ABT-Boliden der Inverter gewechselt wurde.
- Lucas di Grassi erhielt eine weitere Rückversetzung um 20 Positionen für die Startaufstellung in Sanya, da an seinem Lola-Yamaha-ABT-Boliden auch das Getriebe gewechselt wurde
40 grid places penalty
— Lucas Di Grassi (@LucasdiGrassi) June 19, 2026
I will start the Sanya race from Beijing.
- Auch Taylor Barnard bekam in Monaco eine Rückversetzung um fünf Positionen für das Rennen in Sanya, weil er im Sonntagsrennen eine Kollision mit Norman Nato verursacht hatte. Da Barnard dort nicht unter den ersten Zehn ins Ziel kam, wurde die Strafe umgewandelt.
- Taylor Barnard bekam eine zweite Rückversetzung um fünf Positionen für eine weitere Kollision in Monaco, dieses Mal mit Jean-Eric Vergne.
- Auch sein Teamkollege Max Günther bekam Rückversetzung für Sanya: Günther muss drei Plätze nach hinten, weil er unter Full-Course-Yellow zu schnell gefahren war. Auch hierbei handelte es sich um eine Zeitstrafe, die nachträglich in eine Rückversetzung umgewandelt wurde, weil Günther nicht unter die Top 10 kam.
- Pepe Marti hat ebenfalls eine Rückversetzung um fünf Positionen für das Verursachen einer Kollision in Monaco im Gepäck.
Weitere Verhandlungen vor dem Rennwochenende
- DS Penske beantragte nach dem Monaco E-Prix eine Überprüfung der Zeitstrafe gegen Max Günther für das zu schnelle Fahren bei Full Course Yellow. Fahrer und Team gaben an, dass das Tempo in der vorgegebenen Zeit von fünf Sekunden reduziert wurde, Günther jedoch unsicher war, ob er den Knopf auf dem Lenkrad, der die Geschwindigkeitsbegrenzung aktiviert, korrekt gedrückt hatte. Daher drückte er ihn erneut und deaktivierte somit den Limiter. Daraufhin beschleunigte er kurzzeitig auf mehr als 50 km/h, bevor er erneut abbremste und den Knopf ein weiteres Mal drückte. Da Günther durch das Abbremsen Zeit im Vergleich zu anderen Fahrern verlor, entstand kein Vorteil durch diese Aktion. Da das Erlangen eines Vorteils jedoch nicht Bedingung für die Strafe war, blieben die Rennkommissare bei ihrer Entscheidung - Günther war unzweifelhaft zu schnell gefahren, zumindest kurzzeitig.
- DS Penske beantragte nach dem Monaco E-Prix auch eine Überprüfung der zweiten Zeitstrafe gegen Max Günther für die Kollision mit Sebastien Buemi in der Fairmont-Haarnadelkurve. Günther sei eine konsistente Linie gefahren, während Buemi von außen scharf nach innen gezogen sei und es deshalb zum Kontakt kam. Da die Regeln jedoch vorschreiben, dass ein Fahrer auf der Innenseite mindestens auf Höhe der Spiegel eines Konkurrenten sein muss, um das Recht auf die innere Linie zu haben, wurde auch in diesem Fall eine Neubewertung der Situation abgelehnt.
- Mahindra Racing beantragte nach dem Monaco E-Prix hingegen eine Überprüfung der Zeitstrafe gegen Edoardo Mortara für die Kollision mit Antonio Felix da Costa in der Hafenschikane. Das Team wollte damit bewirken, dass die Zeitstrafe von zehn Sekunden auf fünf Sekunden reduziert wird und bezog sich auf andere Kollisionen, die es am Rennwochenende gegeben hatte. Die Rennkommissare lehnten dies jedoch mit der Begründung ab, dass andere Kollisionen unter anderen Bedingungen stattfanden und jede Situation unabhängig von anderen bewertet werden müsse. Auch hier blieb die Entscheidung somit bestehen.
Strafen im Freien Training
- Taylor Barnard erhielt eine Verwarnung, weil er im 2. Freien Training Jean-Eric Vergne behindert hatte. Es ist bereits seine zweite Verwarnung in dieser Saison. Sollte er eine dritte erhalten, muss er automatisch in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten.
