Formel E

Andretti bestärkt "volles Bekenntnis" zur Formel E, Batterieprobleme bei Porsche-Tests

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Vor der Saison 2014/15 bestätigte der US-amerikanische Familien-Rennstall Andretti Autosport als eines der ersten Teams einen Einsatz in der Formel E. Das Bekenntnis zur Elektroformel ist nach acht Saisons stärker denn je, bekräftigt Motorsport-Vizepräsidentin Marissa Andretti. Auch wenn der neue Antriebspartner Porsche bei privaten Gen3-Testfahrten Probleme mit den Batterien identifizierte.

Insgesamt 100 Rennen bestritt Andretti in den vergangenen Saisons in der Formel E, acht davon konnte die US-Mannschaft gewinnen. Zunächst entwickelte das Team seine eigenen Antriebsstränge für die Elektroserie, ehe Andretti eine technische Partnerschaft mit BMW einging und schließlich zum Werksteam der Münchener aufstieg. Nach dem werksseitigen Ausstieg von BMW durfte Andretti 2022 zunächst die ein Jahr alten Antriebsstränge weiterverwenden. Ab 2023 wechselt das Team jedoch zu Aggregaten von Porsche.

Der Wechsel des Motorenpartners ändere nichts am Bekenntnis zur Formel E, beteuert Marissa Andretti - ganz im Gegenteil. Die 31-Jährige ist seit 2020 Vizepräsidentin von Andretti Autosport. Im Gespräch mit 'Fast Company' berichtet sie: "Wir gehörten zu den ersten, die damals einen Anruf von den Formel-E-Organisatoren bekamen. Die Freude darüber war groß, aber alles wirkte noch sehr weit entfernt. Dann haben wir aber sehr schnell alle wichtigen Dinge organisiert - und jetzt haben wir acht Saisons hinter uns und bekennen uns voll zu Saison 9."

Erst im Sommer kündigte das Familienunternehmen an, einen neuen Hauptsitz in Indiana zu errichten. Die 200 Millionen Dollar teure Anlage soll auf einem 53.400 Quadratmeter großen Areal entstehen und ab 2025 als zentrale Leitstelle der IndyCar-, Indy-Lights- und IMSA-Programme von Andretti fungieren. Eines Tages könnte auch ein Umzug der Formel-E-Operation, die derzeit aus Großbritannien koordiniert wird, in die USA denkbar sein.

Von der Entwicklung der Formel E ist die Motorsport-Funktionärin begeistert. "Als die Serie startete, gab es statt eines klassischen Boxenstopps Fahrzeugwechsel. In der Zwischenzeit gab es große Entwicklungen bei der Batterietechnologie, jetzt halten die Autos ein ganzes Rennen durch. Die Geschwindigkeit der Innovation ist unglaublich - und natürlich ist das Ziel, dass diese Fortschritte auch in Straßenfahrzeugen genutzt werden."

"Der Zweck der Formel E ist es", da ist sich Andretti sicher, "eine bessere, sauberere und sicherere Zukunft für die Menschheit zu garantieren. Das geht mit Innovation und Technologie - und wir sind stolz, seit Tag 1 dabei zu sein."

Batterieprobleme beeinträchtigen Gen3-Tests von Antriebspartner Porsche

In der nächsten Formel-E-Saison tritt das zuletzt vom Crypto-Unternehmen Avalanche gesponserte Team Andretti mit Jake Dennis und Porsche-Veteran Andre Lotterer an. Der Deutsche fuhr in den letzten drei Jahren für den Konstrukteur und erlebte mit, wie Porsche die ersten Entwicklungsschritte am neuen Gen3-Antriebsstrang für 2023 unternahm.

Für Andretti dürften diese Erfahrungen ausgesprochen wertvoll sein. Nach erfolgreichen Prüfstand-Tests verbaute Porsche den Antriebsstrang in den vergangenen Monaten erstmals in ein Chassis und bestritt einen Shakedown in Weissach. Am Steuer saß Pascal Wehrlein.

Bei einem weiteren Privattest vor drei Wochen auf einem wenig bekannten Kurs im brandenburgischen Groß-Dölln sollen nach Informationen von 'The Race' Probleme mit den Pouch-Batteriezellen aufgetreten sein. Auslöser des Problems, das Porsches Testpläne spürbar beeinträchtigt haben soll, waren demnach Vibrationen im Auto, zum Beispiel bei der Fahrt über Randsteine.

Ob es ähnliche Probleme bei einem Kollektivtest in Varano (Italien) gab, der in der letzten Woche stattfand, ist nicht bekannt. Die Kerbs sollen zeitweise aber mit Pylonen abgedeckt worden sein, sodass das Batterieproblem nicht auftritt. Andretti war nicht in Varano dabei, erhält als Porsche-Kundenteam aber Zugang zu den wichtigsten Informationen des Tests.

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