Formel E

"Am Start zweimal getroffen" - Günther & di Grassi bringen sich beim Formel-E-Finale um mögliche Punkte

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Trotz gutem Qualifying gingen Lucas di Grassi und Maximilian Günther im finalen Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft 2022 leer aus. Beide kamen sich bereits nach wenigen Metern zweimal in die Quere und hatten in der Folge mit Beschädigungen an ihren Fahrzeugen zu kämpfen. Während di Grassi am Ende Elfter wurde, musste Günther seinen Nissan mit gebrochener Vorderradaufhängung abstellen.

Nach seinem 39. Karriere-Podium am Vortag zog di Grassi auch am Sonntag mit einer guten Qualifying-Runde in die Duellphase ein. Hier verlor er sein Viertelfinalduell gegen Jake Dennis. Günther hingegen scheiterte um 24 Tausendstelsekunden an den Top 4 und nahm das Rennen von Position 9 auf. Dank eines guten Starts konnte er sich sofort an Jean-Eric Vergne vorbeischieben und griff anschließend auf der Innenseite di Grassi an. Der Brasilianer fuhr seinerseits aber schon innen neben Dan Ticktum - für drei Fahrzeuge nebeneinander war die Kurve zu eng.

Günther traf di Grassis rechtes Vorderrad, und der Venturi-Pilot wurde daraufhin zwischen Günther und Ticktum eingeklemmt. Im sich bildenden Rückstau fuhr Dragon-Pilot Sergio Sette Camara auf Günther auf und beschädigte seinen Frontflügel. Wenige Kurven später versuchte Günther ein zweites Mal, di Grassi anzugreifen. Dies misslang erneut: Er traf den Formel-E-Champion von Saison 3 am rechten Hinterrad, berührte die Mauer auf der Kurveninnenseite und verlor an Schwung, sodass auch Oliver Askew am Nissan vorbeiging.

In den folgenden Umläufen verlor der junge Deutsche wegen eines schleichenden Plattfußes an Boden, bis er in der sechsten Runde zum Reifenwechsel an die Box ging. Anschließend fuhr er dem Feld mit einigem Abstand hinterher. Di Grassi fuhr ebenfalls zunächst weiter, bis er feststellte, dass auch sein rechter Vorderreifen Luft verlor. Auf Platz 6 liegend ging in der 13. Runde an die Box, um den Pneu wechseln zu lassen. Er fiel auf den 14. Platz zurück.

Nissan lässt sich nicht mehr wegschieben

Für Günther war kurz darauf Schluss: Die rechte Vorderradaufhängung, die bei den beiden Berührungen mit di Grassi offenbar Schaden genommen hatte, brach endgültig. Nachdem er seinen Wagen am Streckenrand - in der Nähe eines Notausgangs - abstellte, rief die Rennleitung eine Safety-Car-Phase aus.

Dabei kam es zu einer kuriosen Szene: Die Marshalls schafften es nicht, den Nissan die wenigen Meter zurückzuschieben, denn die Spurstange war komplett gebrochen, und das Vorderrad stellte sich quer. Rennleiter Scot Elkins musste daher einen Abschleppwagen zur Bergung des Fahrzeugs auf die Strecke schicken.

Durch die Safety-Car-Phase konnte di Grassi auf die vor ihm platzierten Konkurrenten aufschließen und in der Schlussphase noch Alexander Sims sowie Norman Nato überholen. Dank einer Zeitstrafe gegen Sergio Sette Camara rückte er einen weiteren Platz auf, blieb am Ende jedoch als Elfter ohne Punkte.

Di Grassi: "Wurde am Start zweimal von Günther getroffen"

"Heute hatte ich ein schwieriges Rennen", beschreibt Lucas di Grassi. "Als Sechster gestartet, wurde ich am Start zweimal von Günther getroffen, was einen Reifenschaden vorne rechts zur Folge hatte. Ich musste deshalb an die Box, kam als 14. wieder ins Rennen und schaffte es, ein paar Autos zu überholen, um als Elfter ins Ziel zu kommen."

"Trotzdem wurde das Team Zweiter in der Weltmeisterschaft, was hochverdient ist", so di Grassi weiter. "Ich bin sehr stolz darauf, Fünfter in der Fahrerwertung geworden zu sein. Nachdem ich zu Beginn der Saison zu Venturi gestoßen war und gesehen habe, wie hart die Jungs arbeiten, haben sie sich jeden einzelnen Moment davon verdient. Ich könnte nicht stolzer sein, ein Teil dieser Geschichte zu sein. Wir werden heute Abend feiern und uns dann ausruhen, wie wir es verdient haben."

Es war di Grassis letztes Rennen für Venturi - der "1.000-Punkte-Mann" der Formel E wechselt zur kommenden Saison zu Mahindra.

Günther: "Habe beschlossen, weiter aggressiv zu fahren"

"Heute hatten wir ein fantastisches Qualifying. Am Ende waren wir wirklich nah dran, in die Duelle einzuziehen, was ein Ergebnis ist, auf das wir stolz sein sollten", fasst Maximilian Günther den Tag zusammen. "Ich ging am Start nach innen, machte eine Position gut und habe beschlossen, weiter aggressiv zu fahren."

"Leider kam es zu einer Berührung, bei der ich in die Mauer geschoben wurde", berichtet er weiter. "Dadurch wurde meine Aufhängung beschädigt, und ich zog mir einen schleichenden Plattfuß zu, sodass wir das Rennen nicht beenden konnten. Es war vielleicht nicht die Saison, die wir uns gewünscht haben, aber das Team hat wirklich hart gearbeitet, um Lösungen zu finden. Ich bin sehr dankbar für ihre Bemühungen und zufrieden mit meinen Leistungen."

Wie 'e-Formel.de' am Sonntagabend enthüllte, wird Günther Nissan zur Gen3-Ära verlassen. Wo der Allgäuer im nächsten Jahr unterkommen könnte, haben wir in einem eigenen Artikel zu allen aktuellen Transfergerüchten behandelt.

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