Strafen im Qualifying
- Die schnellste Rundenzeit von Norman Nato im Gruppenqualifying wurde gestrichen, da das an der Hinterachse gemessene Drehmoment von dem abwich, was laut dem homologierten Strompedal-Mapping abgegeben werden muss. Es handelt sich dabei um ein technisches Vergehen, das in der Regel von der Elektronik verursacht wird. Dies hatte jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis, Nato belegte Platz 9 in seiner Gruppe.
Strafen im und nach dem Rennen
- Lucas di Grassi erhielt eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe, da seine Rückversetzung um 40 Positionen nicht möglich war. Diese Strafe muss er direkt zu Rennbeginn absitzen.
- Zane Maloney erhielt eine Rückversetzung um 20 Positionen für die Startaufstellung des ersten Rennens in Shanghai, da an seinem Lola-Yamaha-ABT-Boliden der Inverter gewechselt wurde.
- Zane Maloney erhielt eine weitere Rückversetzung um 20 Positionen für die Startaufstellung des ersten Rennens in Shanghai, da an seinem Lola-Yamaha-ABT-Boliden auch das Getriebe gewechselt wurde.
- Nick Cassidy erhielt eine Zeitstrafe von zehn Sekunden, da er in der Boxengasse zu schnell gefahren war. Der Citroen-Pilot wurde mit 70,1 km/h gemessen, erlaubt sind maximal 50 km/h. Aufgrund der großen Überschreitung erhielt Cassidy zudem einen Strafpunkt.
- Dan Ticktum erhielt eine Zeitstrafe von zehn Sekunden, weil er eine Kollision mit Mitch Evans verursacht hatte. Er saß diese Strafe bei einem Boxenstopp ab. Auch Ticktum bekam einen Strafpunkt für diese Kollision.
- Felipe Drugovich bekam nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden für eine Kollision mit Pascal Wehrlein. Diese warf ihn von Platz 2 auf 5 zurück. Drugovich bekam zudem einen Strafpunkt.
[BREAKING]#SanyaEPrix 🇨🇳: Felipe Drugovich gets a 5 seconds time penalty for causing a collision with Pascl Wehrlein! He loses his podium and finishes the race in P4!#FormulaE #ABBFormulaE pic.twitter.com/Dm2meZTYtd
— Tobias Wirtz (@tobiw_apex) June 20, 2026
- Citroen Racing erhielt eine Geldstrafe von 2.500 Euro, da das Team vergessen hatte, die seitlichen Radabdeckungen vom Auto von Jean-Eric Vergne zu entfernen, die dieser auf dem Weg in die Startaufstellung verlor.
- Nyck de Vries bekam zunächst eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, weil er beim Bremsen die Linie gewechselt hatte. Er fiel somit von Platz 4 auf 6 zurück. Diese Strafe wurde nachträglich jedoch annulliert, da der Mahindra-Fahrer für diese Aktion bereits die Verwarnungsflagge gesehen hatte und die Kommissare dies aufgrund eines Kommunikationsfehlers nicht mitgeteilt bekamen. Durch die Strafe für Felipe Drugovich rückte de Vries sogar auf Platz 3 vor.
- Zane Maloney erhielt nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, weil er sich während der Rennunterbrechung auf dem Weg zurück in die Boxengasse nicht an das Tempolimit von 50 km/h gehalten hatte. Da Maloney das Rennen außerhalb der Punkteränge beendete, wurde die Strafe in eine Rückversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung des ersten Rennens beim Shanghai E-Prix umgewandelt. Maloney erhielt zudem zwei Strafpunkte für dieses Vergehen.
- Dan Ticktum erhielt ebenfalls nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden für dasselbe Vergehen. Auch der Cupra-Kiro-Pilot muss beim ersten Shanghai-Rennen daher drei Startplätze nach hinten. Hier wurden ebenfalls zwei Strafpunkte vergeben.
- Pascal Wehrlein erhielt eine Zeitstrafe von fünf Sekunden für eine Kollision mit Norman Nato. Somit fiel er von Platz 6 auf 14 zurück. Auch Wehrlein erhielt einen Strafpunkt für diese Aktion.
- Antonio Felix da Costa bekam eine Zeitstrafe von fünf Sekunden für eine Kollision mit Norman Nato. Diese warf ihn ursprünglich von Platz 2 auf 5 zurück. Da auch Drugovich nachträglich bestraft wurde, rückte der Jaguar-Fahrer wieder auf Platz 4 nach vorne.
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