Formel E

14 Fahrer wegen Gelb-Verstoß verwarnt: Alle Formel-E-Strafen beim Shanghai E-Prix im Überblick

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Norman-Nato-Nissan-2026-Sanya-E-Prix

Beim Shanghai E-Prix haben wie bei jedem Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft die Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA die Aufgabe, die Einhaltung des Technischen und Sportlichen Reglements zu überprüfen. Sollten sie einen Verstoß feststellen, ist es ihre Aufgabe, das Strafmaß festzulegen. In diesem Artikel findest du wie gewohnt eine Auflistung aller Entscheidungen des Wochenendes.

Beim Shanghai E-Prix 2026 übernehmen der vorsitzende Kommissar David Fuentes, der internationale Kommissar Matthew Sellay und der nationale Kommissar Shi Huang diese Aufgabe. Unterstützt werden sie dabei von Rennfahrer Daniil Kvyat. Der aus Russland stammende, aber derzeit unter italienischer Lizenz fahrende Kvyat war in seiner Motorsportkarriere auch mehrere Jahre in der Formel 1 aktiv, wo er für die Teams Toro Rosso (heute: Racing Bulls) und Red Bull Racing fuhr. Kvyat hat einiges an Formel-E-Erfahrung vorzuweisen, da er bereits mehrfach beim Rookie-Test der Rennserie antrat.

Strafen vor dem Rennwochenende

  • Zane Maloney erhielt in Sanya eine Rückversetzung um 20 Positionen für die Startaufstellung des ersten Rennens in Shanghai, da an seinem Lola-Yamaha-ABT-Boliden der Inverter gewechselt wurde.
  • Zane Maloney erhielt eine weitere Rückversetzung um 20 Positionen für die Startaufstellung des ersten Rennens in Shanghai, da an seinem Lola-Yamaha-ABT-Boliden auch das Getriebe gewechselt wurde.
  • Zane Maloney erhielt eine weitere Rückversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung des ersten Rennens beim Shanghai E-Prix umgewandelt, weil er sich während der Rennunterbrechung in Sanya auf dem Weg zurück in die Boxengasse nicht an das Tempolimit von 50 km/h gehalten hatte.
  • Dan Ticktum muss ebenfalls beim ersten Shanghai-Rennen für dasselbe Vergehen drei Startplätze nach hinten.
  • Norman Nato erhielt eine Rückversetzung um insgesamt 60 Positionen für die Startaufstellung des ersten Rennens in Shanghai, da an seinem Nissan der Elektromotor und zweimal das Getriebe gewechselt wurden.

Strafen im Freien Training am Freitag und Samstag

  • Citroen erhielt eine Geldstrafe von 1.500 Euro, weil Nick Cassidy in der Boxengasse zu schnell unterwegs war. Anstelle mit den erlaubten 50 km/h wurde der Neuseeländer mit 64,8 km/h "geblitzt".
  • Eine Untersuchung gegen Joel Eriksson wegen eines Burnouts in der Boxengasse wurde eingestellt, da Video- und Telemetriedaten belegten, dass er den Burnout durchführte, als die Hinterräder seines Autos noch in der Garage waren. Nach dem International Sporting Code der FIA gehört die Garage jedoch formell nicht zur Boxengasse, womit es keinen Verstoß gegeben habe.
  • Cupra Kiro erhielt eine Geldstrafe von 500 Euro, da derselbe Mechaniker, der bei beiden Autos den Pit-Boost durchführte, beim Anschließen des Ladegeräts nicht die vorgeschriebenen FIA-zertifizierten Schutzhandschuhe sichtbar über den elektrischen Sicherheitshandschuhen trug. Das Team erklärte, dass der Mechaniker die vorgeschriebenen Handschuhe zwar getragen habe, diese jedoch unter den Elektroschutzhandschuhen angezogen worden seien, weil er Schwierigkeiten habe, die FIA-Handschuhe darüberzuziehen. Die Kommissare akzeptierten diese Erklärung grundsätzlich, werteten es dennoch als Verstoß, da die äußeren FIA-Handschuhe zusätzliche Isolation bieten und insbesondere die Hände des Mitarbeiters schützen sollen.
  • Cupra Kiro erhielt eine Geldstrafe von 700 Euro, weil Pepe Marti in der Boxengasse mit 57 km/h gemessen wurde.

Strafen nach dem Qualifying am Samstag

  • Zane Maloney muss am Ende der ersten Runde des Rennens zu einer 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe an die Box kommen, da seine Rückversetzung in der Startaufstellung nicht vollständig durchgeführt werden konnte.
  • Auch Norman Nato erhielt aus demselben Grund eine muss 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe, die er am Ende der ersten Runde des Rennens absitzen muss.

