Formel E

Allradantrieb in Formel E? Maro Engel "eher puristisch unterwegs"

Timo Pape

Timo Pape

Die Formel E sieht sich bekanntlich als Brutkasten für relevante Straßentechnologie. Diese Ansicht teilen inzwischen viele Hersteller, die von den Erkenntnissen auf der Rennstrecke profitieren und die Elektromobilität auf der Straße dadurch vorantreiben. In der Serienentwicklung von Elektroautos werden allerdings auch "Fahrhilfen" wie Torque Vectoring oder Allradantrieb zum Einsatz kommen, die in der Formel E bisher noch keine Rolle spielen, weil sie dem Fahrer unter anderem seinen Job zu sehr vereinfachen würden.

Das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. "Teil unserer Planungen ist es, möglicherweise einen Antriebsstrang an der Vorder- und Hinterradachse zu erlauben", sagte Formel-E-Boss Alejandro Agag im Januar. Ein Allradantrieb würde dabei helfen, die steigende Leistung der Elektrorennwagen auf den Asphalt zu übertragen und die Rekuperationsmöglichkeiten deutlich zu erhöhen. Allerdings wären die Autos auch nicht mehr ganz so anspruchsvoll zu fahren. Straßenrelevanz oder Unterhaltung? Eine schwierige Grundsatzfrage, der sich die Formel E stellen muss.

Der deutsche Venturi-Fahrer Maro Engel erkennt das Dilemma: "Die technologische Weiterentwicklung ist natürlich ein Kernelement der Formel E, sie muss ständig vorangetrieben werden. Denn auch die Serienproduktion profitiert von den Technologien und Fortschritten, die wir in der Formel E erproben", sagt der Deutsche im Exklusiv-Interview mit 'e-Formel.de'.

"Ob das unbedingt durch einen Allradantrieb mit Torque-Vectoring sein muss, wie es in der WEC der Fall ist, wird man sehen", fährt Engel fort und gesteht: "Im Moment bin ich da noch eher puristisch unterwegs und finde, ein Formelauto sollte einen Heckantrieb haben - einfach aus der Historie heraus. Aber ich denke, dass es wahrscheinlich irgendwann ein Thema sein wird, denn mit steigender Leistung wird es natürlich immer schwieriger, das Drehmoment auf die Straße zu bringen. Schauen wir mal!"

Frühestens in Saison acht (2021/22) dürften Frontmotoren in der Formel E relevant werden. Dann tritt die Elektroserie in ihre dritte große Entwicklungsphase ein (Saisons acht bis zehn). Möglicherweise könnte 2021 auch die Batterieentwicklung an die Teams übergeben werden, Entscheidungen hierzu wurden nach unserem Wissen bislang allerdings nicht getroffen. Wir sind gespannt, wie die Formel E die schwierige Frage nach der Straßenrelevanz oder Unterhaltung letztlich beantworten wird. Was meinst du?

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