Formel E

Strafversetzung für Bird & di Grassi: Alle Formel-E-Strafen beim Shanghai E-Prix im Überblick

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

In Shanghai haben, wie bei jedem Rennen, die Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA die Aufgabe, die Einhaltung des Technischen und Sportlichen Reglements zu kontrollieren. Im Falle eines Verstoßes müssen sie über das Strafmaß entscheiden. In diesem Artikel findest du wie gewohnt eine Auflistung aller Entscheidungen der Formel-E-Rennkommissare.

Beim Shanghai E-Prix 2024 übernehmen Gerd Ennser, Shi Huang und Achim Loth diese Aufgabe. Unterstützt werden sie dabei wie von Ex-Rennfahrer Alex Yoong. Der aus Malaysia stammende Yoong war in seiner Motorsportkarriere auch zwei Jahre in der Formel 1 aktiv, wo er für das Minardi-Team fuhr.

Strafen im Shakedown

  • Jake Dennis erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da er im Shakedown auf seiner dritten Runde mehr als die maximal erlaubten 110 kW Energie aus der Batterie abrief.
  • Jean-Eric Vergne wurde erlaubt, einen seinen "Joker-Reifen" für Shanghai zu verwenden. Der DS-Penske-Pilot hatte im Shakedown einen Reifenschaden an der Hinterachse erlitten.

Strafen im Freien Training am Freitag und Samstag

  • Jehan Daruvala erhielt eine Verwarnung, da er bei der Full-Course-Yellow das Tempolimit missachtete. Dies war ihm bereits in Berlin passiert, womit er nun bei zwei Verwarnungen steht. Sollte er eine dritte erhalten, wird er in der Startaufstellung um zehn Positionen nach hinten versetzt.
  • Jean-Eric Vergne erhielt eine ebenfalls Verwarnung für die Missachtung des Tempolimits von 50 km/h bei der Full-Course-Yellow-Phase, es ist seine erste.
  • Auch Norman Nato wurde für die Missachtung des Tempolimits während der Full-Course-Yellow-Phase verwarnt. Für Nato ist es Verwarnung Nummer 2.
  • Dan Ticktum erhielt ebenfalls eine Verwarnung, weil er im 2. Freien Training in Kurve 11 unnötig langsam gefahren war. Für den Briten ist es die erste Verwarnung in dieser Saison.
  • Oliver Rowland muss eine Geldstrafe von 1.000 Euro bezahlen, da er am Ende des 2. Freien Trainings zweimal die nach Ablauf der Zeit die Ziellinie überquerte und die schwarz-weiß-karrierte Flagge gezeigt bekam.
  • Norman Nato erhielt eine Geldstrafe von 1.500 Euro, da der Ladestand seiner Batterie am Ende des 2. Freien Trainings nur 4,7 Prozent betrug. Damit verstieß er gegen die Gebrauchsanweisung, die Batteriehersteller WAE den Teams an die Hand gegeben hatte.
  • ERT erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, da im 2. Freien Training ein Mechaniker am Fahrzeug von Sergio Sette Camara gearbeitet hatte, als dieses in fahrbereitem Zustand war. Dies ist aus Sicherheitsgründen strengstens verboten.

Strafen im und nach dem Rennen am Samstag

  • Max Günther erhielt nachträglich eine Zeitstrafe von zehn Sekunden, da er eine Kollision mit Edoardo Mortara verursacht hatte. Der Maserati-Pilot fiel somit von Platz 9 auf Position 21 zurück. Sebastien Buemi und Stoffel Vandoorne profitierten daher und erhielten beide je einen Punkt zusätzlich. Außerdem bekam Günther zwei Strafpunkte auf seine Rennlizenz.
  • Antonio Felix da Costa bekam nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, da er Jean-Eric Vergne in der letzten Runde von der Strecke gedrängt hatte. Damit fiel der Porsche-Fahrer von Position 5 auf den 18. Platz zurück.
  • Keine Strafe gab es für Pascal Wehrlein: Obwohl der Porsche-Fahrer im Zweikampf mit Mitch Evans in Kurve 11 die Strecke verlassen und abgekürzt hatte, akzeptierten die Rennkommissare die Aussage, dass Wehrlein so einen Unfall mit Evans vermeiden wollte.
  • Ebenfalls keine Strafe gab es gegen Oliver Rowland: Der Nissan-Fahrer war am Ausgang von Kurve 4 mit Jean-Eric Vergne kollidiert. DS Penske reichte nach dem Rennen einen "Antrag auf Neubewertung" dieser Situation ein, nachdem Rowland sich in einem Interview über den Zweikampf mit Vergne geäußert hatte. Die Rennkommissare hielten nach einer Befragung von beiden Fahrern die Entscheidung jedoch aufrecht: Die Telemetriedaten und die Aufnahmen der Onboard-Kamera bestätigten Rowlands Aussagen, er habe nicht absichtlich nach links gelenkt, sondern sei stattdessen mit eingeschlagenem Lenkrad über die Curbs gerutscht. Das Auto sei nach links ausgebrochen, als die Reifen nach dem Überfahren der Curbs wieder Grip hatten, eine absichtliche Lenkbewegung von Rowland sei nicht erkennbar gewesen. Rowland habe sich in seiner Äußerung nach dem Rennen auf eine andere Situation in Kurve 1 bezogen.

Strafen im Qualifying am Sonntag

  • Die beste Rundenzeit von Dan Ticktum im Gruppen-Qualifying wurde gestrichen, da der ERT-Pilot in Kurve 11 die Strecke verlassen hatte. Der Brite wurde in seiner Gruppe daher auf Platz 9 statt auf Platz 7 gewertet. Jake Dennis und Jehan Daruvala rückten daher um je zwei Positionen in der Startaufstellung auf.

Strafen im und nach dem Rennen am Sonntag

  • Sam Bird erhielt eine Rückversetzung um fünf Positionen für sein nächstes Rennen. Der McLaren-Pilot hatte eine Kollision mit Nyck de Vries verursacht, die den Mahindra-Fahrer aus den Top 10 warf. Außerdem bekam Bird zwei weitere Strafpunkte auf seine Rennlizenz.
  • Lucas di Grassi erhielt für sein nächstes Rennen nachträglich eine Rückversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung, weil er Dan Ticktum in Kurve 12 von der Strecke drängte. Di Grassi erhielt für dieses Manöver ebenfalls einen Strafpunkt.
  • Jake Dennis erhielt eine Verwarnung für "unnötig hartes Verhalten" gegenüber Nico Müller, das zu einem vermeidbaren Kontakt führte. Wir wissen jedoch bislang nicht, wie sich dies von dem Verursachen einer Kollision unterscheidet.
  • Lucas di Grassi erhielt eine weitere Rückversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung für sein nächstes Rennen, weil er Jehan Daruvala in Kurve 6 von der Strecke drängte. Di Grassi erhielt auch für diese Aktion einen Strafpunkt.

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