Strafen nach dem Rennen am Samstag

  • Edoardo Mortara erhielt nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, da er eine Kollision mit Jean-Eric Vergne verursacht hatte. Mortara fiel somit von Platz 10 auf 15 zurück. Nico Müller rückte somit auf Platz 10 auf, der Punkt für die schnellste Rennrunde unter den ersten Zehn ging an Antonio Felix da Costa. Der Schweizer erhielt zudem einen Strafpunkt.

  • Lucas di Grassi erhielt nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, die in eine Rückversetzung um drei Positionen im Rennen am Sonntag umgewandelt wurde, da er eine Kollision mit Taylor Barnard verursacht hatte. Da di Grassi Barnard zwar überholt, im Anschluss aber wieder vorbeigelassen hatte und somit keinen sportlichen Vorteil hatte, entschieden sich die Rennkommissare dagegen, einen Strafpunkt zu verhängen.
  • Dan Ticktum erhielt nach dem Rennen eine Rückversetzung um drei Positionen für das Rennen am Sonntag sowie eine Geldstrafe von 5.000 Euro, die bis zum Saisonende auf Bewährung ausgesetzt ist, da er einen Offiziellen der FIA beleidigt hatte. Wörtlich hatte Ticktum in einem Interview nach dem Rennen gesagt, dass der Rennleiter das Safety-Car auf die Strecke geschickt habe, weil "er sich in die Hose geschissen habe, als es zu regnen begann."

Strafen im und nach dem Rennen am Sonntag

  • Sebastien Buemi erhielt eine Rückversetzung um drei Positionen im Rennen, da er im Qualifying Jake Dennis behindert hatte. Dies warf ihn von Startplatz 15 auf 18 zurück. Buemi erhielt außerdem einen Strafpunkt.
  • Norman Nato wurde disqualifiziert, da der Sturz an seinem Nissan-Boliden nicht innerhalb des von Reifenlieferant Hankook vorgegebenen Bereiches lag. Der maximale Sturz von -4 Grad wurde überschritten, der Technische Delegierte der FIA stellte beim Fahrzeug mit der Nummer 23 einen Sturz von -4,11 Grad bis -4,13 Grad fest. Damit verlor der Franzose Startplatz 5 und wurde stattdessen auf den letzten Platz rückversetzt.

Strafen nach dem Rennen am Sonntag

  • Dan Ticktum erhielt eine Rückversetzung um eine Position im Rennen, da er die Strecke verlassen und sich einen Vorteil verschafft hatte. Max Günther hatte den Cupra-Kiro-Pilot in der letzten Runde bei der Anfahrt zu Kurve 10 auf der Innenseite überholt, worauf Ticktum die Schikane abkürzte und vor Günther auf die Strecke zurückkam. Da unmittelbar nach der Schikane die Ziellinie folgte, hatte Ticktum keine Gelegenheit, die unrechtmäßig erlangte Position zurückzugeben, was die Rennkommissare zu seinem Vorteil auslegten. Günther rückte somit auf Platz 10 vor.
  • Joel Eriksson wurde verwarnt, da er bei gelber Flagge nicht ausreichend verzögert hatte. Die Onboard-Aufnahmen beweisen, dass zu diesem Zeitpunkt keine doppelten gelben Flaggen, sondern nur einfache gelbe Flaggen gezeigt wurden, als Eriksson am Auto von Zane Maloney vorbeifuhr, das am Streckenrand geparkt war.
  • Sebastien Buemi, Nico Müller, Dan Ticktum, Taylor Barnard, Jake Dennis, Antonio Felix da Costa, Max Günther, Pepe Marti, Oliver Rowland, Nick Cassidy, Norman Nato, Edoardo Mortara und Lucas di Grassi wurden ebenfalls verwarnt, da sie bei doppelt gelber Flagge nicht ausreichend verzögert hatten. Die Rennkommissare hielten hierzu unter anderem fest, dass das Flaggensignal vor Kurve 11 nur eine einfache gelbe Flagge anzeigte. Zudem wurde den Fahrern angerechnet, dass sie "die doppelte gelbe Ampel an der Außenseite von Kurve 12 nicht sahen, da es zu dem Zeitpunkt, als sie die Möglichkeit hatten, sie zu sehen, nicht nur schwierig war, sie vor dem Himmel zu erkennen, sondern sie zudem gerade durch Kurve 12 fuhren und auf die Strecke vor sich blickten, um zu erkennen, was der Auslöser für die einfache gelbe Flagge war".

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